Transkription Funkkreis – Podcast der Bundeswehr #81

Transkription Funkkreis – Podcast der Bundeswehr #81

Datum:
Lesedauer:
16 MIN

Funkkreis #: Karriere bei  der Bundeswehr

Sprecher: Lt David Lührssen, OTL Stefan Werner, Redakteurin Barbara Gantenbein

„Delta to all, Radiocheck, over“

„Hier ist Bravo, kommen.“

„This is Tango, over“

Funkkreis, Podcast der Bundeswehr.

Barbara Gantenbein: Freiwillig Wehrdienstleistende, Soldat auf Zeit, Berufssoldat, Reservist – also, wer nicht bei der Bundeswehr ist, der weiß oft gar nicht, wo da genau die Unterschiede sind. Und wer bei der Bundeswehr ist, der weiß manchmal nicht so ganz genau, ob und wie man zwischen diesen Laufbahnen überhaupt wechseln kann. Genau das wollen wir mit diesem Podcast ändern.    Ich bin Barbara Gantenbein von der Redaktion der Bundeswehr und am Telefon habe ich jetzt Leutnant David Lührssen. Er gehört zum Karrierecenter Bad Segeberg und er kennt sich entsprechend gut mit all diesen militärischen Laufbahnen aus. Guten Tag, Herr Lührssen.

David Lührssen: Guten Tag, Hallo!

BG: Schön, dass Sie da sind und dass Sie uns jetzt erklären wollen, was denn alles möglich ist bei der Bundeswehr. Fangen wir doch mal beim, wirklich beim Anfang an: Welche Laufbahnen gibt’s denn überhaupt alles bei der Bundeswehr?

DLDienstleistungen und Recht: Ja, die Bundeswehr hat natürlich als attraktiver Arbeitgeber eine Vielzahl an Laufbahnmöglichkeiten. Da kann man sagen, da ist für Jede oder Jeden was dabei. Da hätten wir zum Beispiel den Freiwillig Wehrdienstleistenden oder zum Beispiel den Soldaten auf Zeit und da auch in den verschiedenen Laufbahnen: Der Mannschaftslaufbahn, der Unteroffizierslaufbahn, der Feldwebellaufbahn oder der Offizierslaufbahn. Und zu dem Soldaten auf Zeit gibt’s dann noch die Laufbahn des Berufssoldaten, das ist dann möglich ab dem Unteroffizier aufwärts über den Feldwebel bis hin zum Offizier. Und ganz neu, seit April 2021, haben wir auch die Laufbahn des Freiwilligen Wehrdienstes im Heimatschutz.

BG: Und was unterscheidet denn diese Laufbahnen so grundsätzlich? Also, klar, Freiwillig Wehrdienstleistender: Wie lange können die maximal dabeibleiben? Wie sieht das aus mit Soldaten auf Zeit, also, ab wann kann man Soldat auf Zeit werden? Und wie kann man dann, wenn man das möchte, Berufssoldat werden?

DLDienstleistungen und Recht: Ja, da haben Sie schon ganz viele Möglichkeiten angesprochen. Also, grundlegend unterscheiden die Laufbahnen sich in der Verpflichtungszeit. Der Freiwillig Wehrdienstleistende kann zum Beispiel zwischen sieben bis 23 Monaten seine Dienstzeit ableisten. Der Soldat auf Zeit ist dann ab zwei Jahre aufwärts bis maximal 25 Jahre Dienstzeit. Da dran sieht man auch, dass das eigentlich ein Zeitarbeitsvertrag ist bei der Bundeswehr. Und der Berufssoldat ist dann bis zum Eintritt in den Ruhestand bei der Bundeswehr. Das ist eine große Unterscheidung der Laufbahn. Natürlich unterscheiden sich die Laufbahnen auch in der Tätigkeit. Der Freiwillig Wehrdienstleistende ist der Spezialist bei der Bundeswehr, der wird für eine Tätigkeit ganz speziell ausgebildet. Das kann zum Beispiel der Stabsdienst bei uns sein, oder als Kraftfahrer zum Beispiel. Der Soldat auf Zeit in der Unteroffizierslaufbahn zum Beispiel kann dann auch eine Berufsausbildung absolvieren bei der Bundeswehr. Das macht der Feldwebel dann zum Beispiel auch auf Meisterebene. Und hier sieht man auch, dass die Qualifikationsvoraussetzungen unterschiedlich sind bei den Laufbahnen, je nachdem, was man gerne machen möchte. Ich sag mal, grundlegend reicht der Schulabschluss der Vollschulzeitpflicht bis hin zum Abitur für den Offizier, der dann auch studieren kann.

