Transkription

Transkription

Datum:
Lesedauer:
24 MIN

Sprecher: PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Betroffener/Hauptmann Andreas (HA), Behandelnder Arzt/Oberfeldarzt Heinrich Rau (HR), Chef des Stabes FüAkHH/Oberst Michael Schlechtweg (MS), Referatsleiterin ZALKZentralen Ansprech-, Leit- und Koordinierungsstelle für Menschen, die unter Einsatzfolgen leiden/Leitende Regierungsdirektorin Dr. Stephanie Hohnschild (SH), Redakteurin Barbara Gantenbein (BG)

Delta to all. Radiocheck. Over.
Hier ist Bravo. Kommen.
This is Tango. Over.
Funkkreis – Podcast der Bundeswehr


BG:
Herzlich Willkommen zum Funkkreis, heute mit einer ganz besonderen Geschichte. Hier ist Barbara Gantenbein und ich spreche gleich mit einem Betroffenen und seinem behandelnden Arzt und seinem Arbeitgeber und der Referatsleiterin der Ansprechstelle darüber, wie man mit PTBSPosttraumatische Belastungsstörung, also einer posttraumatischen Belastungsstörung, als Wiedereinsteller zurückkommen kann zur Bundeswehr. Das ist insofern eine ganz besondere Geschichte, weil der Betroffene sich direkt an uns gewendet hat. Der hatte nämlich einen Funkkreis Podcast gehört, zum Thema PTBSPosttraumatische Belastungsstörung, und daraufhin selber zum Hörer gegriffen und angerufen, und seitdem ist er wieder auf dem Weg der Besserung. Der betroffene Soldat ist Hauptmann, mit Vornamen Andreas, und zu dem Zeitpunkt, als er den Podcast hörte und dann diesen ganzen Prozess einleitete, da war er schon seit fast 20 Jahren nicht mehr bei der Bundeswehr. Bei ihm kam zu dieser PTBSPosttraumatische Belastungsstörung nämlich noch dazu, dass er vor ein paar Jahren erblindet ist. Und trotzdem geht er jetzt wieder seinen Weg und es ist ihm wirklich ein Anliegen, anderen Betroffenen mit diesem neuen Podcast zum Thema PTBSPosttraumatische Belastungsstörung Mut zu machen, dass die sich auch Hilfe suchen. Ich freue mich ganz besonders, dass wir jetzt hier miteinander reden können. Wir sind im Psychotraumazentrum am Bundeswehrkrankenhaus in Berlin. Ganz herzlich willkommen, Hauptmann Andreas.

HA:
Ja, hallo, Frau Gantenbein!

BG:
Ich freue mich wie gesagt sehr, dass ich heute bei Ihnen sein darf. Ich erinnere mich noch gut an unser erstes Telefonat. Erzählen Sie uns doch bitte noch mal, wie das war, als Sie diesen PTBSPosttraumatische Belastungsstörung Podcast gehört haben, was dann so in Ihrem Kopf passiert ist und wie dann die Geschichte weiterging.

HA:
Ja, der Podcast an sich war wie so ein kleiner Wecker, der endlich funktioniert hat, weil ein Schlüsselsatz drin aufkam, nämlich die Aussage PTBSPosttraumatische Belastungsstörung ist selbst nach 20 Jahren noch behandelbar und das war ein Moment, wo mir für einen Augenblick alles wegsackte und ich dann, gefolgt durch ein weiteres Ereignis, angestoßen war, doch mal die Telefonnummer zu nutzen, die am Ende des besagten Podcast genannt wurde und bereits im ersten Telefonat hier auf der Station landete und schon in den ersten Sätzen des Gesprächs Hilfe bekam. Einfach dadurch, dass man mit jemandem über ein Thema spricht, was man selbst über viele Jahre beiseitegelegt, verdrängt hatte und plötzlich einen verständnisvollen Zuhörer hat, der die richtigen Fragen stellt. Und das begleitet den gesamten Prozess seitdem.

BG:
Das ist toll! War Ihnen zuvor klar, dass es sich bei Ihnen um PTBSPosttraumatische Belastungsstörung handelt oder war Ihnen unklar, was Ihre Krankheit ausgelöst hat oder woher die kam?

HA:
Es war mir überhaupt nicht klar. Im Gegenteil, ich habe das seit meinem Ausscheiden aus der Bundeswehr vollkommen beiseitegeschoben und keinen Gedanken darauf verwendet, ich könne betroffen sein. Im Gegenteil Ich habe erst im Nachhinein festgestellt, dass ich über die Jahre verschiedene Bücher Broschüren zu Hause gesammelt habe zum Thema. Also latent offenbar war da ein Interesse da, aber es nicht ins Bewusstsein gekommen, geschweige denn in den Handlungsdruck, sich tatsächlich mal darum zu kümmern.

BG:
Ja.

HA:
Und auch von außen keinerlei Anstoß, der die Brücke geschlagen hätte.

