Funkkreis

Funkkreis

Datum:
Lesedauer:
14 MIN

Unter dem Motto „Dein Jahr für Deutschland“ gibt es ab 1. April 2021 ein ergänzendes Angebot zum bekannten allgemeinen freiwilligen Wehrdienst. In diesem Podcast erklärt Oberst Dirk Schwede vom Kommando Streitkräftebasis, worum es dabei geht. Außerdem spricht Redakteurin Barbara Gantenbein mit Alicia Pusch, einer Teilnehmerin des ersten neuen Lehrgangs.

Delta to all. Radio check. Over.
Hier ist Bravo. Kommen.
This is Tango. Over.
Funkkreis – Podcast der Bundeswehr

Feuer, Feuer, … (Schüsse fallen)
So kann es klingen – und wird es demnächst auch –, wenn Heimschützer üben, in einem Krisenfall Objekte zu schützen. Und genau zu diesem Thema Heimatschutz gibt es ab April einen neuen freiwilligen Wehrdienst (FWDFreiwilliger Wehrdienst) unter dem Motto „Dein Jahr für Deutschland“.

Das wird jetzt für ein Jahr erprobt, und die Federführung bei der Erprobung hat Oberst Dirk Schwede übernommen vom Kommando Streitkräftebasis.
Ich bin Barbara Gantenbein aus der Redaktion der Bundeswehr in Berlin, und ich habe Oberst Schwede jetzt am Telefon. Guten Tag, Herr Oberst.

Oberst Dirk Schwede (OS): Schönen guten Morgen, Frau Gantenbein. Ich grüße Sie.

Barbara Gantenbein (BG): Ich grüße Sie auch. Herr Oberst, was genau versteht man unter Heimatschutz? Und worum geht es bei „Dein Jahr für Deutschland“?

OS: Beim „Dein Jahr für Deutschland“ geht es darum, interessierte Männer und Frauen zu gewinnen, sich genau diesem Thema für ein Jahr zu widmen. Also sich selber zu sagen, ich bin bereit, ein Jahr für mein Land zu investieren, und dies im Schwerpunkt im Heimatschutz.

BG: Und wie unterscheidet sich dieses Jahr für Deutschland vom ganz normalen freiwilligen Wehrdienst?

OS: Der normale freiwillige Wehrdienst ist grundsätzlich durchgehend ein Dienst, der in einem aktiven Soldatenstatus durchgeführt wird. Das heißt: Ich verpflichte mich für neun Monate, für zwölf Monate, für 15 Monate – da gibt es verschiedene Varianten.

Der FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende (Freiwillig Wehrdienst Leistender) Heimatschutz ist der einzige Bereich, in dem sich junge Menschen in zwei Varianten verpflichten können. Es gibt einen aktiven Anteil, und danach gibt es einen Anteil, der in einem Reservistendienststatus geführt wird. Das ist einmalig. Das gibt es nur beim FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende Heimatschutz.

BG: Okay. Gibt es noch weitere Unterschiede? Ich denke da an Auslandseinsätze oder weitere Verpflichtungen?

OS: Ein wesentlicher weiterer Unterschied ist natürlich, dass der FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende Heimatschutz die Zusage hat, dass er während seines Zeitfensters, wo er sich verpflichtet, nicht in einen Auslandseinsatz geht. Das ist beim normalen FWDLer nicht der Fall. Der würde unter bestimmten Bedingungen auch für einen Auslandseinsatz zur Verfügung stehen. Das hat man im FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende Heimatschutz von vorneherein herausgenommen. Es gibt hier die Zusage, dass das nicht stattfindet.

Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist, dass für den FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende Heimatschutz ein großer Schwerpunkt gelegt wurde auf die heimatnahe Verpflichtungszeit. Man wird versuchen, jemanden möglichst nah an seinem Heimatstandort sowohl in die Grundausbildung als auch in die Spezialausbildung einzuberufen und ganz bewusst am Ende seiner Zeit, wo er die Reservistendienstzeit ableistet, auf jeden Fall in der Nähe seiner Heimat einzusetzen.

BG: Das heißt, die Leute haben dann keine großen Strecken zu pendeln. Das ist bestimmt sehr reizvoll für viele Leute, die sich überhaupt darüber klar werden müssen: Will ich das? Kann ich das? Wie klappt das mit Familie?