BG: Können denn auch die Leute, die schon studiert haben, noch zur Bundeswehr kommen?

DLDienstleistungen und Recht: Ja, das ist grundlegend gar kein Problem, und das ist auch sehr, sehr gefragt. Das nennen wir dann den Seiteneinstieg bei der Bundeswehr, dass man dann in seinem Themengebiet des Studiums dann annähernd bei der Bundeswehr auch eingesetzt wird, dann in der Offizierlaufbahn.

BG: Und wie kann man denn nun Berufssoldat werden?

DLDienstleistungen und Recht: Ja, Berufssoldat ist ein Antragsdelikt bei der Bundeswehr, wie so vieles. Natürlich ist es nicht direkt möglich, Berufssoldat zu werden, man hat aber auch andere Möglichkeiten, zum Beispielder Freiwillig Wehrdienstleistende, wenn der entscheidet, die Bundeswehr ist ein attraktiver Arbeitgeber für ihn, dann kann er zum Beispiel seinen Freiwilligen Wehrdienst auch verlängern bis maximal 23 Monate. Oder er kann zum Beispiel dann auch in die Laufbahn des Soldaten auf Zeit wechseln. Und während er dann zum Beispiel in der Unteroffizierslaufbahn oder Feldwebellaufbahn anfängt, dann zum Beispiel auch später einen Antrag auf den Berufssoldaten zu stellen.

BG: Jetzt gibt’s ja auch teilweise Freiwillig Wehrdienstleistende, die sagen: Das gefällt mir so gut. Die haben ursprünglich gedacht, naja, ich mach das als Überbrückung zwischen Abitur und Studienplatz, und dann stellen die fest, nee, es gefällt mir eigentlich so gut, ich würde gerne ganz kommen. Wie können die sich denn dann, wenn die Offizier werden wollen, bewerben?

DLDienstleistungen und Recht: Genau. Das ist in der Regel gar kein Problem. Dazu geht man dann zu seinem Personalfeldwebel, Personalunteroffizier oder Spieß, je nachdem, wie das in der Einheit bei denen gegliedert ist, äußert seinen Wunsch, dass man gerne in die Offizierlaufbahn wechseln möchte. Hier ist aber zu berücksichtigen, dass wir eine Bewerbungsfrist haben, die immer auf den März eines Jahres läuft, damit man dann im selben Jahr auch für die Offizierlaufbahn ausgewählt wird und dann mit dem Studium anfängt. Ist auch ein Antragsverfahren bei der Bundeswehr.

BG: Und wenn jetzt jemand erstmal quasi in der Unteroffizierslaufbahn angefangen hat, zum Beispiel eben als Soldat auf Zeit, hat der eine Chance, auch aufzusteigen in die Offizierlaufbahn? Kann der da wechseln? Wie funktioniert sowas?

DLDienstleistungen und Recht: Genau. Also, die Laufbahnen bei der Bundeswehr sind in der Regel durchläufig, also vom Freiwillig Wehrdienstleistenden, haben wir gerade schon gesagt, bis zum Offizier ist das möglich. Das kann natürlich auch der Unteroffizier machen, der dann in die Feldwebellaufbahn aufsteigt oder dann in die Offizierlaufbahn aufsteigt. Und hier ist es auch seit 2021 diesen Jahres möglich, dass Unteroffiziere auch Berufssoldaten werden können.