BG:
Sie hatten es eben schon angesprochen, dass Sie ausgeschieden waren aus der Bundeswehr. Sie sind dann als Wiedereinsteller zurückgekommen in die Bundeswehr aufgrund der Erkrankung, die ausgelöst worden ist durch was genau? Können Sie das so ein bisschen eingrenzen?

HA:
Ja, ohne da auf weitere Details einzugehen. Ich war Teilnehmer am ersten und dritten Kontingent des KFORKosovo Force Einsatzes, der einer der ersten Einsätze war, dann gefolgt durch weitere auch deutlich intensivere Einsatzgeschehnisse. Vielleicht war das auch der Grund, weswegen ich es für mich eigentlich gar nicht in Erwägung gezogen habe oder in Betracht gezogen habe, dass eben die Vorstellung vorherrschte, in den folgenden Einsätzen sind doch viel, viel schlimmere Dinge passiert, so dass doch eigentlich nur andere betroffen sein können. Und das habe ich für mich selber quasi ausgeklammert.

BG:
Wobei KFORKosovo Force im Kosovo war ja schon sehr, sehr dramatisch. Es liegt jetzt viele, viele Jahre zurück, aber gerade so in den Anfangszeiten ... Ich kann mir gut vorstellen, dass einem da, oder Ihnen, da Dinge begegnet sind, die sehr traumatisch gewirkt haben. Wie hat sich das denn bei Ihnen geäußert? Hatten Sie die Anzeichen, die wir damals auch in diesem Podcast besprochen hatten, oder was waren so die Anzeichen, an denen Sie für sich festgestellt haben: Irgendwas stimmt massiv nicht?

HA:
Ja, das war ja genau dieser auslösende Moment, dass dieser damalige Podcast mich unmittelbar ansprach und mir mal direkt auf die Nase getippt hat, die Zusammenhänge herzustellen. Und insofern ist das eine recht übliche Symptomatik, die sich halt in meinem Fall dann über knapp 20 Jahre hinzog und dann verstetigt sich das halt in gewisser Weise und wird zu so einem chronischen Zustand, der dann auch von Ärzten, die mit der Thematik nicht vertraut sind, wahrscheinlich auch eher leicht übersehen wird. Und erst hier traf ich auf die Expertise, die Zusammenhänge zu erklären, zu erkennen und eben potenzielle Folgeschädigungen daraus auch in Zusammenhang stellen zu können.

BG:
Ja, können Sie das noch ein bisschen beschreiben? Was weiß ich, Schlaflosigkeit oder Rückzug aus sozialen Kontakten oder so? Also, ich frage deswegen jetzt nach - wenn Sie das nicht möchten, sagen Sie natürlich nein - weil ich denke, wenn uns jemand zuhört, dem es oder der es so geht wie Ihnen damals, ist es vielleicht einfacher zu erkennen: „Mensch, das könnte ich sein“, wenn man ein bisschen mehr weiß.

HA:
Na ja, das ist natürlich sehr, sehr individuell, insbesondere wenn einige Jahre vergangen sind und man natürlich in einen gewissen Gewöhnungsprozess auch einsteigt und man sich viele Symptome einfach auch irgendwie erklärt. Naja, ich bin halt etwas schreckhaft oder ich hab halt immer so eine gewisse Unruhe in mir und ich habe halt hier und da mal einen Schicksalsschlag oder Dinge klappen nicht so, wie sie sein sollen. Man baut es sehr schön so in den Alltag hinein und baut vielleicht eine Geschichte drumherum. Und das ist halt so, aber manches ist halt nicht einfach nur so, sondern hat seine Ursache und es kann geholfen werden. 
 
BG:
Ja. Das ist eigentlich der Kernpunkt. Genau. Wie schwierig war denn das, war Ihr Weg zurück in die Bundeswehr? Sie haben gesagt, Sie haben hier angerufen. Man hat sofort begriffen, was mit Ihnen ist und Ihnen Hilfe angeboten. Aber es ging ja dann weiter, die Wiedereinstellung in die Bundeswehr. Wie schwierig war das alles, welche Stationen waren da zu durchlaufen?

HA:
Ja, ich kann da natürlich nicht für den gesamten Prozess reden, weil auch das wieder sehr individuell ist. Aber für meinen Fall muss ich sagen, es ist mir eher leicht gemacht worden. Mag vielleicht auch daran liegen, dass ich vor ein paar Jahren erblindet bin und dadurch die Bereitschaft, helfend mir zur Seite zu stehen, etwas höher ist. Aber es ist natürlich ein Verwaltungsgang auch in all diesen Dingen. Es hängt immer entscheidend an den handelnden Personen, und so in einer gemeinsamen Interaktion lief das ganz toll. Und die Stationen waren halt dann zunächst einmal nach einem Besuch der Ambulanz hier, zur Erstfeststellung, in eine Diagnosephase zu gehen. Das war ein Aufenthalt von circa zwei bis drei Wochen, die auch hier auf dieser Station stattfinden, wo überhaupt erst mal diagnostisch eingegrenzt wird. Und parallel dazu kann dann auf Antrag eben das Verfahren der Aufnahme in die sogenannte Schutzfrist und in meinem Fall als ehemaliger Angehöriger der Bundeswehr eben das Verfahren zur Wiedereinstellung ...

