Tarnbekleidung

Von der „Filzlaus“ zum Dreifarb-Tarndruck

Von der „Filzlaus“ zum Dreifarb-Tarndruck

Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
2 MIN

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Kaum etwas wird so sehr mit der Bundeswehr verbunden wie das Flecktarn – im offiziellen Bundeswehrdeutsch „Fünffarb-Tarndruck“ genannt. In den mehr als 65 Jahren seit der Gründung der Bundeswehr trug die Truppe aber deutlich länger Oliv. Ein Rückblick auf die Entwicklung der Bundeswehruniformen seit 1955.

Soldaten stehen hintereinander gereiht zum Antreten. Die Mehrzahl der Soldaten schaut nach rechts, einer blickt gerade aus.

War in der Truppe wenig beliebt: Der „Kampfanzug jagdmeliert“, der ab 1959 in der Bundeswehr getragen wurde

picture alliance/ullstein bild

Mit der Aufstellung der Bundeswehr Ende 1955 erhielt die Truppe ihren ersten Feldanzug. Die weit geschnittene Kombination aus Jacke und Hose war in einer Abwandlung des noch aus Reichswehrzeiten stammenden Splittertarns M31 gehalten und aus dickem, zeltbahnähnlichem Stoff gefertigt. Das Tarnmuster gab es in drei ähnlichen Varianten.

Die Truppe wird oliv

Bereits ab 1959 wurde der erste Anzug durch den einfarbigen „Kampfanzug jagdmeliert“ ersetzt. Er war in Anlehnung an andere Armeen der NATONorth Atlantic Treaty Organization in Gelboliv gehalten. Der Anzug verfügte zum Schutz des Soldaten vor Feuchtigkeit über eine frühe Kunstfasermembran im Inneren. Da diese aber bei Bewegung knisterte und auf der Haut kratzte, bedachte die Truppe den äußerst unbeliebten Kampfanzug mit dem Namen „Filzlaus“.

Ab Mitte der 1960er-Jahre wurde er durch den ursprünglich als Arbeitsanzug bezeichneten „Feldanzug olivfarben“ ersetzt. Mit kleineren Änderungen – so wurde der anfangs genutzte Stoff im Fischgrätmuster Anfang der 1970er-Jahre durch Moleskin ersetzt – blieb der Feldanzug bis Ende der 1990er-Jahre in der Truppe.

Ab 1991: Flecktarn B

Bereits ab 1976 hatte die Bundeswehr verschiedene Fünffarb-Tarnmuster getestet und auch in Truppenversuchen erprobt, aber aus finanziellen Gründen nicht beschafft. Ab 1987 führte die Truppe die „Erprobung 88“ als Teil der Versuchsreihe „Kampfanzug 90“ durch, in der sich die Variante „Flecktarn B“ durchsetzte. Ab 1991 wurde der Feldanzug 90 in Fünffarb-Flecktarn nach und nach in die Bundeswehr eingeführt.

Für die Auslandseinsätze der Bundeswehr wurden schließlich anders geschnittene und aus leichteren Materialien hergestellte Varianten des Feldanzugs eingeführt. Zusätzlich zum normalen Flecktarn entstanden „Dreifarb-Tarndruck“ für trocken-heiße Klimazonen und „Fünffarb-Tarndruck Tropen“ für feuchtheiße Gebiete.

Das Wehrwissenschaftliche Institut für Werk- und Betriebsstoffe der Bundeswehr entwickelte bis 2016 ein neues, Multitarn genanntes universales Tarnmuster. Es ist bereits in die Bundeswehr eingeführt, wird bisher allerdings nur an die Spezialkräfte ausgegeben.

von Björn Lenz

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