BG: Okay. Jetzt gibt’s ja diese sogenannten Auswahlkonferenzen. Müssen diese wechselfreudigen Soldatinnen und Soldaten alle ausgewählt werden in der Auswahlkonferenz, oder gibt’s da Unterschiede? (lacht)

DLDienstleistungen und Recht: Da gibt’s auch einige Unterschiede. Ich sage mal, der Soldat auf Zeit, der seine Dienstzeit verlängern möchte, in derselben Laufbahn, braucht sich keinem Auswahlverfahren stellen. Wenn man aber dahingegen Berufssoldat werden möchte, oder zum Beispiel Offizier des militärfachlichen Diensts werden möchte, dann würde man sich im Bundesamt diesem Auswahlverfahren stellen.

BG: Vielen Dank, Herr Lührssen, das waren jetzt schon mal eine Riesenmenge an Informationen, und wie das mit dem Laufbahnwechsel jetzt ganz genau funktioniert, das erklärt uns jetzt der Mann, der für die Auswahlkonferenzen zuständig ist. Der erklärt uns übrigens auch gleich, was eine Auswahlkonferenz ist. Das ist Oberstleutnant Stefan Werner vom Bundesamt für das Personalmanagement. Guten Tag, Herr Oberstleutnant.

Stefan Werner: Schönen guten Tag.

BG: Prima, dass Sie Zeit für uns haben! Herr Werner, was ist denn eine Auswahlkonferenz und wofür ist die gut?

SW: Dazu darf ich vielleicht zunächst unsere dienstliche Anordnung für die Auswahlkonferenz des Jahres 2021 zitieren als Einstieg: Das Bundesamt für Personalmanagement, also die Abteilung 4, das ist meine Abteilung, führt diese Auswahlkonferenz zur Übernahme zum Berufssoldaten durch, um den Bedarf der Bundeswehr an Berufssoldaten nach einer Bestenauslesung im Bereich Eignung, Befähigung und Leistung bei größtmöglicher Chancengleichheit zu decken. Es gilt also, den Bedarf in den jeweiligen Organisationsbereichen, also den, wenn man so möchte, den Abteilungen der Bundeswehr, zu decken, um einsatzbereite Kräfte für unsere Aufgaben und Herausforderungen bereitstellen zu können. Und da haben wir im Fokus die laufenden und kommenden Einsatzverpflichtungen. Wir suchen, wie der freie Arbeitsmarkt auch, dazu das am besten geeignete Personal. Das ist im Wesentlichen, wofür so eine Auswahlkonferenz dient.

BG: HmHm.

SW: Ich hab da mal so ein bisschen gedacht an Konferenzablauf, wie wir das im Moment an der Übernahmekonferenz für die Feldwebel machen, also so ein Beispiel, wie der Ablauf ist?

BG: Ja, gern.

