Cyberverteidigung ist eine Teamleistung
Bei der größten Cyberverteidigungs-Übung der NATO trainieren CIR-Kräfte gemeinsam mit anderen Akteuren den Schutz lebenswichtiger Einrichtungen.
Wohin geht es in 2025 und der folgenden Zeit für die jüngste Teilstreitkraft der Bundeswehr? Angesichts der Anforderungen der aktuellen weltpolitischen Lage und der großen Bedeutung der Dimension Cyber- und Informationsraum im modernen Krieg hat der Stellvertretende Inspekteur zu Jahresbeginn den weiteren Weg für die Teilstreitkraft CIR aufgezeigt.
Mehr Digitalisierung, mehr personelle Einsatzbereitschaft und eine klare Ausrichtung auf Multi Domain Operations: Generalmajor Jürgen Setzer legt das Lastenheft der Teilstreitkraft CIR bis 2029 vor.
Bundeswehr/Stefan UjBeim diesjährigen CIR-Konvent machte Generalmajor Jürgen Setzer deutlich: Die jüngste Teilstreitkraft der Bundeswehr muss sich – genau wie jeder andere Bereich – den Bedrohungen der Gegenwart und Zukunft stellen und sich auf den Schutz der Bundesrepublik und der NATO fokussieren. Das Ziel ist klar formuliert: Kriegstüchtigkeit bis 2029. Gleichzeitig ist Deutschland bereits heute Angriffen im Cyber- und Informationsraum ausgesetzt. Daher muss die TSK schon jetzt in der Lage sein, auf Angriffe zu reagieren und den Kampf im Cyber- und Informationsraum zu führen. „Fight tonight“, also die Bereitschaft und die Befähigung, kalt zu starten und sofort den Kampf aufzunehmen, steht für die TSK CIR deshalb an oberster Priorität.
Der mittlerweile drei Jahre andauernde Angriffskrieg Russlands gegen die Ukraine zeigt, wie groß der Einfluss modernster technologischer Fähigkeiten, von Innovationsbereitschaft und Innovationsgeschwindigkeit sowie das entsprechende Mindset in einem modernen Konflikt wirklich sind.
Durch die stark gewachsene Relevanz und die enorme Dynamik dieser Dimension, alleine durch die Entwicklungen im Bereich KI, entwickeln sich die Aufgaben der TSK und die Anforderungen stets weiter und wachsen kontinuierlich. Bei Multi Domain Operations, dem vernetzten Gefecht unter Einbindung des Cyber- und Informationsraums, muss die TSK CIR als Augen, Ohren und zentrales Nervensystem der Streitkräfte deshalb künftig eine noch zentralere Rolle einnehmen. Die Grundsteine dafür werden in den nächsten fünf Jahren gelegt und die notwendigen Elemente in Ausbildungen und Übungen verankert. Nur eng vernetzt mit den anderen TSK kann CIR den eigenen Auftrag umsetzen. Konsequente Digitalisierung der Bundeswehr und die Befähigung zu Multi Domain Operations sind damit die Voraussetzungen für das „Fight tomorrow“, die Kriegstüchtigkeit 2029.
Der Zeitdruck ist hoch und nicht nur die strukturellen Voraussetzungen müssen schnell geschaffen werden. Auch die persönliche Vorbereitung aller Angehörigen der TSK muss so schnell wie möglich abgeschlossen werden. Es muss klar sein, wie sich die Zuständigkeiten und Aufgabenfelder im Kriegsfall verändern. Es ist ein Kraftakt, den die Führung gemeinsam mit jedem und jeder Einzelnen im CIR angehen und umsetzen muss. Entscheidend sind dafür die Kommandeurinnen und Kommandeure, sowie die Dienststellenleiterinnen und Dienststellenleiter der TSK. Sie müssen dabei unterstützt werden, die eigenen Soldatinnen und Soldaten sowie die zivilen Mitarbeitenden auf ihre individuelle Kriegstüchtigkeit vorzubereiten.
von Luna van Balen E-Mail schreiben