Ausbildung und Qualifizierung

Master Class B6+: „Digitalisierung fängt im Kopf an“

Master Class B6+: „Digitalisierung fängt im Kopf an“

  • Digitalisierung
  • Personal
Datum:
Ort:
Bonn
Lesedauer:
2 MIN

Ministerialrat Eric Schnell ist Referatsleiter in der Abteilung Personal des BMVgBundesministerium der Verteidigung. Sein Referat ist zuständig für die Konzeption und Durchführung ziviler Ausbildung und Qualifizierung in der Bundeswehr. Im Interview erklärt der Ministeriumsbeamte die strategische Bedeutung der Modulreihe Master Class B6+.

Das Porträt eines Mannes im Anzug. Er steht draußen. Im Hintergrund sind Bäume zu sehen

Ministerialrat Eric Schnell möchte die Digitalisierung in der Bundeswehr vorantreiben. Dazu soll die Master Class beitragen.

Bundeswehr/ Roland Alpers

Wie kam es zu der Idee, die Master Class durchzuführen?

Wir müssen, und davon bin ich überzeugt, insgesamt digitaler werden. Wenn wir uns dem stellen wollen, müssen wir ein Angebot machen, um die Menschen auf diesem Weg mitzunehmen. Die Multiplikatoren hierbei sind vor allem die Vorgesetzten.
Inhaltlich zahlt die Master Class „Digital Führen und Arbeiten“ in die „Umsetzungsstrategie Digitale Bundeswehr“ ein. Dieses strategische Grundlagendokument zeigt, wo die Bundeswehr bei der Digitalisierung steht und wo sie hinwill. Konkret heißt es darin, dass eine digitale Transformation auch in den Köpfen der Beschäftigten vollzogen werden muss. Das bedeutet, wir müssen unser Personal mitnehmen – Sicherheit mit neuen Technologien vermitteln und Ängste abbauen.

Was meint das genau?

Die Modulreihe soll Führungskräfte der Bundeswehr in Spitzenfunktion bei der digitalen Transformation begleiten. Sie sollen sowohl bei den Grundlagen, als auch bei den Neuerungen der Digitalisierung sprech- und handlungsfähig sein. Dazu gehört es, grundlegendes Wissen über Abläufe und technische Voraussetzungen zu erwerben. Auch das Bewusstsein für Risiken ist wichtig, um dann im besten Fall Digitalisierungsstrategien für den eigenen Verantwortungsbereich ableiten zu können. Wir freuen uns über das positive Feedback der Teilnehmenden und haben nun bereits mit dem zweiten Durchgang der Modulreihe begonnen.

Eingeladen ist der Führungskreis der Besoldungsstufe B6 und höher. Warum setzen Sie auf dieser Ebene an?

Studien haben gezeigt, dass den Führungskräften in der digitalen Transformation eine Schlüsselrolle zukommt. Digitalisierung bedeutet gleichzeitig mehr Daten, mehr Informationen in weniger Zeit. Diese Informationsflut bündelt sich automatisch bei den Vorgesetzten, die wiederum alles aufnehmen, auswerten und einordnen müssen. Um also eine Handlungsfähigkeit sicher zu stellen, muss besonders auf der Führungsebene eine gewisse digitale Profiländerung vollzogen werden und natürlich auch auf Ebene der Beschäftigten.
Noch dazu soll dieses Forum den Austausch mit Fachleuten ermöglichen, die sich täglich mit der fortschreitenden Technologisierung beschäftigen. Damit wollen wir die Einordnung nicht nur technischer, sondern auch inhaltlicher Zusammenhänge forcieren.

Welche Herausforderungen sehen Sie für die Bundeswehr?

Noch befinden wir uns an vielen Stellen im Grunde in dem Prozess, in dem wir die papiergebundenen Informationen in digitale Formate übertragen. Das merken wir nicht nur im eigenen Büro, sondern auch bei der Altaktenaufbewahrung oder bei-spielsweise im Formularwesen. Da sind wir zum Teil noch zu bürokratisch. In anderen Bereichen sind wir schon deutlich weiter. Als Beispiel sei hier der Cyber Innovation Hub genannt, der auf höchstem technischem Niveau mit Start-Ups in der Tech-Welt zusammenarbeitet. Auf diesen Willen zum digitalen Fortschritt zahlt die Master Class ein.

Vielen Dank.


von Katharina Knauth  E-Mail schreiben
Zwei Männer stehen in einem großen Foyer#fr
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