SW: Wir beginnen mit dem Aufruf zur Teilnahme, ist in der Regel über das Intranet der Bundeswehr. Teilnahmeberechtigt sind Soldaten und Soldatinnen, die zwei abgeschlossene Beurteilungen als Feldwebel haben, und die noch eine Dienstzeit haben, die also über das Ende der jeweiligen Konferenz hinausgeht. Die können die Teilnahme also beantragen. Beurteilende Vorgesetzte können darüber hinaus aber auch Personen, Soldatinnen und Soldaten, vorschlagen, wenn sie von den Leistungen dieser Personen überzeugt sind. Wenn dann die Anträge oder diese Vorschläge bei uns eingegangen sind, dann machen wir auf dieser Grundlage eine erste Berechnung eines sogenannten Punktsummenwertes. Der generiert sich aus den Beurteilungen, also aus dem Leistungsbild, und den Entwicklungsprognosen, und aus der erreichten Punktzahl der zentral durchgeführten Potentialfeststellung. Es ist so eine Art Assessment Center, die durchgeführt wird. Dadurch ergibt sich eine erste Sortierung, eine punktuelle Sortierung, und das ist dann so ein Einstieg und Abholpunkt für den Beginn der Konferenz. In der Auswahlkonferenz selber prüfen wir dann, ob die Vorgaben der Truppe, also des Bedarfsträgers, erfüllt wurden. Das sind im Wesentlichen, ich hatte es bereits angesprochen, ein überdurchschnittliches Leistungsbild, was sich aus den Beurteilungen generiert, die Empfehlung zur Übernahme zum Berufssoldaten durch die jeweiligen Vorgesetzten, die Bewährung im Einsatz, oder – wo diese Bewährung fehlt, weil sie einfach noch nicht durchgeführt werden konnte – eine Attestierung des jeweiligen Vorgesetzten, dass sich der Kamerad oder die Kameradin dort auch bewähren wird, und die Bereitschaft zur Mobilität. Und die bei uns im Haus tätigen Personalführer, die werten dann die Beurteilung dieser Antragstellenden aus, bringen davon relevante Punkte in den jeweils zu betrachtenden Werdegang mit ein, das heißt also, wir gucken uns nicht nur die Punktsummenwerte an, also nackte Zahlen, sondern wir machen da eine ganzheitliche Betrachtung und bringen wirklich jeden einzelnen Punkt der Männer und Frauen zur Thematik.

BG: Das klingt unglaublich kompliziert. Wie viele Anträge haben Sie denn da auf dem Tisch normalerweise?

SW: Also wir haben, für dieses Jahr haben wir circa 9.500 Anträge.

BG: Wow!

SW: Und wir haben 3.200 Übernahmemöglichkeiten bei circa 200 Werdegängen, die wir da im Moment betrachten.

BG: Das heißt, es können im Prinzip jeder oder jede Dritte tatsächlich dann auch Berufssoldat werden. Aktuell, in diesem Jahr.

SW: Genau, genau, das stimmt. Also, wie gesagt, circa 3.200 Übernahmemöglichkeiten und 9.500 Antragsteller und Antragstellerinnen.

BG: Ist das immer so? Oder gibt’s auch Jahre, wo mehr Leute die Chance haben, Berufssoldat zu werden, oder wo, haben Sie auch Jahre schon gehabt, wo es noch mehr Bewerber gab?

SW: Also, dieses Jahr haben wir einen Sonderfall, da im letzten Jahr ja die Auswahlkonferenz für die Übernahme zum Berufssoldaten ausgefallen ist. Das heißt, wir haben schon eine sehr hohe Quote, also eine doppelte Quote, mit der wir den Ausfall des letzten Jahres abdecken. In der Regel haben wir um die 7.000 Antragstellende, das hat sich dieses Jahr, wie angesprochen, durch die, durch den Ausfall der letzten Konferenz, erhöht.

BG: Ja. Und nehmen Sie die sich Bewerbenden selbst in Augenschein?

SW: Nein, eine persönliche Vorstellung bei uns ist nicht angedacht. Wir stützen uns ab auf die Beurteilungen, die der jeweilige Disziplinarvorgesetzte erstellt. In Einzelfällen wird bei Rückfragen noch mal mit dem Disziplinarvorgesetzten gesprochen. Aber eine augenscheinliche Betrachtung ist hier bei uns so nicht vorgesehen. Das wird maximal im Zug der eben angesprochenen Potenzialfeststellung, also des Assessment Centers, gemacht, wo dann die Kameraden und Kameradinnen im Einzelnen betrachtet werden.

BG: Ah, okay! Und was genau muss ich mir unter 200 Werdegängen vorstellen? Da bin ich jetzt als Zivilangestellte gerade etwas ratlos. (lacht)

SW: Ja, Werdegang, das ist so ein bisschen das Berufsbild innerhalb der Bundeswehr. Also, wenn man so möchte: Hubschraubermechaniker oder Medizintechniker. Das wäre ein Werdegang.

