Kopfhörer mit dem Radio Andernach Logo im Fokus. Sie liegen auf dem Tisch in einem Tonstudio.
Bundeswehr/Linden

Aktuelles

Wir wissen, was Soldaten und deren Angehörige interessiert. Unsere aktuellen Beiträge gibt's hier zum Nachlesen und vor allem auch zum Nachhören.

Die neue Sportausbildung der Bundeswehr

Körperlich und mental fit für den Einsatz

In diesem Jahr ändert sich die Sportausbildung in der Bundeswehr. Warum ist das Deutsche Sportabzeichen nicht mehr verpflichtend und was hat es mit dem Soldaten-Grundfitness-Tool auf sich? Wir haben mit Oberst Michael Maul, Kommandeur der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf, darüber gesprochen.


Hauptfeldwebel Isabelle Holstein im Interview mit Oberst Michael Maul

Kommandeur Sportschule Warendorf, Oberst Maul rät: "Immer in Bewegung bleiben". Hier während eines früheren Interviews mit Hauptfeldwebel Isabel Holstein im Jahr 2018 beim "Military Fitness Cup" in Warendorf.

Bundeswehr/Holstein


Das Deutsche Sportabzeichen ist ab diesem Jahr eine freiwillige Leistung der Soldatinnen und Soldaten und demnach auch nicht mehr beurteilungsrelevant. Warum dies so ist und woher der Wandel kommt, hat unsere Radio-Andernach-Redakteurin in Erfahrung bringen können.

Original Mitschnitt aus dem Radio-Andernach-Programm - Sport in der Bundeswehr (Teil 1)



 

Medientag in Hagenow

Ein Rekrut absolviert das SGT. Hier zu sehen das dritte Modul: "Tragen von Lasten".

Bundeswehr/Mario Bähr


Basis-, Soldaten-Grundfitness und Funktionsfitness

Das sind die drei Stufen, an denen sich zukünftig orientiert werden soll. Was genau sich hinter den Begriffen verbirgt und wie man diese mit Hilfe des Basisfitnesstestes und des Soldaten-Grundfitness-Tools überprüfen oder einschätzen kann, hören Sie hier:

Original Mitschnitt aus dem Radio-Andernach-Programm - Sport in der Bundeswehr (Teil 2)


Der Weg zur Fitness 

Die Erwartung an die Soldatinnen und Soldaten sind körperliche und mentale Fitness. Diese Fitness ist wichtig, um die geforderten Aufgaben, Aufträge und Einsätze erfolgreich zu meistern. Weil die persönliche Fitness jedes Einzelnen für die Einsatzbereitschaft der Bundeswehr so enorm wichtig ist, regelt dies eine Vorschrift. In dieser steht unter anderem, wie viel Sport den Soldatinnen und Soldaten zusteht. Es sind genau:

 

Original Mitschnitt aus dem Radio-Andernach-Programm - Sport in der Bundeswehr (Teil 3)


Die Fakten 

Um einsatzfähige Soldatinnen und Soldaten für die Einsätze bereitzustellen, ist Sport unumgänglich. 180 Minuten Sport in der Woche sind Vorschrift, doch was gibt es noch Wichtiges zu dem Thema zu wissen? Wir fassen alle Neuerungen noch einmal für Sie zusammen:

Original Mitschnitt aus dem Radio-Andernach-Programm - Sport in der Bundeswehr (Teil 4)


Bleiben Sie in Bewegung

Oberst Michael Maul, Kommandeur der Sportschule der Bundeswehr in Warendorf, richtet einen Appell an Sie und erklärt, warum man beim Thema Sport über den dienstlichen Tellerrand hinausblicken sollte.

Original Mitschnitt aus dem Radio-Andernach-Programm - Sport in der Bundeswehr (Teil 5)
von Isabell Holstein  E-Mail schreiben

Isolation vor dem Einsatz

Aufgrund der aktuellen COVID-19Coronavirus Disease 2019-Situation müssen alle Soldaten vor dem Einsatz in eine sogenannte „qualifizierte Isolation“. Auch unsere Redakteurin Hauptmann Janet W. ist davon betroffen. Hier schildert sie ihre ganz persönlichen Eindrücke aus der Isolation.


Im Vordergrund liegt die Ausrüstung und Bekleidung eines Soldaten

Die "qualifizierte Isolation" ist Pflicht zum Schutz der Kameradinnen und Kameraden im Einsatz.

Bundeswehr/Michael Laymann


Den Marschbefehl hatte ich in der Tasche, meine Sachen waren gepackt und die letzten Verabschiedungen waren auch durch. Eigentlich würde ich jetzt gern in den Einsatz fliegen. Denn vor mir liegen sechs Monate bei Resolute Support in Afghanistan. Doch den Hindukusch und mich trennen noch 14 Tage. 14 Tage in qualifizierter Einzelisolation – auch umgangssprachlich Quarantäne genannt. Schuld daran ist das Coronavirus und die Tatsache, dass auch die Bundeswehr eine Eindämmung des Virus versuchen musste.

Deshalb ging mein Weg nicht direkt zum Flughafen, sondern erst einmal in ein Hotel in Hannover. Eine Handlungsanweisung hatte ich bekommen und deshalb wusste ich halbwegs, was mich erwarten würde. Ich würde 23 Stunden am Tag in meinem Zimmer verbringen müssen und dürfte eine Stunde am Tag raus. Menschen dürfte ich mich nur noch bis auf drei Meter Abstand nähern und das auch nur auf Aufforderung. Es würde drei Mahlzeiten am Tag geben und ich könnte hier Post empfangen oder Marketenderwaren erwerben.

Eine Viertelstunde vor dem Meldetermin um 18:00 Uhr kam ich am Hotel an. Draußen standen schon Soldaten bereit, die mein Gepäck entgegennahmen und mich zum Meldekopf weiterschickten. Dort wartete dann eine 45-minütige Einweisung auf mich. Was ich in den nächsten zwei Wochen dürfte und was nicht.



Auf einem Gepäckwagen liegen viele Gepäckstücke, davon mehrere Seesäcke. Daneben

Viel Gepäck für die nächsten 14 Tage und den Einsatz danach.

Bundeswehr/Katharina Kobienia


Die Isolation beginnt

Danach ging es auf mein Zimmer, und als die Tür hinter mir ins Schloss fiel, blieb es erst einmal still. Zwei Wochen, 14 Tage und 15 Nächte, würde dieses Zimmer mein Lebensmittelpunkt sein. Und spätestens als ich mein Abendbrot nur nach vorheriger Ankündigung vor meiner Tür empfangen durfte, wurde mir klar: Ich bin jetzt eingesperrt.

Seitdem sehen meine Tage alle ähnlich aus: Aufstehen, Essen, Sport und der Hofgang und danach wieder ins Zimmer. 23 Stunden verbringe ich hier drinnen. Vor allem Sport würde gut ablenken, aber das ist hier in der qualifizierten Einzelisolation so eine Sache. Natürlich kann ich in der Stunde, die ich am Tag Ausgang habe, auch Sport machen. Persönlich nutze ich die Zeit aber lieber, um ein paar soziale Kontakte zu pflegen und mit Kameraden zu reden. Auf dem Zimmer geht es aber auch. Einfach eine Yoga- oder die Isomatte mitnehmen, und schon kann man alle möglichen Freeletics-Sachen machen. Und für Liegestütze, Planks, Burpees und Crunches braucht es eben nicht viel – außer dem eigenen Willen.

Über einem Doppelbett hängt ein Bild. Links daneben steht ein Sessel.

Ein Zimmer mit Bett, Fernseher und Schrank und ein Bad mit WC sind für zwei Wochen die Heimat der Soldatinnen und Soldaten.

