Einblick in den Bürgerdialog der Bundeswehr

Einblick in den Bürgerdialog der Bundeswehr

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Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Tausende Anfragen gehen jährlich beim Bürgerdialog der Bundeswehr ein. Was die Bürgerinnen und Bürger umtreibt, wann es besonders viele Anfragen gibt, das berichten uns Carolin und Michael vom Bürgerdialog der Bundeswehr. Bei einigen Anliegen wird es einem richtig warm ums Herz.

Was Bürgerinnen und Bürger rund um die Truppe interessiert, berichten zwei Teammitglieder vom Bürgerdialog der Bundeswehr.
Audio-Transkription

Die Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr kommen aus allen Teilen der Gesellschaft. Und eben diese Gesellschaft hat viele Fragen rund um die Truppe. Dafür gibt es einen zentralen Anlaufpunkt: den Bürgerdialog der Bundeswehr.

Dieser ist so alt wie die Bundeswehr selbst. Hier sind Bürgerinnen und Bürger mit ihren Fragen, Anregungen und Anmerkungen richtig. Das Team hat seinen Sitz in Berlin. Mitten in der Hauptstadt nehmen die Frauen und Männer, Soldatinnen und Soldaten die Anrufe und Nachrichten der Bevölkerung entgegen.

Wie vielfältig diese sind, berichten Carolin und Michael im Funkkreis, dem Podcast der Bundeswehr.

„Man muss auf alles vorbereitet sein“

„Man weiß nie, was da kommt. Man muss auf alles vorbereitet sein“, weiß Michael aus Erfahrung. Er ist seit zehn Jahren beim Bürgerdialog und gehört somit zu den bereits sehr erfahrenen Mitarbeitern. Viele Anrufe stammten beispielsweise von ehemaligen Soldaten, die nun das Rentenalter erreicht haben und Nachweise über ihre Dienstzeit benötigen oder medizinische Akten.

Häufig werde auch nach den Karrieremöglichkeiten bei der Bundeswehr gefragt, betont Carolin. Die Frauen und Männer würden sich dabei nicht nur für eine militärische Laufbahn, sondern auch für Optionen im zivilen Bereich der Bundeswehr interessieren.

Der Bürgerdialog ersetzt allerdings nicht die Beratung, sondern verweist an die richtigen Stellen und Ansprechpartner. Beispielsweise an die Karrierecenter der Bundeswehr. Auch bei fehlenden Unterlagen aus der Dienstzeit wird vermittelt.

Zuhören ist wichtig

Einige Anrufer würden einfach nur mal etwas loswerden wollen, weiß Michael. In diesen Fällen sei es wichtig, ihnen wirklich zuzuhören. Denn eben dafür ist der Bürgerdialog da. Um ein Ohr für die Gesellschaft zu haben, wenn es einen militärischen Bezug hat.

Besonders stark würden die Anfragen steigen, wenn die Bundeswehr beispielsweise medial im Fokus stehe. Daher sei es wichtig, sich jeden Morgen vor Dienstbeginn einen Überblick über die aktuelle Berichterstattung zu verschaffen. „Mit der Zeit entwickelt man ein Gespür dafür, welche Themen besonders interessieren und zu vielen Anfragen führen“, sagt Carolin.

Auch Anfragen aus der Truppe selbst würden manchmal beim Bürgerdialog eingehen. Dabei gehe es unter anderem um Personalfragen oder Fragen zur Versetzung, erläutert Michael. Doch dafür ist diese Abteilung nicht gedacht. In solchen Fällen kann das Team nur direkt an den Dienstherrn beziehungsweise das Bundesamt für das Personalmanagement der Bundeswehr verweisen.

Bewegende Geschichten

Mit dem über Jahre gesammelten Wissen können die Mitarbeiter des Bürgerdialogs häufig schnell weiterhelfen. Doch einige Anfragen seien arbeitsintensiver, berichten die Teammitglieder. Da sei mehr Recherche notwendig. „Die kann dann auch mal einige Tage in Anspruch nehmen“, so Carolin.

In einigen Fällen müsse sogar tief in der Militärhistorie gegraben werden. So habe es eine Nachfrage einer Amerikanerin gegeben, die mehr über ihren Großvater erfahren wollte, der als Soldat in Deutschland war. Zur Verfügung standen nur wenige Informationen und ein Bild.

Auch ein Soldat aus dem Zweiten Weltkrieg habe sich an den Bürgerdialog gewandt, um einen Piloten ausfindig zu machen, dessen Flugzeug er damals nicht abgeschossen habe, sondern lediglich angeschossen – damit die Besatzung die Möglichkeit zum Ausstieg hatte. Er wollte wissen, ob der Pilot überlebt hatte und ob er noch lebte.

Wie diese Geschichten ausgegangen sind, hören Sie in unserem Podcast Funkkreis.

von Amina Vieth