OS: Ja, sicherlich. Man muss aber bedenken, dass wir noch in einer Erprobungsphase sind. Das heißt, wir haben jetzt noch nicht alles erreicht, was wir am Ende des Tages anbieten können. Einschränkend ist, dass wir derzeit nur an drei Standorten eine mittlere Ausbildungsphase anbieten können. Das wird langfristig weiter ausgeweitet, so dass wir dort mehr anbieten können. Aber an sich ist es dadurch attraktiv, dass wir die Fahrstrecken natürlich gering halten wollen.

BG: Das ist schön. Wer kann sich denn alles melden? Also welche Altersgruppen werden angesprochen? Und wie ist so Ihr erstes Fazit, Ihr erster Eindruck, wer kommt? Wer interessiert sich tatsächlich?

OS: Ich kann Ihnen wie folgt sagen: Wir haben tatsächlich die Möglichkeit, nicht nur junge Menschen einzuberufen oder zuzulassen, sondern die Altersbegrenzung beginnt bei 17 Jahren und hört erst bei 60 Jahren auf. Also wir können die gesamte Bandbreite einberufen, anbieten. Derzeit zeigt sich aber, dass die Zielgruppe – 75 Prozent – in dem Altersband 17 bis 27 Jahren liegt.

Es ist natürlich so, dass es für diese etwas einfacher ist, die Ausbildung zu gestalten, weil die Ausbildung ja durchaus auch körperlich fordernd ist. Von daher, denke ich, sind wir mit diesem Altersband gut aufgehoben. Wir lassen aber auch Ältere zu, weil wir sagen, wir wollen keinen ausschließen.

BG: Finde ich schön. Wie sieht es denn aus in der Verteilung Männer – Frauen? Ist es so wie sonst auch oder sind es bei dieser Variante auch mehr Frauen dabei, die sagen, das interessiert mich, das probiere ich?

OS: Wir können feststellen, dass es ein bisschen höher ist. Bisher haben wir so den Anteil – Quoten – gehabt bei 15 Prozent, 18 Prozent. Bei den Bewerbungen jetzt liegen wir bei etwas mehr als 20 Prozent, also ein bisschen höher als bei anderen Bewerberzahlen. Also scheint das auch das auch für weibliche Interessenten durchaus eine Variante zu sein, die ansprechend ist.

BG: Das finde ich sehr schön. Generell: Wie kommt das Angebot an? Haben Sie viele Bewerber und Bewerberinnen?

OS: Also ich kann Ihnen sagen, wir sind tatsächlich überrascht worden von der Tatsache, wie gut es ankommt. Wir hatten ursprünglich Bedenken: Ist das wirklich in dieser Gesellschaft so zu kommunizieren, dass verstanden wird, was dahintersteckt? Ich kann Ihnen wie folgt sagen, wir haben für die Einstellungsmöglichkeit am 1.4. und auch am 1.7. die Quote schon voll ausgeschöpft.

Selbst Oktober und die erste Runde im nächsten Jahr sind schon bei über 50 Prozent, und wir haben wirklich noch mehrere tausend Bewerber. Wir werden wahrscheinlich am Ende des Tages gar nicht alle aufnehmen können, die in diesen Bereich einsteigen wollen. Die bekommen dann aber andere Angebote, die gegebenenfalls für sie auch noch interessant sein können.

BG: Das ist ja eine tolle Resonanz. Wirklich super. Was lernen die Teilnehmenden dann im Lehrgang und wie lange dauert welcher Abschnitt?

OS: Das Ganze findet ja in drei Phasen statt: die Grundausbildung, die die FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende Heimatschützer durchlaufen. Das ist eine Grundausbildung, wie sie auch alle anderen FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende- oder SaZSoldatinnen und Soldaten auf Zeit(Soldaten auf Zeit)-Mannschaften oder andere Laufbahngruppen durchlaufen. Das ist eine gemischte Grundausbildung. Da sind nicht nur FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende Heimatschützer in der Grundausbildung, sondern sie treffen dort auch Kameraden und Kameradinnen, die ganz normal SaZSoldatinnen und Soldaten auf Zeit-Mannschaft sind oder FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende-Mannschaft, und die Heimatschützer zum 1.7. machen sogar zusammen mit den Offiziersanwärtern ihre Grundausbildung – an den elf Standorten, die die SKBStreitkräftebasis dafür zur Verfügung stellen kann.