Bundeswehr/Martin Buschhorn


Struktur als Anker

Pünktlich um 13:00 Uhr kommt das Mittagessen. Bis dahin habe ich wahrscheinlich schon telefoniert oder ein bisschen gelesen. Meistens versuche ich meinen Tag wirklich sehr streng zu gestalten und mir auch eigene Auflagen zu setzen. Das Heimkino, also einen netten Film, hebe ich mir ganz bewusst für den Abend auf, denn so habe ich die Möglichkeit, mich den ganzen Tag darauf zu freuen. Außerdem kann ich ein wenig Zeit darauf verwenden, mir einen passenden Film auszusuchen.

Bewusst durch den Tag zu gehen hilft mir nämlich dabei, keinen Lagerkoller zu bekommen.
Trotzdem gab es schon Tage, die gefühlt nicht enden wollten. Gedanklich bin ich bereits in Afghanistan, aber noch immer in Deutschland zu sein und gleichzeitig eben nicht nach Hause zu dürfen, fällt mir teilweise schwer. Vor allem, weil noch über 200 Tage vor mir liegen, bis ich dieses Zuhause wiedersehen kann. Da ist es besonders wichtig, gerade auch für die Psyche, dass man versucht, sich auch ein bisschen zu verwöhnen. Ein Glas vom Lieblingswein oder eine besondere Schokolade. Das kann schon helfen, um wieder ein bisschen klarzukommen. Es sind die kleinen Dinge, die man hier zu schätzen lernt.


Hauptsache raus 

Anfangs sind wir zum Spazierengehen am Nachmittag noch auf einen Parkplatz geführt worden.
Dort gab es vor allem Bauzäune und Beton.
Das Hotel nebenan hingegen verfügt über eine Parkanlage mit einem See. Da war der Neid schon vorprogrammiert.
Seit ein paar Tagen dürfen auch wir das Gelände um den See nutzen. Und gerade beim ersten Mal habe ich mich einfach nur über die Wiese und das Gras gefreut, über das ich laufen konnte. Gerade das hat meine Laune wieder richtig verbessert.

Um einen größeren Parkbereich stehen grün werdende Bäume. Es ist Frühling.

Dieser abgesperrte Parkplatz dient als Fläche für einen Spaziergang. Hier können sich die Isolierten unter Berücksichtigung aller Schutzmaßnahmen die Beine vertreten.

Bundeswehr/Martin Buschhorn


Das Abendbrot leitet den Abend ein 

Um 18:00 Uhr bringen Hotelangestellte das Tablett vor die Tür und ich darf mein Essen hereinholen.
Es steht immer auf einem kleinen Schuhschrank vor dem Zimmer und erst, wenn ich drei Meter Abstand zum Personal und den Soldaten gewähren kann, darf ich mich dem Tablett nähern. Diese Befehle gibt es nicht ohne Grund. Sie sollen einfach verhindern, dass wir das Coronavirus in den Einsatz einschleppen. Und das ist auch wichtig! Denn selbst ein riesiges Camp wie Marmal in Masar-e-Sharif in Afghanistan kann nur eine bestimmte Anzahl an Soldaten isolieren, ausfliegen oder behandeln. Und kranke Soldaten gefährden am Ende die Mission und auch das Einsatzland. #FlattenTheCurve muss also auch für den Dienstherrn die Devise sein, und dazu gehört eben auch die qualifizierte Einzelisolation vor den Einsätzen. Die Flexibilität und die Einsatzbereitschaft, die wir einmal geschworen haben, umfasst eben auch Situationen wie diese.

In einem Hotelflur steht neben jeder Tür ein Tisch. Auf diesem stehen Essenstabletts.

Zimmerservice mal anders - die kontaktlose Bereitstellung des Essens.

Bundeswehr/Katharina Kobienia


Wichtig ist es, sich immer wieder kleine Ziele zu setzen 

Ich zum Beispiel arbeite meinen Tag in „Terminen“ ab und versuche einfach, von Zeitpunkt zu Zeitpunkt durchzuhalten. Dann fällt es mir auch leichter, nach der ersten Woche, dass ich gerade einmal die Hälfte der Isolationszeit hinter mir und noch genauso viele Tage vor mir habe. Ich versuche auch mit Absicht, nicht so viel über die momentane Situation nachzudenken und die kleinen Sachen zu schätzen. Kopfhörer rein, Musik an und dann ans Fenster setzen. Den Wind im Gesicht zu fühlen hilft. Wirklich.

Und wenn es doch zu schwierig werden sollte, gibt es auch noch die Möglichkeit, sich psychologisch betreuen zu lassen. Man kann jederzeit ein Gespräch mit einem Psychologen vereinbaren und dann zusammen schauen, wie die Unterbringung erträglicher gestaltet werden kann. Auch das militärische Personal vom Lufttransportgeschwader 62, welches die Isolation durchführt, gibt sich hier viel Mühe, uns zu unterstützen. Die Soldaten vor Ort fahren zum Beispiel jeden Tag für uns einkaufen, wenn wir Marketenderwaren benötigen. Man sollte nur vorher das Mengenverhältnis überdenken. Jeden Tag nur eine Schachtel Zigaretten zu bestellen oder eine Tafel Schokolade ist vielleicht kontraproduktiv, wenn man sowieso mehr haben möchte. Das Bargeld für die Bestellungen stecke ich dann in einen Briefumschlag und erhalte abends die Bestellung und mein Restgeld. Auch Alkohol darf geordert werden. In den Handlungsanweisungen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass ein verantwortungsvoller Konsum vorausgesetzt wird. Schließlich gehen wir alle bald in den Einsatz und müssen auch da in der Lage sein, uns zu disziplinieren. Vielleicht kann man die qualifizierte Einzelisolation auch als Übung betrachten. Denn im Einsatzland müssen wir uns auch in Verzicht üben.

Am Ende werde ich wahrscheinlich auf die Zeit zurückblicken und feststellen, dass es gar nicht so schlimm war. Die Quarantäne hätte auch im Einsatzland stattfinden können, ohne die Möglichkeit fernzusehen oder jeden Tag einen Spaziergang im Park zu machen.


Ich will endlich los

In der Einzelisolation selbst passieren aber mehrere Sachen im Kopf. Jeden Tag werde ich ein bisschen dünnhäutiger. Das Frustrationslevel steigt. Gestern wurden die Zeiten zu denen wir nach draußen dürfen verschoben und allein das hat gereicht, um sich noch eingesperrter zu fühlen. Andererseits steigt meine Vorfreude.

Ich würde am liebsten heute schon meine Einsatzuniform anziehen, meine Stiefel schnüren und in den Flieger steigen. Denn durch die Zeit hier lerne ich: Ich bin bereit! Bereit für meinen Auftrag und den Einsatz, der auf mich wartet. Und ich will endlich los.


von Janet W.  E-Mail schreiben

Radio Andernach und Bundeswehr-TV bleiben auf Sendung!

Trotz Corona-Virus: Radio Andernach und Bundeswehr-TV (BWTV) senden rund um die Uhr weiter. Seit dem 18. März gibt es Änderungen im Programm.

Ein grünes Mini-Radio.
Radio Andernach

Radio Andernach

Musik, Nachrichten, Live-Sendungen – wir senden weiter aus der Heimat und aus der Einsatzredaktion in Afghanistan. Einige Sport-Events und die meisten größeren Veranstaltungen wurden jedoch abgesagt. Das bedeutet, dass wir die Programme von Radio Andernach und Bundeswehr-TV anpassen mussten.

BWTV

Auch BWTV versorgt die Zuschauerinnen und Zuschauer in den Einsatzgebieten während der Corona-Krise weiterhin mit Informationen und Unterhaltung. Wie gewohnt berichten die Regionalnachrichten der dritten Programme über die aktuelle Situation in den jeweiligen Landesteilen. Ergänzt werden die Nachrichtenformate durch einen Ticker, der aktuelle Entwicklungen darstellt.