BG:
... einfach angestoßen werden dann. Sie, das muss man vielleicht dazu sagen, Sie arbeiten in Hamburg, Sie kommen aus Hamburg und sind jetzt an der Führungsakademie dort. Was genau ist Ihre Aufgabe dort und wie arbeiten Sie? Also was genau können Sie schon wieder tun? Und arbeiten Sie jetzt nach dem Hamburger Modell, oder wie muss man sich das vorstellen?

HA:
Ja, es ist eine Form von Wiedereingliederungsphase. Die Aufnahme in die Schutzfrist dient ja primär dazu, den Betroffenen in einen Genesungsprozess einzuleiten, und zur Genesung gehört natürlich auch eine gewisse Struktureinbindung. Ich war jetzt zunächst die ersten Monate intensiv damit beschäftigt, wieder in die militärische Struktur zurückzufinden, mit der Hilfsmittelausstattung am Arbeitsplatz so zurecht zu kommen, dass ich perspektivisch arbeitsfähig bin und mich in die Aufgabenprozesse des Akademiestabes dann auch tatsächlich tatkräftig einzubringen.

BG:
Wie geht es Ihnen so mental, seit dieser ganze Prozess begonnen hat? Also, spüren Sie schon eine Besserung? Geht es Ihnen besser so vom Allgemeinbefinden her?

HA:
Bewusster auf jeden Fall. Das ist, glaube ich, der entscheidende Punkt, dass diese neblige Wolke, die einen da über Jahre begleitet hat und immer bestenfalls ein kleines Fragezeichen hinterlassen hat - „Wieso passiert jetzt dies? Wieso geschieht jetzt das? Und in welchem Zusammenhang steht das alles?“ - das kriegt langsam Stück für Stück eine Klarheit. Und, was ganz entscheidend ist, nun Ursächlichkeit. Auch wenn der Zusammenhang zwischen der Erblindung und der PTBSPosttraumatische Belastungsstörung nicht abschließend geklärt ist, so ist doch zumindest dieses „es kann da einen Zusammenhang geben“ schon mal hilfreich zu wissen, denn das passiert nicht einfach so, sondern alles hat seine Ursächlichkeit. Und 20 Jahre mit einer Dauerstressbelastung herumzulaufen hat halt eine Auswirkung und verändert die Persönlichkeit. Und dieses Rad wird Stück für Stück durch eine wirklich fundierte gute Behandlung hier im Bundeswehrkrankenhaus Stück für Stück wieder zurückzudrehen und eine normale Balance zu finden. Das ist eine Erlebnisreise.

BG:
Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Wir haben ja hier in Berlin das Psychotraumazentrum, in dem wir uns jetzt auch befinden. Wie ist denn das, Sie sind ja immer phasenweise hier für einige Wochen, und dann sind Sie wieder am Arbeitsplatz in Hamburg und an Ihrem Wohnort, wie ist das, wenn Sie dann in Hamburg sind? Werden Sie da ambulant weiter betreut oder wie läuft das ab?

HA:
Ich sagte eingangs, dass zunächst einmal diese Diagnosephase kam, und ich habe jetzt hier gestartet tatsächlich mit der Traumabehandlung. Während die Diagnosephasen überschaubare zwei bis drei Wochen waren, sind diese stationären Behandlungsphasen dann natürlich ausgedehnter, weil intensiver, und parallel dazu habe ich am Heimatstandort eben eine ambulante Betreuung, über die sichergestellt wird, dass so eine gewisse Alltagstauglichkeit und Grundbefähigung da ist, mit schwierigen Situationen zurechtzukommen. Und es war halt insbesondere in diesem Prozess der Wiedereinstellung sehr wichtig, weil es für mich selber natürlich auch erst mal ein kleines Experiment war. Wie wird das sein, plötzlich wieder Uniform anzuziehen? Wie ist das, wieder in einem militärischen Umfeld, sich zu bewegen?

BG:
Und wie ist es?

HA:
Wundervoll!

BG:
Das höre ich gern! Das ist toll. Das heißt, auch mit Ihren Kameradinnen und Kameraden klappt das prima und die haben Verständnis und sind hilfreich.

HA:
Ja. Ich glaube, dass das auch ein ganz entscheidender und wesentlicher Baustein ist. Ich bin in einer Dienststelle aufgenommen worden, ohne jegliche Aufgeregtheit und Besonderheit, sondern einfach nur: „Okay. Sie gehören jetzt dazu und sind jetzt Teil des Ganzen.“ Und es hängt tatsächlich entscheidend an diesem so banal klingenden Begriff der Kameradschaft.

BG:
Ich glaube, ich verstehe, was Sie meinen.