BG: Ah, okay, jetzt hab ich’s verstanden, prima. Und wie sieht’s denn aus mit der Pandemie? Wirkt sich das jetzt in diesem Jahr auch irgendwie aus auf die Auswahlkonferenz? Müssen Sie da irgendwas anders machen als sonst, nachdem das ja letztes Jahr pandemiebedingt – wie Sie eben sagten – nicht stattfinden konnte?

SW: Ja, also aufgrund der Erfahrungen vom letzten Jahr haben wir durch Einzelbelegung von Büros und vermehrter Nutzung von ITInformationstechnik-Ausstattung die Möglichkeit, mit so ziemlich 90 Prozent unserer Arbeitskräfte den Betrieb der Konferenz im Vorfeld sicherzustellen. Der wesentliche Punkt dabei ist, dass wir ein Hygienekonzept erstellt haben, was die verschärfte Sicherstellung des Infektionsschutzes vorsieht. Dabei gehen wir noch über die von der ÖRA, also dem, wenn man so möchte, dem Gesundheitsamt der Bundeswehr, vorgegebenen Regelungen hinaus.

BG: Wie lange dauert denn so eine Auswahlkonferenz?

SW: Das kommt auch auf den Werdegang an. Also, wir haben ja kleine Werdegänge oder Kleinstwerdegänge, wo wir vielleicht nur circa zehn Antragsteller haben. Wir haben aber auch Werdegänge, in denen wir circa 300 Antragsteller und Antragstellerinnen betrachten müssen. Das geht von einer Stunde pro Werdegang oder auch schon mal einen ganzen Vormittag, das heißt also, drei oder vier Stunden, die das dauern kann.

BG: Okay. Das heißt, es gibt bestimmte Berufsbilder, sag ich jetzt mal, die so spezielle Anforderungen stellen, dass es ohnehin nur eine ganz begrenzte Anzahl von Bewerbern oder Bewerberinnen gibt.

SW: Ja, genau. Ich hatte eben die Hubschraubermechaniker angesprochen, und das ist ein sehr technischer, sehr spezifischer Bereich, da gibt es wirklich nur eine geringe Anzahl Spezialisten, die dann auch übernommen werden können. Und wir haben dann breitere Bilder im medizinischen Bereich zum Beispiel, wo wir wirklich dann auch viele Übernahmemöglichkeiten haben.

BG: Herr Oberstleutnant, recht herzlichen Dank, das war sehr spannend, und ich denke, jetzt wissen auch mehr Leute in der Bundeswehr, was denn da eigentlich passiert. Also, für mich war das gerade ganz neu.

SW: ja, wunderbar, sehr gerne.

BG: Danke Ihnen! Jemand, der so einen Laufbahnwechsel gemacht hat, das ist Leutnant Lührssen. Der ist uns jetzt wieder zugeschaltet. Herr Lührssen, wie war das denn bei Ihnen ganz genau mit dem Laufbahnwechsel?

DLDienstleistungen und Recht: Ja, das ist ein gutes Beispiel, denn ich habe mich vielen Herausforderungen gestellt: Damals als Grundwehrdienstleistender noch bei der Bundeswehr eingestiegen, 2008, habe dann einen Laufbahnwechsel gemacht in d en Freiwillig Wehrdienstleistenden, und habe dann festgestellt, dass die Bundeswehr ein sehr, sehr attraktiver Arbeitgeber für mich ist, hab dann entschieden, eine Berufsausbildung bei der Bundeswehr zu machen. Hab dann wieder einen Antrag gestellt für die Feldwebellaufbahn, hab dann meine Berufsausbildung zum Bürokaufmann gemacht, während meiner Dienstzeit als Feldwebel dann auch die Meisterweiterbildung zum Personalfachkaufmann. Und schlussendlich habe ich mich 2016 dann dem Auswahlverfahren für den Offizier des militärfachlichen Dienstes gestellt, wurde dann ausgewählt in dieser Auswahlkonferenz und wurde dann mit der Laufbahn und der Ernennung zum Leutnant auch Berufssoldat.