Durch den weiteren Ausfall diverser Sportübertragungen bricht auch im BWTV Programm ein essentieller Programminhalt weg. Kompensiert wird dies durch aktuelle Spielfilme und Reportagen. Weiterhin können Sie auf unserer Radio Andernach & BWTV-Facebook-Seite  über den Wunschfilm abstimmen. 

Informationen

Wegen der sich schnell ändernden Lage müssen wir uns weitere Änderungen in unseren Programmen vorbehalten und bitten um Verständnis. Aktuelle Informationen, auch zur Corona-Lage, finden Sie auf unserem Internetauftritt www.radio-andernach.de

Unsere Redaktion ist per E-Mail erreichbar über radioandernach@bundeswehr.org.


„Hilfeleistung Corona“ – Verteidigungsministerin im Interview

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer spricht im Radio Andernach Interview über aktuelle Herausforderungen und den Blick in die Zukunft

Kramp-Karrenbauer im Porträt

Bundeswehr/Sebastian Wilke

Durch die Corona-Krise stehen viele staatliche Institutionen vor großen Herausforderungen. Die Zahl der Amtshilfeanträge steigt stetig an.

Erstmals in der deutschen Geschichte wurde ein Einsatzkontingent für den Einsatz im Inland aufgestellt. 15.000 Soldatinnen und Soldaten stehen seit dem 03. April in Einsatzbereitschaft, um genau dort zu unterstützen, wo Unterstützung benötigt wird.

Aber auch in den Einsätzen werden Maßnahmen getroffen, um einsatzfähig zu bleiben und die Kameradinnen und Kameraden fernab der Heimat vor der Infektion durch SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2 zu schützen.

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat in dieser schwierigen Situation alle Hände voll zu tun. Trotzdem hat sie sich die Zeit genommen, um über die aktuelle Situation der Bundeswehr im In- und Ausland in einem Interview mit Redakteurin Kapitänleutnant Elizabeth R. zu sprechen.

Handlungsfähigkeit gewährleistet

Um handlungsfähig zu bleiben konzentriert sich die Bundeswehr auf ihren Kernauftrag und arbeitet wo es möglich ist aus dem Homeoffice heraus.
Daraus ergeben sich Chancen und Herausforderungen.

Hilfeleistung Corona

Die Bundeswehr bietet Hilfe an wo diese benötigt wird und wo diese auch geleistet werden kann. Das tun nicht nur die Soldatinnen und Soldaten im Auslandseinsatz. Auch in Deutschland gibt es nun ein eigens dafür geschaffenes Einsatzkontingent „Hilfeleistung CORONA“.

Die Zukunft

Es gab in den vergangenen Tagen und Wochen viele Veränderungen und Einschränkungen. Lehrgänge und Übungen wurden gestrichen, Personal und Material mobilisiert. Was bedeutet das für die Bundeswehr? Gibt es auch nach COVID-19Coronavirus Disease 2019 langfristige Änderungen in der Truppe? Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer gibt eine Antwort auf die Frage nach der Zukunft.


BWTV jetzt in HD-Qualität

Seit dem 2. März ist die Satellitenübertragung von BWTV und Radio Andernach geändert. Die Übertragung des SD-Signals von BWTV wurde abgeschaltet und unmittelbar durch eine HD-Übertragung ersetzt. Dieser Übergang war mit einer Änderung der Übertragungsfrequenz verbunden. Da Radio Andernach und BWTV auf der selben Frequenz übertragen werden war auch Radio Andernach von diesem Wechsel betroffen.

Seit dem 02.März 2020 sendet BWTV in HD Qualität.

So funktioniert's

Um weiterhin BWTV sehen und Radio Andernach hören zu können, müssen Sie lediglich am Receiver die Empfangsfrequenz und die Symbolrate manuell umstellen und einen Sendersuchlauf starten.
Da nach dem Wechsel auf den ursprünglichen Listeneinträgen kein Empfang mehr möglich ist und eine doppelte Anzeige in der Programmliste zu Verwirrungen führen kann, empfiehlt es sich, die „alten“ Einträge BWTV und Radio Andernach zuerst zu löschen.

Gehen Sie wie folgt vor:
Die folgende Anleitung bezieht sich auf die von BWTV ausgegebenen Receiver Technistar S3 ISIO der Firma TechniSat. Sollten Sie andere Receiver verwenden, werden die vorzunehmenden Maßnahmen ähnlich sein. Sehen Sie ggf. in den Bedienungsanleitungen der Geräte nach.

Vorbereitung:
Schalten Sie am Receiver BWTV oder Radio Andernach ein. 
Besorgen Sie sich die Fernbedienung des Receivers.
Für die Umstellung des Receivers müssen dieser und ein angeschlossener und gleichzeitig einsehbarer Fernseher/Monitor eingeschaltet sein.

Durchführung:
Die in der Anleitung mit '...' gekennzeichneten Angaben finden Sie an/auf den Tasten der Fernbedienung.
Die in der Anleitung mit „...“ gekennzeichneten Angaben finden Sie als Schriftzüge auf den Menüseiten.

1. Entfernen der alten Einträge
a) BWTV:

  • Drücken Sie auf der Fernbedienung die Taste „MENÜ“.
  • Wählen Sie mit den Pfeiltasten „TV-Listen verwalten“ und drücken Sie 'OK'.
  • Navigieren Sie mit den Pfeiltasten auf die Spalte „Alle TV-Sender“ und wählen Sie „BWTV“.
  • Drücken Sie auf der Fernbedienung die Taste 'OPT', Sie erhalten nun ein Auswahlfenster mit verschiedenen Optionen.
  • Wählen Sie „Löschen“ und bestätigen Sie mit 'OK'.
  • In einem Dialogfenster werden Sie gefragt, ob Sie den Kanal wirklich löschen wollen. Navigieren Sie mit den Pfeiltasten auf „ja“ und drücken Sie auf 'OK', der Sendeeintrag wird nun gelöscht.

b) Radio Andernach:

  • Drücken Sie auf die Taste 'zurück' und wählen Sie im „Hauptmenü“ „Radiolisten verwalten“.
  • Navigieren Sie mit den Pfeiltasten auf die Spalte „Alle Radio-Sender“ und wählen Sie „Radio Andernach“.
  • Drücken Sie auf der Fernbedienung die Taste 'OPT', Sie erhalten nun ein Auswahlfenster mit verschiedenen Optionen.
  • Wählen Sie „Löschen“ und bestätigen Sie mit 'OK'.
  • In einem Dialogfenster werden Sie gefragt, ob Sie den Kanal wirklich löschen wollen. Navigieren Sie mit den Pfeiltasten auf „ja“ und Drücken Sie auf 'OK', der Sendeeintrag wird nun gelöscht.

2. Suchen der neuen Sender: BWTV-HD und RADIO ANDERNACH

  • Drücken Sie auf die Taste 'zurück'. Sie sind nun wieder im „Hauptmenü“.
  • Wählen Sie mit den Pfeiltasten „Sender Suchen“ und drücken Sie 'OK'.
  • Wählen Sie „Manuelle Suche“ und bestätigen Sie mit 'OK'.
  • Auf der Seite „Manuelle Suche“ geben Sie nun entsprechend Ihres Empfangsgebietes die in der Tabelle aufgeführten Werte für Transponderfrequenz und Symbolrate ein.
  • Aktivieren Sie hierzu das entsprechende Eingabefeld durch Drücken der Pfeiltasten. Geben Sie mit der Fernbedienung die Werte ein. Nach Eingabe von fünf Ziffern springt die Aktivierung automatisch auf die folgende Zeile.
  • Überprüfen sie „Polarisation“ und „Modulation“ gemäß der Tabelle und korrigierten Sie diese gegebenenfalls. Normalerweise sollten diese Werte nicht verstellt werden müssen.
  • Achten Sie auf die Einstellung unten links: Hier sollte „PID- Suche“ stehen. Falls dort „TS-Suche“ steht, drücken Sie bitte die mit einem gelben Kreis markierte Taste auf der Fernbedienung. Die Anzeige sollte auf die notwendige Einstellung wechseln.
  • Navigieren sie nun zur Fläche „Suche starten“ und drücken Sie 'OK'.
  • Nach einer kurzen Zeit sollte BWTV-HD und RADIO ANDERNACH in einer Übersicht angezeigt werden.
  • Mit drücken der Menütaste beenden Sie den gesamten Vorgang.

