Cyber- und Informationsraum

Zwei starke Partner vermindern Risiko für die Marine

Zwei starke Partner vermindern Risiko für die Marine

  • Kooperation
  • Cyber- & Informationsraum
Datum:
Ort:
Euskirchen
Lesedauer:
2 MIN

Am 19. Mai unterzeichneten der Kommandeur des Zentrums für Geoinformationswesen der Bundeswehr (ZGeoBw), Brigadegeneral Peter Webert, und der Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Prof. Dr. Gerhard Adrian, einen Vertrag über die Weiterentwicklung der Kopplung des globalen Wettervorhersagemodells mit dem Seegangsmodell.

Aufnahme des schriftlichen Vertrages.

Der Vertrag zwischen ZGeoBw und DWD

Bundeswehr/ZGeoBw

Brigadegeneral Webert verfolgt damit weiter seine 34 definierten Handlungsfelder zur künftigen Ausrichtung des Geoinformationsdienstes der Bundeswehr (GeoInfoDBw) bis 2030 und setzt mit dem Deutschen Wetterdienst auf „einen starken Partner“. Vertragsgegenstand des über 28 Monate laufenden Vertrages ist, dass der DWD auf Anforderung des GeoInfoDBw gegen Kostenerstattung Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zur Kopplung des Wettervorhersagemodells mit dem Seegangsmodell durchführen wird. Bisher werden Vorhersagemodelle für Wetter und Seegang ohne Wechselwirkungen getrennt voneinander berechnet. Dies gilt sowohl für die Vorhersagemodelle auf globaler, als auch auf regionaler beziehungsweise lokaler Skala.

Der Soldat sitzt hinter seinem Schreibtisch und arbeitet an einem Computer.

In einer Videokonferenz wurde der Vertrag zwischen Offenbach und Euskirchen digital unterschrieben.

Bundeswehr/Ralf Keller

Qualitätssteigerung sowohl der Wetter- als auch der Seegangsvorhersagen

Ziel der jetzt vereinbarten Forschungs- und Entwicklungsarbeiten ist, dass der Bundeswehr in Zukunft ein gekoppeltes Modellsystem für Wetter- und Seegangsvorhersagen für globale Vorhersagen eigenständig zur Verfügung stehen wird. Nach Ende der Vertragslaufzeit wird die Bundeswehr für ihre weltweiten Einsatz- und Interessensgebiete dabei die Möglichkeit haben, das gekoppelte Modellsystem für höher aufgelöste regionale/lokale Einsatzgebiete weltweit zu berechnen. Durch die dann mögliche modellinterne Rückkopplung zwischen Wetter und Seegang, wird eine weitere Qualitätssteigerung sowohl der Wetter- als auch der Seegangsvorhersagen erwartet. Diese Steigerung der Vorhersagequalität dient insbesondere der bestmöglichen Risikominimierung weltweit operierender seegehender Einheiten der deutschen Marine.

Eine digitale Abbildung der Wind- und Seegangsvorhersage für den Nordatlantik.

Wind- und Seegangsvorhersage für den Nordatlantik.

Bundeswehr/ZGeoBw

Gemeinsame Hochleistungsrechner

Sowohl die nötigen Testrechnungen während der Entwicklung als auch die künftigen routinemäßigen Modellberechnungen des zu entwickelnden gekoppelten Modellsystems werden auf den Hochleistungsrechnern des vom DWD und der Bundeswehr gemeinsam betriebenen Deutschen Meteorologischen Rechenzentrums (DMRZ) durchgeführt. Bereits 2020 haben dazu Brigadegeneral Webert und Prof. Adrian den neuen Supercomputer der Firma NEC in Betrieb genommen. Tag für Tag empfängt, verarbeitet und speichert der Großrechner Millionen Wetterdaten aus aller Welt und berechnet das Wetter der kommenden sieben Tage für den ganzen Globus. Vom DWD werden hier mehrmals täglich Wettervorhersagemodelle mit unterschiedlichen horizontalen und vertikalen Auflösungen für die ganze Welt, Europa und Deutschland gerechnet. Mit ihrem Rechneranteil von etwa 20 Prozent stellt die Bundeswehr die eigene Versorgung mit aktuellen, hochaufgelösten und hochwertigen Wetterinformationen sicher. Die Bundeswehr betreibt zusätzlich 15-20 weltweit verschiebbare Regional- und Gefechtsfeldmodelle für alle Einsatz- und Interessensgebiete (1 bis 7 Kilometer Auflösung).

Der Soldat steht links und der Zivilist steht rechts, beide haben eine Hand auf einem roten Knopf.

Gemeinsame Inbetriebnahme des Supercomputers der Firma NEC durch Brigadegeneral Webert und Prof. Dr. Adrian.

Bundeswehr/ZGeoBw


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