HA:
Ich erlebe da Kameradschaft tatsächlich im ureigensten Sinne.

BG:
Super. Das ist ganz wunderbar. Das heißt, Sie könnten eigentlich jetzt wahrscheinlich allen anderen, die in einer ähnlichen Situation sind, wie Ihre Situation vor einem guten Jahr noch war, auch eigentlich nur dazu raten: Anrufen!

HA:
Meine Erfahrungen sind rundweg positiv, was den dienstlichen Alltag angeht, was den Gewinn durch eine klare Struktur auch angeht, was die ganze medizinische Betreuung und Behandlung angeht, durchweg positiv. Natürlich ist das die eine oder andere Herausforderung. Man stellt sich dem einen oder anderen Thema. Nur, wenn erst mal die Erkenntnis da ist, es ist gut, sich dem zu stellen, weil, es darf mich jetzt auch Stück für Stück wieder verlassen. Ich darf es dahin packen, wo es hingehört. Das ist perspektivisch ein tolles Gefühl und befreit.

BG:
Das ist ganz wunderbar. Ich danke Ihnen, dass Sie mir und unseren Zuhörerinnen und Zuhörern das erzählt haben. Und ich hoffe, da konnten Sie auch Mut machen. Ich spreche jetzt gleich noch mit Ihrem behandelnden Arzt, deswegen Ihnen erst mal vielen Dank und weiterhin gute Besserung.

HA:
Vielen Dank! Und, nachdem ich Ihnen bisher immer nur zuhören durfte, war es jetzt schön, mit Ihnen reden zu können.

BG:
Das freut mich sehr. Vielen Dank, Herr Hauptmann. Wir sitzen ja hier im Psychotraumazentrum. Und jetzt ist zu uns gekommen der behandelnde Arzt. Das ist der Oberfeldarzt Heinrich Rau. Und ich freue mich sehr, dass Sie auch die Zeit für uns haben und dass ich Sie jetzt hier begrüßen darf. Ganz herzlich willkommen zum Funkkreis!

HR:
Ja, vielen Dank, dass ich auch dran teilnehmen darf.

BG:
Das ist uns ganz, ganz wichtig. Es ist ja ein ganz spezieller Fall. Wie häufig kommt sowas vor, dass eine PTBSPosttraumatische Belastungsstörung so spät dann erst vorgestellt wird? Und kann man das nach 20 Jahren noch behandeln?

HR:
Ja, also in unserer Erfahrung, in unserer Realität, ist es leider gar kein so seltener Fall, dass die PTBSPosttraumatische Belastungsstörung so spät erst vorgestellt wird. Ich würde nicht sagen, dass es die Regel ist, dass es 20 Jahre sind. Das ist schon seltener. Aber durchschnittlich haben wir so fünf bis zehn Jahre nach den auslösenden Ereignissen, und 20 Jahre sind aber eben auch keine Seltenheit. Gerade so die Einsätze im Kosovo, auch zuvor in Mazedonien, dann die vorbereitenden Dinge hier haben wir auch in diesem Jahr schon mehrfach gehabt.

BG:
Woran liegt das, dass die Menschen, die Betroffenen, dass die so spät zu ihnen kommen?

HR:
Meist mehrere Faktoren. Also, natürlich bringen Patienten, wenn sie zunächst Symptome haben, dies nicht immer direkt in Korrelation mit den Ereignissen bei der Bundeswehr. Viele Patienten, oder Soldaten, sagen wir erst mal vielleicht, da sind sie noch gar keine Patienten, sind ja nach den Auslandseinsätzen kompensiert, zum Beispiel darüber, dass sie im Austausch mit ihrer Einheit stehen. Sie richten ihr Leben oft auch um ihre Symptome herum ein. Und es funktioniert einfach. Und erst im weiteren Verlauf, zum Beispiel nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr oder wenn weitere soziale Stressoren hinzukommen, dekompensieren Systeme, die bis dahin ganz gut funktioniert haben. So kann man sich das vielleicht vorstellen. Und dann kommen die Patienten in Behandlung, häufig auch eher durch Dritte, dass Partner dann irgendwann sagen, jetzt funktioniert es gar nicht mehr, oder der wiederholte Arbeitsplatzverlust, manchmal auch durch Kameraden, ehemalige Reservisten, die einen dann nach Jahren wieder sehen und sagen: „Vielleicht lässt du dich doch mal vorstellen, bei der Bundeswehr gibt's neue Entwicklungen, auch ehemalige Soldaten zu behandeln.“ Das sind ganz häufige Zuweisungswege oder Zugangswege zu uns.

BG:
Was braucht es dafür, dass man als Therapeut, als Arzt, wirklich so eine PTBSPosttraumatische Belastungsstörung nach so langer Zeit erfolgreich behandeln kann?

HR:
Einen motivierten Patienten! Das tatsächlich, würde ich sagen, alles andere machen wir dann schon. Also, ein Patient, der zu uns kommt und der motiviert ist, etwas an seiner Lebenssituation und auch therapeutisch verändern zu wollen, ja, bringt alles mit, was wir brauchen.