Sie sollten nun beide Sender wieder empfangen können und in der Senderliste unter BWTV-HD und RADIO ANDERNACH aufgeführt finden.

Die Anleitung zur Umstellung des BWTV-Receivers im PDF-Format finden Sie hier (PDF, 3,6 MB).


Übertragungsparameter von BWTV-HD und RADIO ANDERNACH ab dem 02.03.2020 9:00 Uhr MEZ


Empfangsgebiet

Name des Satelliten

Transponderfrequenz

Polarisation

Symbolrate*

Modulation

Eurasien

Eutelsat E21B (Widebeam)

11516 MHz

h

03991 MBd

DVB-S2

Westafrika

Eutelsat E21B (Western)

11186 MHz

v

03189 MBd

DVB-S2

Ostafrika

Eutelsat E70B (Africa Downlink)

11470 MHz

h

03991 MBd

DVB-S2

*Der Receiver erwartet bei der Symbolrate eine fünfstellige Zahl. Am Ende der Eingabe ist die „0“ am Anfang nicht mehr sichtbar.

Im Rahmen des Wechsels auf HD-Qualität sind die Signalstärken in einigen Gebieten erhöht worden. Gegebenenfalls benötigen Sie im Ersatz geringere Antennengrößen. Aus den folgenden Grafiken können sie die die benötigten Größen für Ihren Einsatzort entnehmen.

Bei Fragen zur weitergehenden Bedienung des Receivers finden Sie hier die Bedienungsanleitung des Gerätes.

Sollten Sie Fragen zum Wechsel oder generell zum Empfang haben, können Sie sich gerne an BWTV wenden.
Sie erreichen uns unter der Telefonnummer:
+49 (0)2651 497-2661 / 2662 oder
90 4456 2661 / 2662 oder
per E-Mail unter: bwtv@bundeswehr.org





von Erich Waldecker  E-Mail schreiben

Radio Andernach bei der Münchner Sicherheitskonferenz

Interviews mit Wissenschaftlern, Generalen und Politikern zeigen: Die Sicherheitsfrage erstreckt sich über alle Bereiche. Wie beeinflusst der globale Klimawandel künftig die Sicherheitsstrategien der Streitkräfte? Welche Rolle kommt dem Sanitätsdienst bei Ausbrüchen von Pandemien zu? Und wie können Fake-News-Kampagnen im Internet entlarvt werden?

Radio-Andernach-Redakteurin Christin J. auf der Münchner Sicherheitskonferenz
Christin Junge

Um Fragen wie diesen auf den Grund zu gehen, war Oberleutnant Christin Junge für das Einsatzradio vom 14. -16. Februar auf der diesjährigen Münchner Sicherheitskonferenz (MSCMunich Security Conference).
Für ein Wochenende wird die Bayrische Landeshauptstadt jedes Jahr zur Weltbühne; mehr als 500 internationale Entscheidungsträger kommen zusammen, um aktuelle sicherheitspolitische Fragen zu diskutieren.
Perfekt für unsere Reporterin, denn so konnte sie verschiedene Experten treffen, um für Radio Andernach zu fragen: Welche sind die Herausforderungen unserer Zeit?
Leitthema der MSCMunich Security Conference 2020 war die „Westlessness“, ein Kunstwort, das den Bedeutungsverlust des Westens in dem internationalen Umfeld thematisiert.
Natürlich wollen wir unseren Hörern Eindrücke dieser Konferenz mitgeben, denn nicht zuletzt wir Soldatinnen und Soldaten möchten in der Welt der Sicherheit up to date bleiben.

In unserer Themenwoche „Sicherheit komplex gedacht“, vom 24. bis 28. Februar 2020, bieten wir Ihnen Anstöße und Ideen, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit. 

Mit dabei:

  • Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer zur Situation des Westens
  • Mark Zuckerberg über die Facebook Sicherheitslücken
  • Professor Bayer über den Klimawandel und das Militär
  • der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Ulrich Baumgärtner, über Health Security
von Christin Junge

Das unbekannte Land am Niger - Teil 1

1100  Bundeswehrsoldaten leisten zurzeit ihren Dienst im westafrikanischen Mali. Ein Land, zwei Missionen und unzählige Aufgabenbereiche. Unsere Redakteure Oberleutnant Janet W. und Oberfeldwebel Marc S. haben die Kameraden in Mali besucht. Hier berichten sie von ihren Eindrücken, vom Land und von den Einsätzen. 

Das Radio-Andernach-Mikrofon liegt auf einem Felsen in Mali.

Anspruch und Wirklichkeit

Für unsere beiden Redakteure ging es zum ersten Mal nach Mali. Das Land, so heißt es oft in der deutschen Medienlandschaft, gilt aktuell als gefährlichster und verlustreichster Einsatz der Vereinten Nationen. Ein unter der Oberfläche brodelnder Konflikt, der jederzeit ausbrechen und auch die vor Ort eingesetzten Bundeswehrkräfte im hohen Maße gefährden könne. Und was ist mit der Flora und Fauna? Horrorgeschichten von hochgiftigen Skorpionen und Kamelspinnen, die fauchen, bevor sie angreifen, halten sich hartnäckig. Nur was ist dran an den Gerüchten, an den vielen Halbwahrheiten und angeblichen Gefahren? Wir haben uns vor Ort umgehört und das Gespräch mit den Kameraden gesucht. Sowohl bei MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali in Gao als auch bei EUTMEuropean Union Training Mission in Koulikoro. Die Antworten sind so vielfältig wie das Land an Niger und Senegal selbst.

Am Rande der Sahara

Die Ankunft in Mali bestätigt die erste Befürchtung. Es ist drückend heiß. Beim Verlassen des Flugzeugs schlägt einem auf der Rollbahn des Flughafens Bamako die Hitze ins Gesicht. Staub, Schweiß. Eine fremde Welt. Die Luft ist trocken. Bei Abflug aus Deutschland lagen die Temperaturen bei vier Grad Celsius an einem durchschnittlichen Novembertag. In Bamako zeigt das Thermometer 36 Grad. Winterwetter in Mali, die sanfte Variante der Akklimatisierung. Unbequemer, sagt man unseren Redakteuren im Ankunftsbereich des Flughafens, wird es im Sommer. Dann knacken die Temperaturen regelmäßig die Vierzig-Grad-Marke.

Oberleutnant Janet W. und Oberfeldwebel Marc S. auf dem Weg zu ihrem Shelter im Camp Castor

Oberleutnant Janet W. und Oberfeldwebel Marc S. auf dem Weg zu ihrem Shelter im Camp Castor

Radio Andernach

Nach den Einreiseformalitäten heißt es dann erst einmal die Nacht in Bamako zu verbringen, bevor es am nächsten Morgen mit dem Flugzeug weiter ins knapp 1200 Kilometer entfernte Camp Castor geht. Das Lager liegt nicht weit entfernt vom Flughafen Gao am Rande der Sahara. Hier beginnt die sogenannte Sahelzone. Während des Fluges erkennt man aus der Maschine heraus, wie sich das Land merklich verändert. Während man um Bamako herum die typischen Trockenwälder und Akazien beobachten kann, dominiert das Rot der Wüste die Sahelzone bei Gao. Spärliche Vegetation, ein Wüstenland, das dann und wann sogar von einem Sandsturm heimgesucht werden kann.