BG: Jetzt erklären Sie mir doch bitte nochmal kurz diesen Unterschied zwischen Fachdiener und Truppendiener.

DLDienstleistungen und Recht: Ja, der Fachdiener, wie wir aus meiner Laufbahnkarriere gesehen haben, der ist gewachsen aus der Truppe, nenn ich’s mal so, der hat eine Berufsausbildung, der hat einen Meistertitel und fängt dann als Fachdienstoffizier in seinem Fachbereich an. Ich zum Beispiel bin ja Karriereberatungsoffizier und Personaloffizier, und das habe ich vorher als Feldwebel auch gemacht. Bei dem Truppenoffizier ist das etwas anders. Das ist verbunden mit einem vorhergehenden Studium, entweder hat man das zivil schon gemacht, oder man hat es bei der Bundeswehr an eienr der beiden Bundeswehr-Universitäten gemacht und wird dann als Truppenoffizier ausgebildet, um dann später zum Beispiel als Kompaniechef eine Truppe zu führen.

BG: Hmhm, und Sie sind jetzt Berufssoldat, das heißt, Sie bleiben quasi bis zu Ihrem Berufsende bei der Bundeswehr.

DLDienstleistungen und Recht: Ja, genau, und da bin ich auch sehr, sehr dankbar drüber, dass ich bis zum Eintritt in den Ruhestand dann bei der Bundeswehr meinen Dienst leisten darf.

BG: Ja, schön. Jetzt haben wir ja noch eine Gruppe von Leuten, die wir noch gar nicht angesprochen haben, und zwar die Reservedienstleistenden. Wie ist das denn mit denen? Also: Wer kann überhaupt Reservedienst leisten? Und können die dann zum Beispiel auch zurückkommen als Soldat auf Zeit oder sogar als Berufssoldat sich bewerben? Wie funktioniert das bei denen?

DLDienstleistungen und Recht: Ja, da sprechen sie ein ganz wichtiges Thema an, denn die Reservisten unterstützen uns natürlich im täglichen Dienstbetrieb. Und Reservist ist grundlegend jeder Soldat, der bei der Bundeswehr seine Dienstzeit beendet hat, geht automatisch in den Status des Reservisten, der Reservistin. Und bei denen ist es so, die können natürlich auch wieder bei der Bundeswehr anfangen, zum Beispiel über den Seiteneinstieg, wie wir zuvor schon gesprochen haben. Also mit ihrer Qualifikation, die sie entweder bei der Bundeswehr erlangt haben oder im zivilen Bereich, können sie dann in einer der Laufbahnen Soldat auf Zeit oder vielleicht sogar auch direkt als Berufssoldat, und da gibt es die Laufbahn der Berufsfeldwebelanwärter zum Beispiel, eine sehr erlesene Auswahl in der Bundeswehr, und die können dann auch als Wiedereinsteller zum Beispiel bei der Bundeswehr dann anfangen.

BG: Und ich nehme an, das gilt auch für die Leute, die jetzt Heimatschutz machen, diese neue Möglichkeit wahrnehmen?

DLDienstleistungen und Recht: Ja, genau, da haben Sie auch recht. Also, der Freiwillig Wehrdienstleistende im Heimatschutz leistet grundlegend sieben Monate als aktiver Soldat Wehrdienst und geht dann in den Status des Reservedienstleistenden über und entscheidet sich dazu, innerhalb von sechs Jahren mindestens fünf Monate den Wehrdienst zu leisten. Und wenn er dann feststellt, worüber wir uns sogar freuen würden, dass er gerne in den aktiven Dienst starten möchte, kann er natürlich jederzeit auch wieder einen Antrag stellen, um dann als Wiedereinsteller bei der Bundeswehr anzufangen.