BG:
Das ist sehr beruhigend, glaube ich für viele. Also man denkt sich ja, man muss irgendwelche Voraussetzungen erfüllen oder so, aber Sie sagen, wenn, der Wille zum Gesundwerden da ist ...

HR:
Das ist, glaube ich, tatsächlich das einzig Entscheidende. Ja, es gibt natürlich so ein paar nebenbei Dinge, die es einfacher machen würden. Das sind natürlich diese gesicherten sozialen Verhältnisse. Hier hat die Bundeswehr ja schon sehr viel in den letzten Jahrzehnten auch getan. Mit dem Einsatzweiterversorgungsgesetz zum Beispiel, dass es geklärt ist, wo kriegen die Leute demnächst ihre Brötchen her? Muss ich mir darum Gedanken machen, bin ich da abgesichert, wie funktioniert das Ganze? Und da gab es ja viele Entwicklungen in den letzten Jahrzehnten, die eigentlich jetzt wirklich nur noch einen Patienten brauchen, der sich behandeln lassen möchte.

BG:
Und wie läuft so eine Therapie dann ab?

HR:
Also, letztlich, klar am Anfang eine Diagnostik. Patient stellt sich erstmalig bei uns vor, meistens im ambulanten Rahmen. Das ist bei uns in Berlin auch möglich für ehemalige Soldaten, die wir hier im Rahmen so einer Sondersprechstunde auch ohne Kostenübernahme oder Verträge mit den zivilen Krankenkassen uns ansehen können. Ja, großer Pluspunkt, wo es auch relativ schnell Termine innerhalb von 4 bis 5 Wochen gibt. Dann planen wir die Patienten meist zu einem stationären Aufenthalt ein. Ja, in aller Regel so um die drei Wochen, würde ich mal round about schätzen, in der wir die Grundsteine legen. Hier stellen wir, falls noch nicht geschehen, die Anträge. Hier vermitteln wir erste Krankheitskonzepte. Wir besprechen mit ihnen Therapien, die insbesondere im Bereich Entspannung, sich selber wieder runter regulieren können, liegen. Wir kümmern uns darum, dass es eine ambulante Betreuung gibt, und sei das jetzt durch einen Psychiater oder Psychotherapeuten, so dass im Prinzip die Startbedingungen gesetzt sind. Und dann besprechen wir mit dem Patienten, wie die weitere, wenn notwendig, Traumatherapie laufen soll. Da gibt's prinzipiell zwei Möglichkeiten. Man kann sowohl stationär oder ambulant machen. Beides durchaus vergleichbare Ergebnisse, muss man sagen, und man orientiert sich da eher an dem Wunsch des Patienten. Also, wenn jemand zum Beispiel in seinem sozialen Umfeld verbleiben möchte, weil er kleine Kinder hat, ja dann natürlich was Ambulantes, oder auch einen Traumatherapeuten findet überhaupt natürlich ambulant, was meist auch eine sehr hohe Hürde ist, dann kann man das erst einmal machen. Ansonsten vermitteln wir dann stationäre Traumatherapien, gerne auch bei uns im Hause. Wir haben ja ein großes Angebot mittlerweile durch jahrelange Ausbildung von Traumatherapeuten und dann kommen die Patienten nach einem gewissen Zeitabstand dann zur Traumatherapie. Wir machen das meist in mehreren Slots, dass wir sagen, mal so sechs Wochen, vielleicht so ein Traumatherapie-Slot, und dann wieder eine Pause, und dann vielleicht nach sechs, neun, zwölf Monaten noch einmal, um weitere Ereignisse oder Beschwerden zu bearbeiten. Das ist so das Grundgerüst für die Traumatherapie. Und dann, da merken Sie schon, es gibt relativ viel, gibt es noch weitere Projekte, die auf die Angehörigen abzielen. Da gibt es dann Projekte, die auch mit dem ASEM (Arbeitsfeld Seelsorge für unter Einsatz- und Dienstfolgen leidende Menschen) von der evangelischen Kirche dann finanziert werden an den Wochenenden, wo also die Angehörigen mit eingeladen werden, um denen auch was über die Krankheit und über Umgang damit zu vermitteln. Es gibt ein paar Angebote auch, die auf die Paarbeziehung an sich abzielen. Wir bieten auch stationäre Gruppen für nicht ganz unwichtige Themen, wie zum Beispiel sogenannte moralische Verletzungen, an, die neben den eigentlich, sagen wir jetzt mal so klassisch traumatisierenden Faktoren, wenn es darum geht, so um Schuld Scham, Effekte aufgrund von eigenen Fehlhandlungen, Unterlassungen durch die Vorgesetzten und so etwas in der Richtung, die sich nicht ganz so gut bearbeiten lassen mit Traumakonfrontativen Konzepten, die dann in einem Gruppenrahmen mit anderen Betroffenen auch angegangen werden.