Landschaftsaufnahme der malischen Wüste von oben.
Radio Andernach

Einzig an den Ufern des Flusses Nigers durchbrechen grüne Flecken die Wüste. In dieser befremdlichen Umgebung liegt knapp fünf Kilometer vom Fluss entfernt das Camp Castor, das die Bundeswehr 2016 von den Niederländern übernommen hat. Das Feldlager hat seit seiner Entstehung 2014 bereits eine bewegte Geschichte hinter sich, beherbergte niederländische Kräfte ebenso wie deutsche Kampfhubschrauber Tiger. Ein internationaler Standort. Das Leben spielt sich innerhalb des Lagers auf wenigen Kilometern ab. Hier ist ein Großteil des deutschen Einsatzkontingents untergebracht. Fast 15.000 Soldaten und Soldatinnen umfasst die MINUSMAMultidimensionale Integrierte Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in Mali-Blauhelmtruppe, bis zu 1.100 Soldatinnen und Soldaten stellt dabei die Bundeswehr.  

Eine dieser Soldatinnen ist ist Stabsunteroffizier Sophie M., die unsere Redakteure, im nächsten Teil unserer Reportage, mit in ihren ungewöhnlichen Dienstalltag nimmt. Lesen Sie, welche wichtigen Tätigkeiten Sophie M. und ihre Kameraden im Sanitätshygienetrupp leisten und worauf man bei Nacht im Camp Castor achten sollte.
 

von Lars Neger

1.100  Bundeswehrsoldaten leisten zurzeit ihren Dienst im westafrikanischen Mali. Ein Land, zwei Missionen und unzählige Aufgabenbereiche. In der heutigen Ausgabe kommt eine junge Kameradin zu Wort, die einen ganz speziellen Auftrag innehat.

Käfer und Schlangen, eingelegt in Formaldehyd, die im Camp der Bundeswehr gefangen wurden.

Neben dem Radio-Andernach-Mikrofon sind einige Vertreter der malischen Fauna zu sehen

Radio Andernach

Der Job des Desinfektors – mehr als nur Hygiene

Eine der fast 1.000 Soldatinnen und Soldaten im Camp Castor ist Stabsunteroffizier Sophie M. Ihr Auftrag vor Ort ist „exotisch“. Als Desinfektor im Sanitätshygienetrupp ist sie nicht nur für die namensgebende Desinfektion zuständig, sondern auch für sämtliche Hygieneaspekte. So gehören auch der Umgang mit infektiösen Patienten oder die Desinfektion der Toiletten zu ihrem Aufgabengebiet. Ein nicht minder wichtiger Teil ihrer Arbeit geht allerdings auf Tuchfühlung mit der Flora und Fauna Malis. Zusammen mit dem Gesundheitsaufseher sorgt sie dafür, dass ungebetene, tierische Besucher im Camp gar nicht erst zur Gefahr werden können. 

„Wir entfernen die Kleintiere, die gefährlich werden könnten, und beseitigen diese“, sagt sie und lächelt bei der Nachfrage, mit welcher Art von Tieren sie zumeist zu tun hätte. „Skorpione, Schlangen, Borstenhörnchen, Käfer oder Spinnen.“

Für den Menschen potenziell gefährlich seien dabei nur der Gelbe Mittelmeerskorpion und die Weißbauchsandrasselotter. Kamelspinnen seien zwar für europäische Verhältnisse extrem groß und auch keine Freude für Arachnophobiker, wären aber grundsätzlich für den Menschen ungefährlich. Und sie schreien oder fauchen auch nicht, entkräftet Stabsunteroffizier Sophie M. ein gerne zitiertes Klischee. Eine gesunde Portion Aufmerksamkeit hilft dennoch vor möglichen unangenehmen Zusammenstößen mit der Tierwelt. Da viele der Tiere nachtaktiv sind und die in diesen Breitengraden rasch eintretende Dunkelheit, gerade bei fehlenden Straßenlaternen zum Problem werden kann, empfiehlt sie, darauf zu achten, wohin man sich setzt, die Augen offen und eine Taschenlampe griffbereit zu halten. Skorpione, Schlangen und Spinnen sind trotz allem eher selten innerhalb des Lagers anzutreffen. Kommt es dann doch zu einem tierischen Rendezvous, heißt es, Ruhe zu bewahren und den Gesundheitsaufseher oder den Sanitätshygienetrupp zu rufen. Meistens endet ein solcher Ausflug der Tierwelt dann in einem mit Klebeband verschlossenen Glas. Anschließend werden die Tiere vor die Tore des Camps verbracht. 

Getrennte Wäsche aus gutem Grund

Wesentlich häufiger als Schlangen oder Skorpione trifft man im Camp auf ein sehr viel kleineres, aber deutlich lästigeres Tier – die Sandmücke. Nicht nur, dass ihr Stich erhebliche Hautreaktionen einhergehend mit Juckreiz und Schwellungen auslösen kann, der winzige Blutsauger ist zusätzlich noch ein möglicher Krankheitsüberträger. Aus diesem Grund ist die Einsatzbekleidung der Truppe mit einem sogenannten Vektorenschutz ausgestattet.

„Der Vektorenschutz ist mit Permethrin imprägniert. Das hält die Mücken effektiv ab. Zusätzlich dazu sollte man sich unbedeckte Körperstellen mit Mückenspray einsprühen.“

Die spezielle Imprägnierung hat aber ihre Tücken. Die so verarbeitete Einsatzbekleidung muss zwingend mit einem Spezialwaschmittel und getrennt von der restlichen Wäsche gereinigt werden. Andernfalls kann der Mückenschutz nicht gewährleistet werden. Behandelt man seine Einsatzkleidung bei der Reinigung nach Vorschrift, ist allerdings die Schutzwirkung der Imprägnierung über mehrere hundert Waschgänge gegeben. Stabsunteroffizier Sophie gibt direkt Entwarnung: Das Permethrin an der Einsatzkleidung kann dem Menschen nicht schaden. Kleine, lästige Blutsauger haben damit allerdings erhebliche Probleme.

von Lars Neger

Die Luftrettung von ADAC und Bundeswehr

Jeder kennt den Anblick des gelben ADAC-Rettungshubschraubers. Er kommt meist zum Einsatz, wenn schnelle Hilfe nötig ist. Dass an Bord einiger Helikopter Bundeswehrsoldaten eingesetzt werden, wissen nur die Wenigsten. Unsere Redakteurin Oberstabsgefreiter Janette W. hat sich die grün-gelben Luftretter am Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz genauer angesehen.

Die Besatzung des gelben ADAC-Rettungshubschraubers steht in roten Overalls vor dem Helikopter.

Bundeswehr/Wieland


Kurz vor 7 Uhr morgens, der Tag hat noch nicht richtig begonnen. Es nieselt, leichter Nebel begrenzt die Sicht über der Koblenzer Hochebene. In Stefan Gs. Arbeitsumfeld ist Nebel schlecht. Als Pilot der ADAC-Luftrettung ist er auf gute Sicht angewiesen. Trotzdem ist er optimistisch. In wenigen Minuten beginnt für ihn und seine Crew der Dienst. Ganz klassisch am Laufe der Natur orientierend, von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang – und soweit eben das Wetter mitspielt. Mit ihm machen sich zwei weitere Besatzungsmitglieder für den Arbeitstag bereit. Äußerlich weder an Dienstgradschlaufen oder Patches zu erkennen, handelt es sich bei den beiden jedoch um Soldaten. Oberfeldarzt Dr. Dennis R. und Hauptfeldwebel Robin K. Zusammen mit dem ADAC-Piloten bilden sie eine der Crews des Rettungshubschraubers Christoph 23. Die drei Männer stehen stellvertretend für eine beispiellose Kooperation zwischen Streitkräften und ziviler Rettungsgesellschaft.

