Sinnvolle Einsatznachbereitung zum Schutz der Gesundheit

Sinnvolle Einsatznachbereitung zum Schutz der Gesundheit

  • Einsatznachbereitung
  • Radio Andernach
Datum:
Lesedauer:
3 MIN

Vom Auslandseinsatz zurück in den Dienstalltag - nicht für jeden ein einfacher Schritt und oft kein nahtloser Übergang. Doch die Bundeswehr ist mittlerweile professionell aufgestellt, um ihren Soldaten wirksam und vor allem vorbeugend mit gesundheitlichen Angeboten zur Seite zu stehen: „Präventivkur“ lautet hier eine vielversprechende Maßnahme.

Checkliste um eine Kur zu beantragen
Bundeswehr/Mentele

Vom Einsatz in die Heimat - der manchmal lange Weg zurück in die Normalität


Der Auslandseinsatz neigt sich dem Ende entgegen, die Anstrengungen der vergangenen Monate mit durchgehender Dienstzeit sind fast überwunden, im Kalender zählen sich die Tage mittlerweile nicht mehr so quälend langsam herunter wie zu Beginn. Bald ist es geschafft und darf wieder den sicheren und vertrauten Boden der Heimat betreten! Doch was kommt danach? Wie wird es der langen Zeit weg von Familie und Freunden sowie den Kameraden am Standort jetzt wohl zuhause werden? Welche Herausforderungen müssen bewältigt werden, welche Erwartungen – vermeintliche oder tatsächliche - zu erfüllen? Die Rückkehr in den Dienstalltag und in ein Privatleben, das diesen Namen im Gegensatz zum Einsatzort auch wirklich verdient - nicht für jeden ist dies ein einfacher Schritt und oft kein nahtloser Übergang. Doch die Bundeswehr ist professionell aufgestellt, um ihren Soldaten wirksam und vor allem vorbeugend mit gesundheitsfördernden Angeboten zur Seite zu stehen: „Präventivkur“ nennt sich die Maßnahme, auf die Soldatinnen und Soldaten nach besonderen Auslandsverwendungen zurückgreifen können. Welche Grundüberlegungen hinter diesem besonderen Konzept stehen, erläutert im Gespräch Oberstabsarzt Frederik L.:

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Der Weg von der Antragstellung bis zur Genehmigung

Ein Soldat füllt einen Kurantrag aus
Bundeswehr/Mentele


Welche Schritte Antragstellende gehen und welche Dinge zu berücksichtigen sind – und warum man etwa nicht direkt aus dem Einsatz kommend in eine Präventivkur-Maßnahme hineinwechseln kann, begründet Oberstabsarzt Frederik L. wie folgt:

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Ergänzend dazu äußert sich Frau Oberfeldarzt Dr. Antje Hemberger vom Sachgebiet „Kuren und besondere Heilverfahren“ vom Kommando Regionale Sanitätsdienstliche Unterstützung in Diez:

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Drei Wochen Aufenthalt und eine große Auswahl an Einrichtungen in ganz Deutschland


Auch die Kameradinnen und Kameraden, die möglicherweise schon mehrere Einsätze hinter sich haben und bisher nicht das Gefühl hatten, eine besondere zusätzliche Nachbetreuungsmaßnahme zu benötigen, mögen das Angebot unbedingt prüfen, betonen auch Bundeswehrärzte. Die 21 Tage Kuraufenthalt dienen dazu, möglichen Folgeschäden vorab schon professionell entgegenzuwirken – Stichwort: PTBSPosttraumatische Belastungsstörung. An deutschlandweit insgesamt 28 möglichen zivilen Standorten, also in auf Kur-, Heil- und Entspannungsmethoden spezialisierten Einrichtungen, können die Soldaten in zuträglicher Atmosphäre vielseitige Aktivitäten entfalten und sich Anwendungen unterziehen, um der hohen physischen und psychischen Einsatzbelastung wirksam zu begegnen:

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Grundsätzlich vorgesehen ist, dass sich die Soldatinnen und Soldaten auf einer solchen Präventivkur ganz auf sich selbst konzentrieren können und Zeit, Gelegenheit und Anleitung zum Abschalten und auch Aufarbeiten erhalten. Das ist die Idee, die hinter einem solchen Aufenthalt steht. In Ausnahmen besteht die Möglichkeit, auch Familienmitglieder, ja sogar liebgewonnene Haustiere mit auf die Maßnahme nehmen zu können. Besser jedoch, man nutzt die Zeit, um sich einmal selbst in den Mittelpunkt zu stellen und dabei in sich hineinzuhorchen. Näheres dazu in unserem Beitrag:

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Dem Anspruch, dass die vor Ort angebotenen Maßnahmen und Aktivitäten tatsächlich auch den besonderen Bedürfnissen der Soldatinnen und Soldaten entsprechen, versucht die Bundeswehr gerecht zu werden, indem sie den Einrichtungen ein klares Anforderungsprofil vorlegt. So müssen diese nachweisen, dass sie bestimmte medizinische - insbesondere internistische, sportmedizinische, aber auch psychologische – Fachbereiche abdecken sowie bereits über einschlägige Erfahrungen in der Arbeit mit „Blaulicht-Kräften“ verfügen:

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Übrigen sollten Interessierte sich nicht vom zugegebenermaßen etwas altbackenen Begriff „Kur“ abschrecken lassen, weil sie damit noch Erinnerungen an muffige Solebäder, spießige Kurgärten oder Kneippanlagen verbinden, in denen Hochbetagte ihre Gebrechlichkeit zu lindern versuchen. Auch hier haben sich die Zeiten längst gewandelt. Inzwischen spricht man hier von Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen. Frau Oberfeldärztin Dr. Hemberger fasst abschließend noch einmal Sinn und Ziel einer Präventivkur zusammen und nennt Kanäle, auf denen man sicher weiter informieren kann:  

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Eine Soldatin informiert sich am PC über die verschiedenen Kureinrichtungen
Bundeswehr/Mentele
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von Rolf Pauthner