Im Interview: Kommandeur Matthias Blaesing

Im Interview: Kommandeur Matthias Blaesing

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Oberstleutnant Matthias Blaesing ist der scheidende Kommandeur des Aufklärungsbataillons 8 aus Freyung. Zum Ende des Monats übergibt er den Verband an seinen Nachfolger. Die Durchführung der Übung Allied Recon war ihm eine Herzensangelegenheit – auch in Zeiten der COVID-19Coronavirus Disease 2019-Pandemie. Im Interview erklärt er, warum das so ist.

Porträt von Oberstleutnant Matthias Blaesin
Oberstleutnant Matthias Blaesing
Wir kennen nun die Defizite und können sie gezielt angehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Truppe im März guten Gewissens in den Einsatz schicken können.

Eine landkreisübergreifende Übung mit beinahe 500 Teilnehmern aus der ganzen Republik – muss das angesichts rasant steigender Infektionszahlen sein?

Ja, das muss sein. Da gibt es keine zwei Meinungen. Allied Recon dient zu 100 Prozent der Einsatzvorbereitung für Mali. Und wenn wir unseren Männern und Frauen und deren Angehörigen künftig in die Augen sehen wollen, müssen wir die bestmögliche Ausbildung für den Einsatz bieten.

Was haben Sie zum Schutz der Teilnehmenden vor COVID-19Coronavirus Disease 2019 getan?

Dafür haben wir einen immensen Aufwand getrieben. Wir haben Schichtsysteme gefahren und vier strikt voneinander abgeschottete Kohorten gebildet. Dazu getrennte Unterkünfte sowie getrennte Verpflegung und sanitäre Versorgung auf dem Kasernengelände. Hinzu kamen Schnelltests, wo das nach Einschätzung der Sanitäter angezeigt war. Das hat in der Summe sicher 20 bis 30 Prozent der Arbeit für die Übungsvorbereitung ausgemacht. Aber es gab keine Corona-Fälle bei uns.

Wie haben Sie die Schwerpunkte der Einsatzvorausbildung festgelegt?

Die haben wir anhand der jüngsten Einsatzerfahrungen identifiziert. Unsere zweite Kompanie ist erst im Frühjahr aus Mali zurückgekehrt. Unsere belgischen und irischen Kameraden der gemischten Aufklärungskompanie sind dort allein drei Mal angesprengt worden. Sämtliche lessons learnt sind in die Planung der Übung eingeflossen.

Können Sie Beispiele nennen?

Wir wollten zum einen, dass sich die Angehörigen des Kontingents so früh wie möglich kennenlernen und miteinander arbeiten. Deswegen bin ich froh, dass wir die Kameraden von den Gebirgsjägern und der Luftwaffe dabeihaben, die in Mali die force protection bilden werden. Auch der LUNALuftgestützte unbemannte Nahaufklärungsausstattung-Zug vom Aufklärungsbataillon 7 hat hier mit uns geübt. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Verbesserung der Fremdsprachenkenntnisse. Im Einsatz muss die Kommunikation auf Englisch funktionieren. Deshalb haben wir unsere Kameraden von der USUnited States Army dazu gebeten.

Wie ist Ihr Fazit mit Blick auf die Übung?

Wir haben unser Ziel erreicht. Und das war eine ehrliche Bestandsaufnahme zu unseren Fähigkeiten. In vielen Bereichen sind wir schon weit gekommen, aber es gibt überall noch genug zu tun. Bis März bleibt noch viel Ausbildungsarbeit zu leisten. Wir kennen nun die Defizite und können sie gezielt angehen. Ich bin zuversichtlich, dass wir die Truppe im März guten Gewissens in den Einsatz schicken können.

von Markus Tiedke