Hand in Hand in der Rettungsmedizin

Die zivil-militärische Zusammenarbeit zwischen den Sanitätern des Bundeswehrkrankenhauses und den „Gelben Engeln“ besteht seit mittlerweile zwanzig Jahren. 1999 übernahm der ADAC die Luftrettungsstation auf dem Gelände des Bundeswehrzentralkrankenhauses in Koblenz-Metternich, von wo aus die Bundeswehr bis zu diesem Zeitpunkt mit dem SARSearch and Rescue 73 und dem Hubschraubertyp Bell UH-1D Dienst getan hatte. Die Truppe verschwand durch diese Wachablösung aber nicht aus der Luftrettung. Stattdessen schlossen die Bundeswehr und der ADAC eine beispiellose Kooperation, die im Laufe der Jahre zu einem solchen Erfolgsmodell wurde, dass auch die Bundeswehrkrankenhäuser Ulm und Hamburg (hier in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) dem Beispiel folgten.

Bis zu acht Einsätze am Tag

Oberfeldarzt Dr. Dennis R. macht den Job als Notarzt bereits seit 16 Jahren und ist damit einer der erfahrensten Ärzte am Standort. Ihm zur Seite steht Hauptfeldwebel Robin K., der auf Christoph 23 als HEMS TC (Helictopter Emergency Medical Services Technical Crew Member), ein speziell für den Hubschrauber ausgebildeter Notfallsanitäter, eingesetzt ist. Die Aufgabe von Robin K. geht dabei weit über die reine notfallmedizinische Versorgung hinaus. Als HEMS TC ist er nicht nur für die Technik vor Abflug zuständig, sondern assistiert dem Piloten während des Fluges in Sachen Navigation, Funkverkehr, anderen klassischen Cockpitaufgaben oder der Landefelderkundung. Am Boden unterstützt er dann den Notarzt bei der Versorgung des Patienten. Mit dem Piloten Stefan G., der sein Handwerk einst bei der Bundeswehr lernte und in den letzten zwanzig Dienstjahren beim ADAC mehrere tausend Flugstunden angesammelt hat, bilden die Luftretter ein eingespieltes und professionelles Trio, bei dem es auf Teamarbeit und Leistungsbereitschaft ankommt. Und das bis zu acht Mal am Tag. Das Rettungspersonal des Christoph 23 kommt so durchschnittlich auf zweitausend Rettungsflüge im Jahr.

Der Pilot des Rettungshubschraubers des ADAC, gibt ein Zeichen. Daumen hoch. Alles ist in Ordnung. 

Der Pilot von Christoph 23, dem Rettungshubschrauber des ADAC, gibt ein Zeichen. Daumen hoch. Alles ist in Ordnung.

Bundeswehr/Wieland

Der erste Einsatz des Tages

Ihre Fähigkeiten kann die heutige Besatzung schon früh am Tag unter Beweis stellen. Über die Leitstelle wird Christoph 23 zu einem Verkehrsunfall im Hunsrück gerufen. Innerhalb weniger Minuten befindet sich der Helikopter in der Luft. Beim Start und während des Fluges arbeiten Pilot und HEMS TC konzentriert zusammen, um bei den erschwerten Sichtverhältnissen auf einer sicheren und zügigen Route zum Einsatzort zu navigieren. Dort angekommen zeigt sich, wie gut und flüssig die drei Elemente des Rettungshubschraubers ineinander übergehen und zusammenarbeiten. Der Patient, der sich mit seinem Fahrzeug auf einer Autobahn überschlagen hat, wird zügig, aber ohne Hektik versorgt. In diesem Fall hat der Patient Glück im Unglück. Dieser wurde beim Unfall nur leicht verletzt. Dass nicht jeder Einsatz für Christoph 23 so glimpflich ausgeht und auch nicht jeder Einsatzort so leicht zu erreichen ist, zeigt die Erfahrung.
Kann der Einsatzort nicht direkt angeflogen werden, packt man sich die Ausrüstung und legt die Distanz zu Fuß zurück. Alles im Dienste des Patienten. Aber egal, ob zu Fuß oder aus der Luft - die im Luftrettungsdienst erworbenen Erfahrungen sind für die Soldaten auch im Auslandseinsatz von unschätzbarem Wert.

Ein Gelber Engel mit fast 1200 PS

Das Arbeitsgerät der Crews ist der Airbus Helicopters EC135 mit dem Rufnamem Christoph 23. Vor allem in der Luftrettung ist der EC135 mittlerweile zum beliebtesten Hubschrauber europaweit geworden. Aufgrund seiner geringen Wartungs- und Betriebskosten, der Langlebigkeit, seiner vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, der geringen Lärmentwicklung bei gleichzeitig hoher Leistungsfähigkeit, erfreut sich der Leichthubschrauber nicht nur beim ADAC hoher Beliebtheit. Auch die Heeresflieger setzen ihn als Schulungshubschrauber ein. Die reinen Leistungsdaten können sich jedenfalls sehen lassen: Beide Triebwerke erreichen zusammen knapp 1200 PS und beschleunigen den bis zu 3 Tonnen schweren Hubscharuber auf eine maximale Geschwindigkeit von 220 kmKilometer pro Stunde. Dabei liegt die Reichweite bei ca. 611 kmKilometer. So könnte der Gelbe Engel in Koblenz starten, Patienten in Den Haag oder in Braunschweig aufnehmen und diese zurück nach Koblenz bringen. Und das ohne Zwischenlandung.

Ein paar Eindrücke, die unsere Redakteurin mitgebracht hat, hören Sie hier:

Kostenfreies Bahnfahren für Soldaten

Seit dem 1. Januar 2020 können alle Soldatinnen und Soldaten in Uniform kostenfrei Bahn fahren. Wir halten Sie mit den aktuellen Informationen und exklusiven Interviews rund um das Thema auf dem Laufenden.

Zwei Soldaten sitzen am Bahngleis. Sie lesen Zeitung.

Bundeswehr/Stollberg


Auf einen Blick

(Update: 12.06.2020)

