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Magenta trifft auf Flecktarn

Magenta trifft auf Flecktarn

Datum:
Ort:
Kalkar
Lesedauer:
2 MIN

Wer einer Nation bei einem Cyberangriff größtmöglichen Schaden zufügen will, der wird gleichermaßen militärische sowie zivile Netzwerke angreifen. Um bestmöglich auf ein solches Szenario vorbereitet zu sein, trainieren in Kalkar auch Vertreter von zivilen Unternehmen gemeinsam mit Soldatinnen und Soldaten für den Verteidigungsfall.

Ein Mann mit einem Patch der Telekom auf dem Arm sitzt vor Computerbildschirmen

Die Netzwerkumgebung immer im Blick: Fabian P. auf seinem Arbeitsplatz bei der Locked Shields 2024 in Kalkar

Bundeswehr/Lea Bacherle

Fabian P.* ist gelernter Fachinformatiker für Systemintegration und seit sieben Jahren bei der Deutschen Telekom angestellt – eigentlich. Heute sitzt er gemeinsam mit rund 150 weiteren zivilen und militärischen Angehörigen des deutsch-geführten Teams in Kalkar und leistet seinen Beitrag zur Verteidigung des fiktiven Inselstaates Berylia. Eine Besonderheit von Locked Shields, einer Übung zur Cyberabwehr, ist dabei die nahtlose Zusammenarbeit verschiedener ziviler Institutionen mit den Militärs. Schließlich gibt es im Cyber- und Informationsraum keinen Kasernenzaun, der diese Welten voneinander trennt.

Fabian P.
So eine Größenordnung erlebt man nicht jeden Tag!

Kein großer Unterschied

In seiner regulären Tätigkeit ist der 29-Jährige Teil eines sogenannten Computer Emergency Response Teams, kurz CERT, für Deutsche Telekom Security. Dabei begleitet er als Incident Handler gemeldete ITInformationstechnik-Sicherheitsvorfälle vom Auftreten bis zur Lösungsfindung. Sollte ein Problem komplexer oder besonders schwerwiegend sein, ist er außerdem für die zugehörige ITInformationstechnik-Forensik zuständig. 

Für die Berylian Armed Forces bei Locked Shields sitzt er mit im Team für das Monitoring, also die Überwachung der Übungsnetzwerke. Dabei kann er anhand des Netzwerkverkehrs frühzeitig einen Cyberangriff feststellen und die anderen Teammitglieder warnen. Im Interview erzählt er uns, dass er durch seine zweiwöchige Teilnahme sehr viele Learnings mit in seinen Beruf nehmen kann, da sich die militärischen Netzwerke oft nur minimal von der sonst durch ihn geschützten zivilen Infrastruktur unterscheiden.

Eine gewinnbringende Zusammenarbeit

Auf Einladung der Bundeswehr hin wurde Fabian P. von der Telekom Security für die Übung ausgeliehen. Seine Expertise aus der zivilen ITInformationstechnik-Sicherheitsbranche ist dabei ein Gewinn für sein Team, das ansonsten aus Bundeswehrangehörigen sowie Soldatinnen und Soldaten der Cyberabwehr des Stadtstaates Singapur besteht. 

Für ihn zeichnet gerade diese Art der Zusammenarbeit Locked Shields aus und er freut sich, schon zum zweiten Mal aktiv teilnehmen zu können. Es bleibt zu hoffen, dass die enge Kooperation der Bundeswehr mit dem Marktführer für ITInformationstechnik-Sicherheit in Europa auch in den nächsten Jahren intensiviert wird, um bestmöglich auf die immer neuen Bedrohungen aus dem Cyberraum reagieren zu können.

*Name zum Schutz der Person abgekürzt.

von Maximilian  Bosse  E-Mail schreiben

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