BG:
Und die ambulanten Zwischenstationen, die können bundesweit stattfinden, vorausgesetzt, dass da Traumatherapeuten dann auch vor Ort aufzufinden sind?

HR:
Genau. Wir vermitteln meist immer ein ambulantes Angebot. Ob das dann immer Traumaspezifisch ist, das hängt davon ab, ob man einen Traumatherapeuten findet, ansonsten aber auch so für diese ganzen Alltagsfunktionalitäten. Es bestehen ja darüber hinaus meist Ängste vor Menschengruppen oder Ähnliches, die zu Einschränkungen der Lebensqualität führen, dass die eben auch therapeutisch zusätzlich angegangen werden.

BG:
Kann man denn eine PTBSPosttraumatische Belastungsstörung wirklich komplett wegbehandeln oder wird das immer so ein bisschen mitlaufen? Also, lernt man quasi damit umzugehen, leben mit der Krankheit? Oder kriegt man es so in den Griff, dass gar keine Einschränkung mehr da ist?

HR:
Ja, also, die Frage ist ein ganzes Spektrum. Natürlich gibt es Patienten, die auch am Ende ohne wesentliche Einschränkungen in Alltagsfunktionen sind, die also an ihrem sozial gewünschten Leben, am Beruflichen und so weiter wieder teilnehmen. Natürlich werden dann bestimmte Ereignisse, bestimmte Erinnerungen, immer wieder auch Symptome, Gefühle und Ähnliches auslösen. Ja, das ist ja auch ganz normal, das geht auch gar nicht weg. Also, wenn traumatisierende Sachen erlebt worden sind, da können wir die ja nicht löschen und die werden immer auch was Negatives, weil sie eben auch gravierend schlimm oder wie auch immer die Bewertung da ist, auch so bewertet werden zukünftig und auch ein Gefühl auslösen. Kann man immer so vergleichen mit jemanden, wenn man einen nahen Angehörigen verloren hat, da wird einen das persönlich auch in zehn Jahren ja irgendwie immer noch berühren, wenn man vielleicht Bilder sich anschaut und wenn man das vergleicht. Das ist so das, was wir im Idealfall anstreben, im Rahmen einer Therapie. Ja, und dann gibt es natürlich das gesamte Spektrum von Patienten, die mit Restsymptomen, also in bestimmten Situationen, zum Beispiel weiterhin Einschränkungen haben werden, aber sie vielleicht entscheiden, dann auch an der Stelle die Therapie zu beenden, weil es für Sie passt. Ja, wenn wir sagen, okay.

BG:
Damit können die umgehen, die wissen, woher es kommt, die können es einordnen.

HR:
Vielleicht kann ich kein Theater langfristig mehr besuchen, aber vielleicht bin ich auch vorher nicht ins Theater gegangen. Also das ist so, dass man sagt: Ja, aber prinzipiell ist die PTBSPosttraumatische Belastungsstörung schon eine behandelbare Krankheit, die allerdings in hohem Maße natürlich auch Restsymptome aufweist.

BG:
Aber auf alle Fälle ist es natürlich wichtig, sich in Behandlung zu begeben, also diesen Schritt zu gehen und hier anzurufen oder auf der Hotline anzurufen, und einfach zu sagen: „Ich habe das und das Problem“, und dann ...

HR:
Ja, der wichtigste Schritt mehr Kontakt aufnehmen, und über die Hürde springen, sich bei der Psychiatrie zu melden. Ja.

BG:
Ganz herzlichen Dank. Ich hoffe, das motiviert ein paar Leute, die dieses Problem haben, wirklich anzurufen, sich Hilfe zu holen und vielen Dank, Herr Oberfeldarzt.

HR:
Sehr gerne. Vielen Dank!

BG:
Die Erfolgsgeschichte von Hauptmann Andreas wäre ohne seine Dienststelle natürlich undenkbar gewesen. Deshalb freue ich mich jetzt ganz besonders, mit Oberst Michael Schlechtweg sprechen zu können. Er ist der Chef des Stabes bei der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg, und dort hat unser Hauptmann seinen Dienstposten. Erstmal ganz herzlich willkommen zum Funkkreis, Danke, dass Sie die Zeit für uns haben. Und ja, gleich meine allererste Frage: Haben Sie denn schon öfter PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Kranke beschäftigt?

MS:
Ja, an der Führungsakademie haben wir seit 2012 Betroffene von PTBSPosttraumatische Belastungsstörung, und wir blicken damit auf eine relativ lange Erfahrung zurück. Wir können ein sehr gutes Umfeld bieten für die Kameraden, sowohl dienstlicherseits, können sie also einbinden, in die Verantwortung bringen, an Strukturen wieder heranführen. Und wir haben natürlich auch ein großes Unterstützungsnetzwerk an der Führungsakademie. Sei es die Truppenpsychologie, auf der anderen Seite die Militärseelsorger, und ganz wichtig, wir haben als Ansprechpartner für unsere Einsatzversehrten einen hauptamtlichen Lotsen, der sich ausschließlich um diese Kameraden kümmert.