  • Wer reist kostenfrei? Alle in einem aktiven Dienstverhältnis stehenden Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr. Zusätzlich ist man dazu berechtigt die eigenen Kinder oder Enkel bis zu einem Alter von 14 Jahren kostenfrei mitzunehmen. Ab einem Alter von sechs Jahren müssen die Kinder bei der Buchung allerdings angegeben werden.
  • Wie reist man kostenfrei? In Uniform (siehe Hinweis weiter unten) mit Truppenausweis und Bundeswehr-Ticket, das eine vorherige digitale Buchungsberechtigung (eToken) benötigt. Wichtig: Ist auch nur eine der drei Legitimationen nicht gegeben, gilt die Fahrkarte als ungültig und man muss im Zug ein Ticket zum Flex-, bzw. Bordpreis nacherwerben. In Zügen ohne Fahrkartenverkauf an Bord gilt man als Reisender ohne gültige Fahrkarte und ist zur Zahlung eines erhöhten Beförderungsentgelts gemäß der Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG verpflichtet. 
  • Was ist ein eToken und wie erhält man diesen? Ein eToken ist ein digitaler Buchungscode, der dafür benötigt wird, den Fahrpreis bei der Buchung auf null zu senken. Diese Codes können über das IntranetBw (Zugriff nur von Dienstrechnern der Bundeswehr möglich)  erworben werden. Soldaten, die keinen Zugriff auf das IntranetBw haben, können über eine beauftragte Person ihrer Einheit oder Dienststelle ein eToken beziehen. Zusätzlich steht ab sofort eine App für den Bezug der eToken bereit. Mit dieser können Soldatinnen und Soldaten,  nach einmaliger Registrierung an einem Dienstrechner, die Token auch ganz bequem Zuhause oder unterwegs empfangen. Wichtig: Ein eToken gilt jeweils nur für eine Fahrkarte!
  • Wie kommt man an ein Ticket? Ab sofort kann man über den Sondereinstieg www.bahn.de/bundeswehr bis zu sechs Monate im Voraus Tickets buchen. Mit der Buchung und der Nutzung des eToken erhält man ein Bundeswehr-Ticket der 2. Klasse. 
  • Was ist mit einer Sitzplatzreservierung oder Tickets für die 1. Klasse? Eine Sitzplatzreservierung kann auf eigene Kosten entweder im regulären Online-Buchungsportal der Deutschen Bahn, im Reisecenter vor Ort oder beim Bahnpersonal direkt im Zug vorgenommen werden. Eine Aufwertung für die 1. Klasse ist auf eigene Kosten ebenfalls möglich – entweder beim Zugpersonal oder im Reisecenter. 
  • Wann kann man fahren? 365 Tage im Jahr, rund um die Uhr, auch an Wochenenden und Feiertagen. Die Fahrkarten sind personen- und zuggebunden, das heißt, dass man weder sein Ticket weitergeben noch mit einem anderen als auf der Fahrkarte angegebenen Zug reisen darf.
  • Welche Züge kann man nutzen? Sämtliche Züge des Fernverkehrs der Deutschen Bahn, also ICE, IC und EC. Dies schließt auch den Vor- und Nachlauf ein, also die Zugverbindungen vom Abfahrtsbahnhof zum Fernverkehr und/oder von dort zum Zielbahnhof. Zusätzlich umfasst die Vereinbarung auch ausgewählte Strecken der DBDeutsche Bahn-Regio. Vorerst gilt: Im Regionalverkehr sind nur die Züge kostenfrei buchbar, die im Portal angeboten werden. Eine „+City-Funktion“ ist in den Bundeswehr-Tickets hingegen nicht enthalten. Möchten Sie also Weiterfahrten im öffentlichen Personenverkehr der Städte und Gemeinden nutzen, muss dafür ein reguläres Ticket erworben werden. 
  • Was mache ich, wenn mein Zug ausfällt oder verspätet ist? Auch für die Bundeswehr-Tickets gelten die gesetzlichen Fahrgastrechte und Regelungen der Beförderungsbedingungen der Deutschen Bahn AG. Dies beinhaltet u.a., dass Sie bei Zugausfällen oder stark verspäteten Fahrten auch mit anderen als den von Ihnen gebuchten Zügen reisen dürfen. Die vollständige Regelung entnehmen Sie bitte den Fahrgastrechten der Deutschen Bahn AG. Fahrgeldentschädigung erhalten Sie hingegen nicht. Eine Ausnahme hierbei gilt nur, wenn Sie einen Aufpreis für die 1. Klasse gekauft haben.
  • Was gilt es bei der Uniform zu beachten? Alle Reisen (dies umschließt auch Privatreisen) können aufgrund einer Änderung in der Anzugordnung im Feldanzug Grundform, bzw. Bord- und Gefechtsanzug oder Dienstanzug angetreten werden. Allerdings ist die Kopfbedeckung auch innerhalb von Bahnhofsgebäuden zu tragen. Durch die Sichtbarkeit der uniformierten Soldatinnen und Soldaten in der Öffentlichkeit soll das Bild der Bundeswehr als Teil der Gesellschaft gestärkt werden. Hierbei müssen sich Soldatinnen und Soldaten ihrer besonderen Vorbildfunktion und der Wohlverhaltenspflicht bewusst sein. Von ihnen wird stets eine aktive Hilfsbereitschaft in allen Lebenslagen erwartet. Dies stattet Soldatinnen und Soldaten nicht mit besonderen Hoheitsrechten aus. Sie verfügen, wie jeder andere Bürger auch, über die so genannten „Jedermannsrechte“.
  • Was ist mit dem restlichen Nahverkehr und Busfahrten? Die Vereinbarung gilt zunächst noch nicht für die verschiedenen Verkehrsverbünde im Binnenverkehr. Mit diesen Verkehrsunternehmen, die Zug- und Busverbindungen im Wettbewerb anbieten, werden derzeit noch Verhandlungen geführt. Ziel ist es, schnellstmöglich eine bundesweite Ausdehnung zu erzielen.
  • Kann ich mein Ticket umbuchen oder stornieren? Bundeswehr-Tickets sind von der Stornierung oder vom Umtausch ausgeschlossen. Können Sie aus privaten Gründen die gewählte Zugverbindung nicht nutzen, müssen Sie sich mit einem weiteren eToken ein neues Bundeswehr-Ticket oder auf eigene Kosten ein reguläres Ticket buchen.
  • Entstehen den Soldatinnen und Soldaten Nachteile? Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer betont, dass Dienstreisende und Trennungsgeldempfänger durch die getroffene Vereinbarung nicht schlechter gestellt werden sollen. Zudem müssen die Fahrten nicht versteuert werden.
  • Betrifft die neue Regelung auch Dienstreisen und Familienheimfahrten? Die Vereinbarung führt zu keinen Veränderungen bei der Buchung, Durchführung und Abrechnung von dienstlich veranlassten Reisen in Anwendung des Bundesreisekostengesetzes. Die Wahlfreiheit des Reisemittels wird auch bei Dienstreisen mit der Bahn nicht berührt. Die Buchung der Reisemittel für dienstlich veranlasste Fahrten erfolgt wie bisher vornehmlich über die zuständigen Reisestellen des Travel Managements der Bundeswehr. Bei Familienheimfahrten, die von den Reisebeihilfen erfasst werden, gilt weiterhin die freie Wahl des Verkehrsmittels.
  • Ist es wirklich kostenfrei? Ja, Soldatinnen und Soldaten entstehen keine Kosten. Dafür zahlt die Bundeswehr einen Pauschalbetrag von ca. vier Millionen Euro. Das Fahrkartenkontingent ist nicht begrenzt, es ist dennoch vorausschauend und umsichtig zu planen, da nicht genutzte Fahrkarten nicht storniert oder zurückgegeben werden können und nachträglich erfasst, bzw. gemeldet werden müssen.

Kostenlos Bahnfahren: Ein Mitschnitt aus dem Programm von Radio Andernach


von Lars Neger  E-Mail schreiben

BFD: Der Berufsförderungsdienst

Die meisten kennen den Begriff, aber was sich im Detail dahinter verbirgt, wissen nur die wenigsten. Dabei ist der Service des Berufsförderungsdienst (BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr) für den reibungslosen Übergang vom militärischen ins zivile Berufsleben so vielseitig wie nützlich. Wir stellen den Herd in der Gerüchteküche aus und servieren Ihnen die Fakten.
Wolfgang P. vom Berufsförderungsdienst Münster räumt im Gespräch mit unserer Redakteurin Oberleutnant Christin Junge direkt mit einem beliebten Irrtum auf. Weder geht der Mannschafter automatisch auf den Kraftfahrerlehrgang noch der Portepee zur Technikerschule. Vielmehr ist es so, dass der BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr auch für einen kompletten Berufsneustart, unabhängig seiner vorherigen Verwendung, geeignet ist – je nach Interessen und Fähigkeiten.
  
AUDIO

Auf Eigeninitiative kommt es an

Wer im Angebotsdschungel der beruflichen Förderung den Überblick behalten möchte, beginnt am besten mit einem Beratungsgespräch bei seiner örtlichen BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Stelle. Was viele nicht wissen: Jedem Soldaten stehen pro Dienstjahr 45 Minuten Beratungszeit zur Verfügung. Wer diese Termine nicht wahrnimmt, hat natürlich auch nicht die Gelegenheit, mithilfe der BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Berater die passenden Angebote zu sondieren. Und an Interessenten aus der zivilen Wirtschaft mangelt es wahrlich nicht. So zeigt die Erfahrung, dass es jedes Jahr mehr Anfragen von verschiedenen Behörden und Arbeitgebern nach ausscheidenden Soldaten gibt.

