Rückblick: Landes- und Bündnisverteidigung im Kalten Krieg

Wäre der Kalte Krieg in seine heiße Phase getreten, rechneten Ost und West mit einem direkten Schlagabtausch in Europa. Die beiden deutschen Staaten lagen an der Grenzlinie zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt. Deutschland wäre zum Hauptschlachtfeld geworden. Der Einsatz von Atomwaffen war auf beiden Seiten eine eingeplante Handlungsoption.

Schwarz-Weiß-Aufnahme: Mehrere Panzer stehen nebeneinander im Gelände
Bundeswehr/Carl Eberth

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Bundeswehr: Verteidigung durch Abschreckung

Der Beitritt Westdeutschlands zur NATO und die Gründung der Bundeswehr gingen Hand in Hand. Denn zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war die Befürchtung groß, dass es einen neuen Krieg in Europa geben könnte – zwischen den Großmächten Sowjetunion und USAUnited States of America, dem Warschauer Pakt und der NATO. Die Wiederbewaffnung Deutschlands war notwendig geworden. Die Einführung der Wehrpflicht sorgte dafür, dass binnen weniger Jahrzehnte die junge Bundeswehr eine der stärksten Streitkräfte der NATO stellte – ihr Auftrag war es, die Bundesrepublik an der Seite der Westalliierten zu verteidigen.

Schwarz-Weiß-Aufnahme von Panzern und Hubschraubern im Gelände

Die Bundeswehr im Kalten Krieg

Ihr Auftrag: Verteidigung an der Landesgrenze.

Im Video: Großübungen der Bundeswehr im Kalten Krieg

Wäre der Ost-West-Konflikt eskaliert, hätten sich an der deutsch-deutschen Grenze zwei deutsche Streitkräfte gegenübergestanden – und auf eigenem Territorium bekämpft: die Nationale Volksarmee auf der Seite des Warschauer Pakts und die Bundeswehr, unterstützt von ihren NATO-Bündnispartnern. Ein Krieg mitten in Deutschland: Das Bundesgebiet wäre zum Schlachtfeld geworden. Diesen Ernstfall übten die NATO-Partner regelmäßig in großen Manövern, an denen zehntausende Soldaten beteiligt waren – ein bedrückendes Szenario, das sich glücklicherweise nie vom kalten zum heißen Krieg entwickelte. Nicht zuletzt dank eines glaubhaften Abschreckungspotenzials auf Seiten der NATO-Staaten.