Schutz der Nord- und Ostsee

Erstes Ölaufklärungsflugzeug Do 228 LM modernisiert

Erstes Ölaufklärungsflugzeug Do 228 LM modernisiert

  • Modernisierung
  • AIN
Datum:
Ort:
Wurster Nordseeküste
Lesedauer:
2 MIN

Planmäßig hat das erste der beiden zur „Luftüberwachung Meeresverschmutzung“ von der Bundeswehr betriebenen Luftfahrzeuge des Typs Dornier 228 (Do 228 LM) eine neue Missionsausstattung erhalten.

Ein weiß-blaues Flugzeug fliegt über dem Meer

Die erste Do 228 LM ist jetzt auf dem neuesten technischen Stand

Bundeswehr/Maylin Wied


Das Flugzeug mit der Kennung 57+04 wurde nach einem letzten Softwareupdate am 8. Juni 2022 wieder für den Einsatz als Ölaufklärer freigegeben.

Marine betreibt Luftfahrzeuge im Auftrag des BMDVBundesministerium für Digitales und Verkehr

Auf Grundlage des Internationalen Übereinkommen von 1973 zur Verhütung der Meeresverschmutzung durch Schiffe (MARPOL Übereinkommen) überwacht das zivile Havariekommando in Cuxhaven im Auftrag des Bundesministeriums für Digitales und Verkehr (BMDVBundesministerium für Digitales und Verkehr) das Hoheitsgebiet der Bundesrepublik Deutschland über der Nord- und Ostsee.

Über eine ressortübergreifende Vereinbarung zwischen dem BMDVBundesministerium für Digitales und Verkehr und dem BMVgBundesministerium der Verteidigung führt die Bundeswehr diese Aufgabe mit zwei Luftfahrzeugen permanent durch. Stationiert sind die beiden Do 228 LM beim Marinefliegergeschwader 3 „Graf Zeppelin“ im niedersächsischen Nordholz (Gemeinde Wurster Nordseeküste).

Umfangreiche Modernisierung

Die Missionsanlagen der beiden Luftfahrzeuge waren aufgrund des Alters der Anlagen trotz zahlreicher Aktualisierungen inzwischen obsolet. Eine Versorgung mit Ersatzteilen durch die Industrie war weder technisch umsetzbar, noch wirtschaftlich sinnvoll.

Die neue Missionsanlage der Do 228 LM verfügt jetzt über eine Geo-referenzierte Sensordarstellung. Hierbei werden die erfassten Sensordaten automatisch auf die elektronische Seekarte an der Konsole übertragen. Auch die „Augen“ des Luftfahrzeugs wurden verbessert: So wurden der Primärsensor der Ölaufklärung, das Side-Looking-Airborne-Radar (kurz: SLARSide Looking Airborne Radar) mit einer Observationsbreite von jetzt bis zu 80 km und der elektro-optische Infrarot-Sensor erneuert. 

Ein Computer im inneren eines Flugzeuges

Die neue Bedienkonsole des Operators

Aerodata AG/Marc Stantien


Eine weitere wichtige Neuerung ist die Schnittstelle zwischen der Bedienkonsole und dem Flug-Management-System (kurz: FMSForeign Military Sales) im Cockpit. Dadurch kann der Operator dem Piloten z. B. direkt missionsabhängige Wegpunkte übermitteln, die dieser dann anfliegen soll.  

Für komplexe Ölaufklärungsmissionen stehen außerdem zwei zusätzliche, mobile Auswertestationen in der Kabine zur Verfügung.

Die neue Satellitenkommunikationsanlage ermöglicht einen gesicherten VPNVirtual Private Network-Austausch mit der Bodenstation, über den auch Live-Videos in das maritime Lagezentrum des Havariekommandos übertragen werden können.

Das Cockpit eines Flugzeuges mit vielen Instrumenten, Knöpfen und Schaltern.

Das modernisierte Cockpit

Aerodata AG/Marc Stantien


Ebenso wurde mit der Implementierung einer entsprechenden Funkschnittstelle die Kommunikation am Boden erleichtert. Die bisherigen typischen Handzeichen bei Bodenläufen, Schleppvorgängen usw. zwischen Cockpitbesatzung und Bodenpersonal können so entfallen.

Der Vertrag

2020 hat das BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr die Firma Aerodata AG mit der Modernisierung der Missionsausrüstung der beiden deutschen Seefernaufklärungsflugzeuge vom Typ Dornier 228 beauftragt. Für die Integration der Missionsanlage hat sich Aerodata die Unterstützung der systembeteuenden Firma General Atomics AeroTec Systems gesichert. Diese bestätigte die Systemverträglichkeit der Missionsanlage in der Do 228 gegenüber dem Luftfahrtamt der Bundeswehr.

Ziel des Projektes ist die Erhöhung der Zukunftsfähigkeit der bestehenden Missionssysteme, der Sensorik, der Kommunikationssysteme, des Ersatzteilpakets und des Bodensegments. Die Aufwendungen für den Betrieb und die jetzige aktuelle Umrüstung werden vom BMDVBundesministerium für Digitales und Verkehr übernommen.

Wie geht es weiter?

Nachdem das erste Flugzeug wieder einsatzbereit ist, steht ab November 2022 die Umrüstung der zweiten Do 228 LM an. Die Arbeiten finden ebenfalls auf dem Gelände der Aerodata AG am Flughafen Braunschweig-Wolfsburg statt und werden im zweiten Halbjahr 2023 beendet sein. Somit ist eine Weiterführung dieser Erfolgreichen Kooperation zwischen BMDVBundesministerium für Digitales und Verkehr und BMVgBundesministerium der Verteidigung technisch bis über die nächste Dekade sichergestellt.

von Bernd Lehmen  E-Mail schreiben

Mehr Informationen

Hier finden Sie mehr Informationen zum Flugzeug und zur Stationierung.

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