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Wie die Seetaube bei der Aufklärung auf See unterstützt

Ausrüstung und Technik

Wie die Seetaube bei der Aufklärung auf See unterstützt

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Ob Boje, Drohne oder feindliches Flugzeug: Soll ein Objekt genau lokalisiert werden, muss es von zwei Orten aus angepeilt werden. Erst so werden aus einer Richtung eindeutige Koordinaten. Genau dabei soll künftig die Seetaube, ein unbemanntes Überwasserfahrzeug, die Aufklärung auf See als flexibel einsetzbare weitere Peilbasis unterstützen. 

Ein kleines unbemanntes Boot mit Deutschland-Flagge fährt auf dem Wasser.

Etwa sechs Meter lang und ausgestattet mit Sensoren, Kameras und Radar: Die Seetaube soll künftig alleinfahrende Einheiten auf See bei der unmittelbaren Verortung von Signalen unterstützen

Bundeswehr/Hilm

Hybride Aktivitäten unterhalb der Schwelle eines militärischen Konflikts machen auch die Sicherheitslage auf See immer komplexer. Auch Aktionen gegen militärische Infrastruktur sind möglich und erfordern flexible Antworten. Die Bundeswehr arbeitet stetig daran, ihre Fähigkeiten weiterzuentwickeln, um verdächtige Aktivitäten frühzeitig zu erkennen, Angriffe eindeutig zu attribuieren und in Echtzeit darauf reagieren zu können. Dabei geht es nicht nur um den Ersatz alter Systeme, sondern auch um die Stärkung und den Ausbau bestehender Strukturen. Das neue System Seetaube trägt dazu bei.

Verstärkung der Aufklärung auf See

Ausgerüstet mit Sensoren, Kameras und Radar soll dieses unbemannte Überwasserfahrzeug künftig die Aufklärung auf See unterstützen. Besonders nützlich ist dies für alleinfahrende Boote und Schiffe der Bundeswehr, denn um ein Signal präzise zu verorten, muss man es von zwei bekannten Koordinaten aus anpeilen. Dieses Verfahren wird Kreuzpeilung genannt. Die Seetaube fungiert dann zusätzlich zum Schiff als flexibel einsetzbare zweite Peilbasis. Doch das ungefähr sechs Meter lange, unbemannte System kann noch mehr.

Die Fähigkeiten der Seetaube im Überblick:

Das Innovationsprojekt ist eine Initiative des Cyber Innovation Hub der Bundeswehr in Zusammenarbeit mit dem Zentrum Digitalisierung der Bundeswehr und bündelt neueste technische Entwicklungen, um Aufklärungsdaten schneller und präziser verfügbar zu machen.

Ein Soldat in Uniform schaut auf ein in Entfernung auf See fahrendes kleines Boot.

Die Taufe des unbemannten Überwasserfahrzeugs Anfang August ist ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zum Seebetrieb

Bundeswehr/Hilm

Meilensteine und nächste Schritte

Im August 2026 fand die feierliche Taufe der rund sechs Meter langen Seetaube in Eckenförde statt. In der nächsten Phase stehen in den kommenden Monaten unterschiedliche Tests an, bevor das System offiziell in Dienst genommen wird. Im ersten Schritt steht die Ausbildung des nutzenden Personals im Fokus, das mit dem System und seiner Steuerung vertraut gemacht werden muss. Danach wird das Überwasserfahrzeug im eigentlichen Seebetrieb und im Anschluss im Rahmen einer Aufklärungsmission auf Herz und Nieren geprüft. Dies ist wichtig, um Potenziale zu erkennen, Optimierungen vornehmen zu können oder technische Probleme frühzeitig zu identifizieren und gegensteuern zu können.

Symbolik und Namensgebung

Namensgeber der Seetaube ist ein schwarzer Seevogel, der an der nordamerikanischen Westküste sowie der sibirischen Ostküste beheimatet ist. Mit der Namenswahl soll zum einen zum Ausdruck gebracht werden, dass es sich um ein unbewaffnetes, dem Frieden verpflichtetes System handelt. Zudem steht TAUBE passenderweise für Taktische Aufklärungs- und Beobachtungs-Einheit und damit für den Hauptzweck der Seetaube: Aufklärung.

von Franziska Hennecke  E-Mail schreiben

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