BG:
Wie viele Kameraden haben Sie denn aktuell an der Führungsakademie?

MS:
Wir haben aktuell sieben Einsatzversehrte an der Führungsakademie. Und man kann grundsätzlich sagen: Kein Fall ist wie ein anderer. Je nach erlittener Belastungsstörung muss man mit den Kameraden auch ganz unterschiedlich umgehen. Teilweise geht es darum, sie in normale Arbeitsabläufe, Strukturen zurückzuführen, ihnen also durch den täglichen Dienst Halt zu geben, 7:30 Dienstbeginn, 16:30 Dienstende. Teilweise geht es darum, sie wieder an die Uniform zu gewöhnen. Teilweise geht es darum, sie daran zu gewöhnen, wieder die Fähigkeit zu haben, mit mehreren Menschen in einem Raum zu sein. Teilweise geht es darum, sofern es denn bekannt ist, Trigger zu vermeiden. Das ist also ganz, ganz unterschiedlich und auch die Fortschritte gehen ganz unterschiedlich voran.

BG:
Wie lief das denn bei unserem Hauptmann? Was war da so aus Ihrer Sicht die größte Herausforderung?

MS:
Besonders erschreckend war, dass er auf der Zeitachse sein Augenlicht nahezu in Gänze verloren hat. Und wir haben über Lotsen, Psychosoziales Netzwerk und alles, was uns zur Verfügung stand, ihn bei uns aufgenommen, in einer Abteilung eine Aufgabe gegeben. Wir haben ihn mit spezieller ITInformationstechnik ausgestattet, weil, Sie können sich vorstellen, wenn Sie in einem Stab arbeiten, und Sie haben nur ein Prozent Sehkraft, dann brauchen Sie natürlich bestimmte Hilfen. Man muss immer individuell gucken, was ist für ihn am besten? Wie kann ich ihm am besten gerecht werden? Wie kann ich auf seine jeweilige Schädigung Rücksicht nehmen? Und letztlich, wie kann er natürlich auch dem System am geeignetsten dienen?

BG:
Und das scheint ja ganz gut zu klappen, auch mit dem Hauptmann Andreas. Der scheint sich sehr, sehr wohlzufühlen bei Ihnen. Und ich verstehe das auch bei der großen Unterstützung, die er dort erfährt. Ganz herzlichen Dank für Ihre Zeit, Herr Oberst.

MS:
Immer gerne.

BG:
Die Führungsakademie der Bundeswehr ist ja tatsächlich ein Paradebeispiel dafür, wie Einsatzgeschädigte zurückfinden können ins Erwerbsleben. Und um diesen ganzen Prozess in Gang zu setzen, hat die Bundeswehr ein spezielles Referat geschaffen, und zwar die Zentrale Ansprech-, Leit- und Koordinierungsstelle für Menschen, die unter Einsatzfolgen leiden, kurz ZALKZentralen Ansprech-, Leit- und Koordinierungsstelle für Menschen, die unter Einsatzfolgen leiden. Und ich bin jetzt verbunden mit der Referatsleiterin der ZALKZentralen Ansprech-, Leit- und Koordinierungsstelle für Menschen, die unter Einsatzfolgen leiden, der leitenden Regierungsdirektorin Dr. Stephanie Hohnschild. Erstmal herzlich willkommen beim Funkkreis und vielen Dank für Ihre Zeit!

SH:
Guten Tag, Frau Gantenbein.
 
BG:
Frau Hohnschild, in welchen Fällen stellt die Bundeswehr denn PTBSPosttraumatische Belastungsstörung-Erkrankte überhaupt wieder ein? 
 
SH:
Für die Wiedereinstellung nach dem Einsatzweiterverwendungsgesetz ist Voraussetzung, dass ein Einsatzunfall vorliegt. Das heißt also, eine nicht nur geringfügige gesundheitliche Schädigung, die durch einen Auslandseinsatz verursacht wurde. Die Feststellung eines solchen Einsatzunfalls beruht grundsätzlich auf den Ergebnissen des Wehrdienstbeschädigungsverfahrens. In diesem wird der kausale Zusammenhang zwischen der Gesundheitsstörung und dem Wehrdienst geprüft. Da das manchmal geraume Zeit in Anspruch nehmen kann, gibt es auch eine beschleunigte Möglichkeit durch die Einsatzunfallverordnung. Hat der Antragsteller an einer bewaffneten Auseinandersetzung teilgenommen oder war von einer solchen betroffen oder liegt eine vergleichbare Belastung vor? Und dann benötigt man noch die Diagnose einer einsatzbedingten psychischen Störung durch einen Facharzt der Bundeswehr für Psychiatrie und Psychotherapie.

BG:
Und wenn ich da mal kurz einhaken darf: Diese Diagnose, die kann zum Beispiel ein Arzt in einem Bundeswehrkrankenhaus stellen. Das heißt, die Betroffenen könnten sich beim BWK melden und sagen: „Ich habe das und das Problem“, und dann dort vorstellig werden und die Diagnose einholen. Richtig?