Nach der Grundausbildung werden dann die FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende Heimatschützer in die sogenannte Spezialausbildung Heimatschutz kommandiert. Die wird an drei Standorten durchgeführt: in Delmenhorst, in Berlin und Wildflecken. Und dort werden sie in diesen zehn Wochen – so lang ist das nämlich – dann tatsächlich in die Aufgaben, was macht der Heimatschutz zukünftig aus, spezifisch nochmal ausgebildet mit einer verstärkten Waffen- und Schießausbildung. Und am Ende gibt es dann noch ein kurzes Modul, das in den Landeskommandos durchgeführt wird, nämlich in den Landeskommandos, wo sie zukünftig ihren Reservistendienst abgeben, wo sie in die Spezifika ihrer Region eingewiesen werden. Das ist die Phase zwo.

Und die Phase drei, das ist dann die Phase, die danach in den sechs Jahren stattfindet, wo man abschnittsweise fünf Monate – seine Restzeit zu den 12 Monaten – im Rahmen des Reservistendienstes ableistet. Und das wird im Schwerpunkt dann in der jeweiligen Kompanie, die heimatnah ist, abgeleistet.

BG: Und diese fünf Monate verteilen sich dann, wenn die Teilnehmenden das wollen, auf sechs Jahre? Richtig?

OS: Ja, das ist das Maximale, was vorgegeben ist: sechs Jahre. Aber Sie können die natürlich auch schon in drei Jahren machen. Wenn Sie sagen, ich möchte die fünf Monate möglichst schnell hinter mich bringen, ist das auch möglich. Da gibt es keine Regel. Das wird flexibel gehandhabt. Das heißt, dort werden wir im Wesentlichen auf die Interessenslagen der Bewerber eingehen, die sagen, ich möchte lieber einmal zwei Monate und einmal drei Monate machen. Dann habe ich es durch. Und dann werden wir auch versuchen, das entsprechend einzuplanen.

BG: Und wenn die jetzt während ihrer Ausbildung oder auch später während der Reservistendienstes feststellen, dass sie eigentlich mehr wollen und so richtig zur Bundeswehr kommen wollen, sag ich mal, das können die auch? (Lacht) Es gibt so eine Art Laufbahnwechsel-Möglichkeit?

OS: Ja, auf jeden Fall. Wir haben große Arme und wir nehmen jeden auf, der gerne möchte und auch dementsprechend für uns geeignet ist. Das heißt, wer in der Zeit, wo er da ist, feststellt, dass das, was wir mit ihm machen, so super ist, dass er gern länger bei uns bleiben will, bekommt ein Angebot, dieses auch zu tun. Und da gibt es ja verschiedene Möglichkeiten einschließlich verschiedener Laufbahnen und womöglich sogar Offizier zu werden.

Da sind alle Wege offen. Wir sprechen ja auch ganz bewusst mit denen. Das heißt, während der Grundausbildung gibt es nochmal ein Gespräch mit den sogenannten Planungsteams. Die kommen in die Grundausbildung und fragen jeden Einzelnen, ob das, was er jetzt macht, seinem idealtypischen Wunsch entspricht oder ob er etwas anderes machen würde. Das wird von uns bewusst gefördert, dass da noch eine Möglichkeit besteht.

BG: Das ist natürlich ein wunderbarer Weg reinzukommen, reinzuschnuppern, ob man dafür geeignet ist. Das ist wirklich ein tolles Angebot. Sie haben es eben schon angesprochen: Die Teilnehmenden werden ganz normal an Waffen ausgebildet. Was für Ausbildungsmodule kommen denn noch hinzu? Weil Sie sagten, eine vertiefte Waffenausbildung? Und gibt es darüber hinaus – in Sanität oder Objektschutz – Angebote, die bei normalen FWDLern nicht so ausbildet werden?

OS: Ja, das ist korrekt. Wir haben ja die normale Grundausbildung. Da werden die Standardwaffen ausgebildet: das Gewehr und die Pistole. Das bekommt jeder, auch jeder FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende. Und in der Phase Spezialausbildung Heimatschutz werden dann auch Waffen ausgebildet, die ein normaler FWDLer nicht bekommt, zum Beispiel die Panzerfaust, die wir da ausbilden.

Darüber hinaus bekommt er eine vertiefende Ausbildung bei Gewehr und Pistole, damit er noch sicherer wird in der Handhabung. Da wird sehr stark in der Gruppe ausgebildet. In der Grundausbildung ist der Schwerpunkt auf dem Einzelschützen. Das heißt, jeder einzelne bekommt die Qualifikation, mit der Waffe umzugehen. Bei der Spezialausbildung Heimatschutz gehen wir einen Schritt weiter, wo wir Teams bilden, die als Team dann in der Lage sein müssen mit den Waffen, die sie haben, ihren Auftrag durchführen zu können. Das ist ein qualitativer zweiter Schritt, der wesentlich höherwertiger ist.