BG: Ja, prima. Letzte Frage: Wenn jetzt jemand zugehört hat und gerne zur Bundeswehr möchte, aber jetzt noch gar nicht weiß, was für ihn oder für sie in Frage kommt, was raten Sie?

DLDienstleistungen und Recht: Grundlegend würde ich ihm raten, oder sie, erstmal raten, sich zu informieren. Da haben wir sehr schöne Plattformen, zum Beispiel Instagram. Da kann man auf Bundeswehr, da haben wir viele Informationen und spannende Einblicke erfahren. Des Weiteren haben wir natürlich auch noch unsere Seite bundeswehr-karriere.de, wo wir schon viele, viele Jobporträts eingestellt haben, hier zum Beispiel die Offizierlaufbahn, die Laufbahn der Feldwebel, der Unteroffiziere, aber auch unsere neue Laufbahn, der Freiwillige Wehrdienst im Heimatschutz. Und über diese Bundeswehr-Karriereseite kann man dann zum Beispiel einen Beratungstermin vereinbaren in einem der über 100 Karriereberatungsbüros bundesweit, so dass man dort eine telefonische adäquate Beratung erfährt. Aktuell bieten wir zum Beispiel auch ganz neu die Videoberatung an, wo man dann mit einem Karriereberater über seine Qualifikationen, über die beruflichen Voraussetzungen, aber auch natürlich über die Vielzahl der Karrieremöglichkeiten in der Bundeswehr spricht, so dass man dann auch die Anträge stellen kann für die verschiedenen Laufbahnen, die man dann gerne einschlagen möchte.

BG: Und ich denke mal, wenn jemand – also gerade sehr junge Menschen – noch gar nicht genau weiß, ob das was für sie oder für ihn ist, ist es wahrscheinlich ganz schlau, erstmal als Freiwillig Wehrdienstleistender zur Bundeswehr zu gehen, zu gucken: Passt das zusammen? Und sich dann zu entscheiden, und es gibt ja sogar diese Möglichkeiten, ein Truppenpraktikum zu machen. Das ist ja auch mal eine ganz gute Sache, dann hat man zumindest schon mal einen Einblick und kriegt so ein Gefühl dafür, passt das zu mir? Pass ich dazu? Also, das ist bestimmt auch ein Weg, den man einschlagen kann, oder?

DLDienstleistungen und Recht: Das kann ich grundlegend Jedem raten. Ich hab’s selber so durchlebt und für mich war es die beste Erfahrung, die ich machen konnte. Ich musste mich am Anfang nicht direkt für eine lange Verpflichtungszeit verpflichten.

BG: Genau.

DLDienstleistungen und Recht: Und konnte erstmal schauen: Ist die Bundeswehr denn für mich der Arbeitgeber? Was ich aber sehr, sehr schnell festgestellt habe, und dann ja auch über meinen Werdegang dann jetzt bis zum Berufssoldaten durchlaufen bin. Das kann ich jedem raten, als Freiwillig Wehrdienstleistender, Freiwillig Wehrdienstleistende, bei der Bundeswehr anzufangen, um dann zu schauen, ob die Bundeswehr denn was für einen ist.

BG: Prima. Ganz herzlichen Dank, Herr Lührssen.

DLDienstleistungen und Recht: Sehr, sehr gerne, vielen Dank.

BG: Ich glaube, wer jetzt noch Fragen hat, der ist bei Ihnen und Ihren Kameraden am besten aufgehoben. Das war unser kleiner Service zum Thema militärische Laufbahnen und Karrierechancen bei der Bundeswehr. Den nächsten Podcast gibt’s wie gewohnt in einer Woche. Ich melde mich ab aus dem Funkkreis. Machen Sie’s gut, Tschüss.