AUDIO

Fristen, Anträge, Abläufe – auch für Unentschlossene

Ganz gleich, wie lange die Restdienstzeit noch dauert, zu Anfang steht die Kontaktaufnahme mit dem BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Standort-Team und das Erstgespräch. Bei Bedarf besteht im Anschluss an dieses Orientierungsgespräch die Möglichkeit einer Potentialanalyse, welche dem Kandidaten unter Berücksichtigung der Stärken, Schwächen, Interessen und Neigungen weitere Orientierungspunkte mit an die Hand gibt. Das Ergebnis kann dann in einem anschließenden Praktikum überprüft werden. Wie in allen Bereichen des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr gilt auch hier: Je früher man die Vorarbeit erledigt, desto besser verläuft der Übergang. Privatwirtschaftliche Unternehmen oder Behörden haben Bewerbungsfristen, die eingehalten werden müssen, und auch Vorgesetzte müssen ohne ihre zukünftig Ausscheidenden planen.

AUDIO

Die Vorgesetzten – Fürsorgepflicht und Dienstbetrieb

Wer dient, gleich in welcher Funktion, kennt die Problematik eines vollen Terminkalenders. Im alltäglichen Dienstbetrieb mag der Weg zu dem Berufsförderungsdienst daher manchmal weit weg erscheinen. Noch fordernder stellt sich die Thematik für Vorgesetzte dar, denn diese müssen zusätzlich dazu noch die Personalplanung ihrer Einheit im Auge behalten. Um Berufsförderung und Dienstbetrieb in Einklang zu bringen, hat Jörg L. vom BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Standortteam Wilhelmshaven einen ebenso nützlichen wie selbstverständlichen Tipp: Das Gespräch mit dem Berater suchen. So ließen sich die meisten Terminkollisionen unproblematisch aus dem Weg räumen.

AUDIO

Vielfältige Betätigungsfelder nach der Dienstzeit

2017 fanden über den BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr 7% der Ausscheider im Gesundheitswesen eine Anstellung, 11% wechselten ins Handwerk, 15% in den Dienstleistungssektor, 17% gingen in die Industrie und fast 27% in den öffentlichen Dienst. Katharina P. führte der Weg nach zwölf Dienstjahren als Offizier zur Deutschen Post, wo sie mittlerweile als Abteilungsleiterin arbeitet. Dort sieht Katharina P. (Hauptmann a.D.) viele Parallelen zum altbekannten Dienstbetrieb, wie sie unserer Redakteurin verrät. Aber nicht nur die Deutsche Post hat eine Kooperationspartnerschaft mit der Bundeswehr. Auch die REWE Group schätzt die Vorteile, die ehemalige Soldaten mit in den Betrieb bringen. Besonders unsere Kameradschaft wird von vielen Arbeitgebern auf dem zivilen Markt geschätzt.

 AUDIO

 AUDIO

Exportschlager Kameradschaft

Melanie G. von der REWE Group ist sich sicher, dass ehemalige Soldaten aufgrund des Kameradschaftsgedankens während der aktiven Zeit eine ausgeprägte Teamfähigkeit mit in den Betrieb bringen. Und insbesondere ehemalige Feldwebel und Offiziere verfügen über eine kompetente Führungsausbildung. Es ist keine Seltenheit, dass ehemalige Soldaten in der REWE Group direkt mit der Führungsverantwortung eines Teams betraut werden.

AUDIO

Zweigleisige Planung

Obwohl man vielleicht als langfristiges Ziel die Ernennung zum Berufssoldaten anstrebt, lohnt es sich dennoch, sich parallel mit den Angeboten des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr auseinanderzusetzen. So geht es auch Oberfeldwebel Anja S. Lange vor ihrem Dienstzeitende nutzt sie bereits die Angebote des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr, um zwei Rhetorik-Kurse zu belegen. Für nächstes Jahr plant sie zusätzlich eine Ausbildung zur Wirtschaftsfachwirtin. Anja S. informierte sich im Voraus online und im persönlichen Gespräch mit den BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Beratern über die Auswahl an individuellen Fördermöglichkeiten. Durch diese vorausschauende Planung ist Oberfeldwebel Anja S. jedenfalls gut für jede Eventualität gerüstet, ob nun langfristig in Uniform oder anschließend in der freien Wirtschaft.

AUDIO

Von der Truppe an die Universität

Exemplarisch für die vielfältigen Fördermöglichkeiten des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr stehen die Werdegänge von Kim T. und Markus S. Während Kim T. noch aktiv Dienst als Mannschafter leistet, war Markus S. während seiner Zeit Offizier. Beiden, unabhängig ihrer militärischen Verwendungen, ermöglicht der BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr eine universitäre Ausbildung. Kim T. studiert unter hohem persönlichen Einsatz neben seinem regulären Dienst Betriebswirtschaftslehre und Wirtschaftspsychologie, Markus S. entschied sich für Wirtschaftsingenieurwesen. Alles gedeckt durch die Leistungen des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr. Ein Rechenbeispiel macht die Möglichkeiten deutlich: Als SaZSoldatinnen und Soldaten auf Zeit 12 hat man Anspruch auf Förderung schulischer und beruflicher Bildung von 60 Monaten und bekommt dazu einen Kostenhöchstbetrag von bis zu 21000 €, abhängig vom Einstellungsjahr. Was das bedeutet und die genaue Liste gibt es im aktuellen BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr-Flyer oder natürlich während eines Beratungsgesprächs.

AUDIO

AUDIO

„Fünf Minuten vor der Zeit, ist des Soldaten Pünktlichkeit„

Wer kennt das Sprichwort nicht? Für Soldaten sind Tugenden wie Pünktlichkeit und Ordentlichkeit keine Fremdwörter. Laut Stefan R. vom Bauindustrieverband NRWNordrhein-Westfalen gälte dies für viele Berufsanfänger und Schüler allerdings nicht unbedingt. Das ist unter anderem ein Grund, wieso das Baugewerbe ehemalige Soldaten mit offenen Armen empfängt. Wer Interesse, Eignung oder Vorerfahrung mitbringt, hat gute Karten, seine Karriere „auf dem Bau“ richtig in Schwung zu bringen. Und das mit guten Aufstiegschancen. Der Weg vom Facharbeiter zum Bauleiter ist keine Seltenheit. Aus-, Fort- und Weiterbildung oder auch ein Studium machen Quereinsteiger fit für die zu Unrecht mit Imageproblemen kämpfende Branche. Denn finanziell kann sich das Angebot durchaus sehen lassen. Laut Tarifvertrag stehen Berufsanfängern 17,80€ Stundenlohn zu. Noch reizvoller wird es dann mit dem Meistertitel ...

AUDIO

AUDIO

Immer mehr Kooperationspartner

Als Leiter Einkauf ist Leutnant d.R. Markus S. in einer gänzlich anderen Branche für die WISAG tätig. Als Dienstleister in den Bereichen Luftfahrt, Facility-Management und Industrie ist die WISAG ein neuer vielseitiger Kooperationspartner des BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr. Ob in der Baubranche, der Industrie oder im Dienstleistungssektor - die Zahl der Kooperationspartner der Bundeswehr wächst. Der BFDBerufsförderungsdienst der Bundeswehr baut seine Kontakte zu Verbänden, Firmen oder Kammern kontinuierlich aus, um die jährlich zwischen 10.000 und 15.000 ausscheidenden Soldaten optimal zu betreuen und den Übergang in ein ziviles Erwerbsleben gleichzeitig effektiv und zielführend zu gestalten.
  
AUDIO

AUDIO


 

Weitere Themen