BG: Ich erinnere mich, als die Ministerin die „Dein Jahr für Deutschland“-Initiative ankündigte, das sie gesagt hat: Es geht auch darum, Leute zu befähigen, zum Beispiel in Krisen, die nicht kriegerisch sind, zu helfen. Also ich denke jetzt an Corona zurzeit. Haben Sie da besondere Module, die Sie ausbilden? Ich denke an Fluthilfe oder wir hatten ja auch die Schneesituation im Winter? Gibt es da auch noch besondere Module?

OS: Das sind die Ausbildungsinhalte, die in der Zeit im Landeskommando stattfinden, also nicht im Lehrgang. Dort will man ja schon die regionalen Besonderheiten einbauen, weil auch von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Regularien gelten. Dieser Abschnitt – nach dem Motto: Wie mache ich subsidiäre Hilfe? Also Corona-Hilfe oder ähnliche Dinge, Naturkatastrophen –, das sind Ausbildungsinhalte in den vier Wochen, die im Landeskommando verbracht werden.

BG: Verstehe.

OS: Direkt mit dem Bezug auf die Regionalität, wo sie sind. Nach dem Motto: Wenn Du jemand helfen musst, dann sind das hier die Feuerwehren, die eventuell Deine Ansprechpartner sind.

BG: Okay. Das heißt, die arbeiten auch dann direkt schon interdisziplinär mit anderen, mit zivilen Institutionen zusammen?

OS: Es gibt da das Teilmodul zivil-militärische Zusammenarbeit, das in den letzten Wochen der Ausbildung in den Landeskommandos auch ein Bestandteil der Ausbildung ist. Dann wissen sie schon regional, wo passiert was in ihrem Landeskommando.

BG: Ja, klar. Und das stärkt auch wieder die lokale oder regionale Bindung. Also wenn ich an der Elbe wohne und ich weiß, was tue ich, wenn wir hier wieder eine Flut haben, dann ist das natürlich sinnvoller, als wenn ich an der Elbe wohne und lerne, was mache ich bei einer Lawine. Das ist schon sehr vernünftig.

OS: Da ist genau der Bezug der Regionalität und Heimatnähe schon gegeben, dass man sagt: Und jetzt sprechen wir mal darüber, was könnte passieren, wenn du hier bei dir zu Hause eingesetzt wirst.

BG: Wunderbar. Da sind wir auch schon tatsächlich bei meiner letzten Frage: Welche Rolle spielen dann die Heimatschützer in einem Ernstfall? Wie genau werden die dann einberufen? Wie funktioniert das alles?

OS: Die Frage ist: Wie definieren wir Ernstfall? Wir wollen ja Heimatschützer auch für Naturkatastrophen einsetzen.

BG: Das meine ich auch mit Ernstfall. Nicht eine kriegerische Auseinandersetzung, sondern tatsächlich: Ich brauche diese Menschen jetzt, sofort. Wie komme ich an die ran? (Lacht)

OS: Das sind ja zwei Varianten. Man muss bedenken, wir haben diese Verpflichtungszeit von FWDLFreiwillig Wehrdienst Leistende zwölf Monate. Das heißt, sie müssen die restlichen fünf Monate ableisten. Jetzt kann man natürlich sagen: Wir wollen alle hoffen, dass nicht genau da eine Naturkatastrophe ist. Die Wahrscheinlichkeit ist ja sehr groß, dass das nicht so ist. In dieser Zeit bilden wir weiter aus. Aber wir wollen die Heimatschützer natürlich auch anschließend halten. Das Ganze passiert auf Freiwilligkeit. Auch die fünf Monate im Reservistendienst sind freiwillig. Wir schreiben die Heimatschützer dann an oder wir telefonieren sie an und sagen, pass mal auf, wir machen jetzt eine Übung mit euch. Das wäre ideal der Zeitpunkt, wo ihr mal wieder zurückkommen könntet und den Teil ableisten könnt, der noch offen ist. Und ansonsten würde es tatsächlich mit Alarmierung passieren, wie man es von früher kennt – telefonisch nach dem Motto: Wir wollen euch jetzt aufstellen. Da und da ist Treffpunkt. Wir bitten, dabei teilzuhaben.

BG: Wunderbar.

OS: Noch einmal: Das ist ein sehr freiwilliger Dienst. Aber wir gehen davon aus, dass wenn tatsächlich eine Naturkatastrophe oder Ähnliches stattfindet, dass die Heimatschützer dann auch von sich aus erkennen, sie werden gebraucht. Und das ist ja der entscheidende Punkt. Wenn man merkt, dass man gebraucht wird, dann nimmt man an so etwas auch teil.

