Wie eine Bundeswehr-Software die Luftfahrt sicherer gegen Vogelschlag macht
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- Euskirchen
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Vögel können für die Luftfahrt zur Gefahr werden – besonders während der Zugzeiten im Frühjahr und Herbst. Um das Risiko von Kollisionen zwischen Vögeln und Luftfahrzeugen besser einschätzen zu können, setzt die Bundeswehr auf eine moderne Software. Diese nutzt Radardaten zur Überwachung von Vogelbewegungen und ermöglicht frühzeitige Warnungen.
Bei Kollisionen mit Vögeln besteht große Gefahr für Piloten und Luftfahrzeuge. Herabfallende Trümmer können Personen am Boden verletzen oder töten.
Bundeswehr/Jerry AndreJedes Jahr ziehen Milliarden Vögel über Deutschland. Dieses Naturphänomen ist beeindruckend, stellt aber gleichzeitig ein ernstes Risiko für die Luftfahrt dar. Vogelschwärme gefährden den Flugbetrieb. Sie können zu Schäden führen und stellen damit auch ein Risiko für Menschen in der Luft und am Boden dar.
Auch die Bundeswehr ist davon betroffen: Allein im Jahr 2024 gingen 10 Prozent der wildtierschlagbedingten Zwischenfälle im Flugbetrieb der Bundeswehr mit einem Schaden einher. Der Vogelzug ist damit ein wiederkehrendes Risiko, das verlässlich eingeschätzt werden muss.
Die Herausforderung: Vogelbewegungen sind dynamisch und stark vom Wetter abhängig. Wind, Temperatur, Niederschlag und andere Wetterereignisse beeinflussen, wann und in welcher Höhe Vögel ziehen.
Bis 2025 stand für die Erfassung und Auswertung von Radardaten zur Erstellung von Vogelzugwarnungen für die militärische Luftfahrt eine ältere Softwarelösung zur Verfügung. Diese war technisch überholt und nur eingeschränkt wartbar.
Mit VoVisWxBw hat die Bundeswehr eine moderne Software entwickelt, die genau hier ansetzt. Die Anwendung wurde programmiert vom Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr und Fähigkeitsentwicklung CIR (ZDigBw) in enger Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Geoinformationswesen der Bundeswehr (ZGeoBw).
Die wichtigsten Funktionen im Überblick:
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen am ZGeoBw direkt in die sogenannten BIRDTAM-Meldungen ein. BIRDTAM steht für Bird Notice to Airmen, also Vogelschlagwarnung. Die durch das ZGeoBw erstellten Meldungen werden sowohl militärischen als auch zivilen Nutzern zur Verfügung gestellt.
Mit VoVisWxBw lassen sich die Risiken eines Vogelschlags besser erkennen und bewerten. Das erhöht die Sicherheit für Besatzungen und Luftfahrzeuge gleichermaßen. Die Software unterstützt unter anderem
VoVisWxBw im laufenden Betrieb: Das Fachpersonal des ZGeoBw kann Gefahren für den Flugverkehr durch Vögel erkennen.
Bundeswehr/ZDigBw
Die Bundeswehr registriert jährlich über 130 Kollisionen mit Vögeln. Hier ein Eurofighter am Flugplatz Nörvenich nach einem Vogelschlag.
Bundeswehr/Flugsicherheit NörvenichEin entscheidender Erfolgsfaktor für VoVisWxBw war die enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Fachanwendern. Innerhalb von nur wenigen Monaten entstand die neue Software im Rahmen eines agilen Entwicklungsprozesses, der Ende 2025 abgeschlossen wurde. Das Fachpersonal des ZGeoBw konnte dabei kontinuierlich Anforderungen einbringen und neue Funktionen direkt im Arbeitsalltag testen. „So entstand eine Software, die exakt unseren Bedürfnissen entspricht“, berichtet die Technische Regierungshauptsekretärin Stefanie D.
VoVisWxBw zeigt, wie moderne Technologien und agile Methoden die Einsatzfähigkeit der Bundeswehr konkret verbessern können – auch in spezialisierten Bereichen wie der Vogelzugberatung.
Gerade vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an die Sicherheit im Luftraum liefert das Projekt einen wichtigen Beitrag: präzisere Daten und schnellere Auswertung für den Flugbetrieb. Damit ist die Software nicht nur ein Fortschritt für die Flugsicherheit, sondern auch ein Beispiel für erfolgreiche Digitalisierung innerhalb der Bundeswehr.
von Franziska Hennecke E-Mail schreiben