SH:
Grundsätzlich ja. In der Regel ist es so, dass die Betroffenen einen Antrag hier bei uns, bei der ZALKZentralen Ansprech-, Leit- und Koordinierungsstelle für Menschen, die unter Einsatzfolgen leiden, stellen und von hier aus dann dieser Termin vermittelt wird.

BG:
Aha, okay, super!

SH:
So dass die Betroffenen sich selbst gar nicht eigenständig darum kümmern müssen.

BG:
Wunderbar.

SH:
Und eben gerade für die bereits ausgeschiedenen Bundeswehrangehörigen führt das in vielen Fällen zu einer beschleunigten Wiedereinstellung in ein sogenanntes Wehrdienstverhältnis besonderer Art.

BG:
Und wie unterstützt die Bundeswehr dann, wenn die Leute wieder da sind, die Wiedereingliederung?

SH:
Ja, die Wiedereingliederung erfolgt quasi im Rahmen einer Schutzzeit, die sieht das Gesetz vor. Das heißt, das ist eine Zeit, in der die Betroffenen umfassende medizinische Leistungen zur Behandlung der einsatzbedingten gesundheitlichen Schädigung erhalten, und falls erforderlich, auch Leistungen zur beruflichen Qualifizierung.

BG:
Und das Ziel ist immer, egal in welcher Variante das jetzt passiert, dass die Leute nachher wieder ganz normal am Berufsleben teilnehmen können. Richtig?

SH:
Richtig. Das ist das primäre Ziel des Einsatzweiterverwendungsgesetzes: die Wiederherstellung der Dienst- beziehungsweise Arbeitsfähigkeit von Einsatzgeschädigten. Dafür gibt es eben verschiedene Möglichkeiten. Diese Wiederherstellung der Arbeits- oder Dienstfähigkeit kann eben darin bestehen, dass die bisherige Tätigkeit wieder aufgenommen wird oder eine dauerhafte Weiterverwendung im Geschäftsbereich des Verteidigungsministeriums erfolgt oder eine sonstige Eingliederung in das Arbeitsleben.

BG:
Gilt denn das Einsatzweiterverwendungsgesetz generell für alle Einsatzgeschädigten?

SH:
Ja, das ist unabhängig davon, ob man jetzt eine psychische oder eine physische Gesundheitsschädigung erlitten hat.

BG:
Also, bei uns, in unserem Fall es ja beides, im Prinzip also eine PTBSPosttraumatische Belastungsstörung und die darauf folgende Erblindung. Das heißt aber auch, wenn jetzt zum Beispiel ein ehemaliger Soldat, eine ehemalige Soldatin uns zuhört mit körperlichen Einschränkungen, die- oder derjenige könnte dann auch die ZALKZentralen Ansprech-, Leit- und Koordinierungsstelle für Menschen, die unter Einsatzfolgen leiden anrufen und sich beraten lassen?

SH:
Auf jeden Fall! Bei dieser Wiedereinstellung in ein Wehrdienstverhältnis besonderer Art werden zwar grundsätzlich die Anforderungen gestellt, wie sie auch nach dem Soldatengesetz für die normale Einstellung in ein Wehrdienstverhältnis vorliegen müssen, mit Ausnahme aber eben der körperlichen Eignung. Hier werden natürlich Abstriche gemacht im Hinblick auf die Einsatzschädigung.

BG:
Wunderbar. Großartig. Dann bedanke ich mich ganz herzlich bei Ihnen. Ich glaube, das wird bestimmt einigen Hörerinnen und Hörern weiterhelfen. Abschließend noch eine Frage: Gilt eigentlich auch der Beratungsanspruch oder die Möglichkeit, Beratung in Anspruch zu nehmen, auch für Angehörige? Also, wenn jemand jetzt zuhört und sagt, das trifft auf meinen Mann, meine Frau, zu: Können die sich auch bei Ihnen beraten lassen?

SH:
Sie können sich gerne an uns wenden. Wir würden in diesen Fällen dann an den zuständigen Sozialdienst der Bundeswehr, der regional übers ganze Bundesgebiet verteilt ist, weitervermitteln.

BG:
Ganz herzlichen Dank, Frau Dr. Hohnschild!

SH:
Ich danke Ihnen.

BG:
Und wenn Sie, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer, betroffen sein sollten oder Betroffene kennen, dann ist hier jetzt die Telefonnummer vom Servicetelefon der Ansprechstelle. Und zwar ist das die 02241-153368. Wenn Sie da anrufen, sind Sie verbunden mit der ZALKZentralen Ansprech-, Leit- und Koordinierungsstelle für Menschen, die unter Einsatzfolgen leiden, und dort kann man Ihnen dann ganz bestimmt weiterhelfen. Ich verabschiede mich für heute. Machen Sie es gut. Tschüss.