BG: Ganz genau, ganz genau. Wunderbar. Da bin ich mal sehr gespannt, wie es nach dem Erprobungszeitraum weitergeht. Es klingt auf jeden Fall sehr interessant und die Resonanz gibt Ihnen ja auch Recht. Das ist ein tolles zusätzliches Angebot. Ich bedanke mich ganz herzlich bei Ihnen, Herr Schwede, dass Sie die Zeit gefunden haben, uns das zu erklären. Und ich bin mir ziemlich sicher, Sie kriegen dann noch mehr Bewerbungen.

OS: Ja, das hoffe ich doch, Frau Gantenbein. (Lacht) Ich danke auch für die Gelegenheit, dass ich das jetzt mal äußern konnte. Vielleicht haben wir damit das Verständnis für den einen oder anderen noch größer machen können und tatsächlich noch einmal einen kleinen Punkt gesetzt, damit sich doch noch bewirbt, wer bis heute unschlüssig ist.

BG: Ja, ganz bestimmt. Davon bin ich überzeugt. Vielen Dank.

OS: Ihnen auch.

BG: Als nächstes telefoniere ich jetzt mit einer Teilnehmerin, die demnächst ihre Ausbildung bei „Dein Jahr für Deutschland“ beginnen wird. Das ist Alicia Pusch. Und ich freue mich ganz besonders, dass ich eine Frau, die wirklich noch ganz, ganz jung ist, am Telefon habe, die uns jetzt ein bisschen erzählt, warum sie das macht. Guten Tag, Frau Pusch.
Alicia Pusch: Guten Tag. (Lacht)

BG: Frau Pusch, was haben denn Ihre Eltern gesagt, als Sie sich entschlossen haben: Ich mache mit bei „Dein Jahr für Deutschland“?

AP: Die waren sehr begeistert. Sie haben mir auch ein wenig geraten, zur Bundeswehr zu gehen, weil mein Papa auch bei der Bundeswehr war.

BG: Das ist ja prima. Und warum haben Sie sich dann für „Dein Jahr für Deutschland“? entschieden und nicht für den Freiwilligen Wehrdienst?

AP: Also erst einmal, weil ich noch nicht weiß, in welche Richtung ich gehen möchte, und mich einfach ausprobieren möchte und mir das empfohlen wurde.

BG: Sie können jetzt erstmal reinschnuppern und gucken, was Ihnen gefällt und wofür Sie sich besonders interessieren.

AP: Genau.

BG: Was sind denn für Sie jetzt die größten Herausforderungen? Also wovor haben Sie vielleicht ein bisschen, nicht Angst, aber Respekt?

AP: Respekt … ich würde sagen, das Sportliche, aber das werde ich schon schaffen. Allgemein ist das ja breit gefächert, auch mit den Waffen. Aber ich habe eher Respekt als Angst, würde ich sagen. Und ich freue mich trotzdem super.

BG: Wann geht´s denn los?

AP: Am 6.4.

BG: Ja, super, also gleich im ersten Lehrgang.

AP: Ja.

BG: Toll. Und wenn Sie jetzt quasi antreten das erste Mal: Kennen Sie schon einige der zukünftigen Kameradinnen und Kameraden? Kommt vielleicht noch jemand anderes aus Ihrer Region mit? Oder sind Sie da jetzt erst einmal auf sich gestellt?

AP: Nein, aber ich habe bei der ärztlichen Kontrolle – dazu wurden wir eingeladen – schon Kameraden kennengelernt. Aber nur kurz.

BG: Dann drücke ich Ihnen ganz doll die Daumen und freue mich, dass Sie sich auf den Beginn freuen.

AP: Danke.

BG: Ganz herzlichen Dank, Frau Pusch. Ich wünsche Ihnen wirklich ganz viel Freude beim Lehrgang und ich hoffe, dass das alles so läuft, wie Sie sich das denken. Und ja, ich drücke Ihnen ganz fest die Daumen.

Liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, wenn Sie noch mehr wissen möchten über „Dein Jahr für Deutschland“, dann finden Sie Informationen erstens auf bmvg.de oder bundeswehr.de und zweitens, wenn Sie uns auf Instagram folgen, werden Sie ganz bald dort ein Question & Answer zum Thema finden und können dort natürlich auch Ihre Fragen noch einmal stellen.

Den nächsten Podcast, den gibt es am kommenden Donnerstag. Ich melde mich ab aus dem Funkkreis. Machen Sie´s gut. Tschüss.