Herr Oberst, welche Rolle haben Sie und Ihr Referat bei der CWIX 2022?
Mein Referat ist federführend für die Gesamtkoordination aller Anteile des BAAINBw auf der CWIX 2022. Das betrifft verschiedene Abteilungen aus unserem Haus, sowie die Wehrtechnische Dienststelle für Informationstechnologie und Elektronik, kurz die WTD 81. Das BAAINBw ist an mehreren Projekten auf der CWIX, die sich in ganz unterschiedlichen Phasen befinden, zentral involviert. Das können Projekte wie MobKommSysBw sein, die sich bereits in der Realisierung befinden und hier durch uns langfristig betrachtet werden können. Wie verändern sich Anforderungen, werden alle Vorgaben gemäß FMN auch langfristig eingehalten? Wie zufrieden ist die nutzende Truppe? Gleichzeitig haben wir hier aber auch Projekte in der Voranalysephase, was heißt, dass wir versuchen, die Herausforderungen von morgen zu antizipieren und Projekte auf noch entstehende Vorgaben vorzubereiten. Hier haben wir eine großartige Chance, Entwicklung zu überprüfen und steuernd einzugreifen.
Sie erwähnen Projektphasen und Entwicklungen, zeigt sich das bei der jährlichen Teilnahme des BAAINBw bei der CWIX?
Das zeigt sich ganz deutlich und ich behaupte, auch nicht nur für uns. Fähigkeiten und Projekte auf der CWIX folgen den durch die Spirals des FMN vorgegebenen Anforderungen. Stark vereinfacht könnte das so aussehen: Die aktuellen Vorgaben für alle Mitglieder ist Spiral drei. Wir testen jetzt gerade ein Projekt nach Spiral fünf. Nächstes Jahr, wenn das Projekt kurz vor der Einführung steht und Spiral vier aktuell ist, können wir wieder die CWIX nutzen, um die Bedingungen erneut zu überprüfen. Und im übernächsten Jahr, wenn das Projekt dann gemäß Spiral fünf eingeführt wird, gibt es gewissermaßen die Endabnahme. Damit nicht genug: Im besten Fall wird diese Fähigkeit weiter die CWIX besuchen und auf Spiral sechs und folgende getestet. Warum? Damit wir nicht von vorn beginnen müssen, sondern ressourcenschonend IT-Services nur anpassen müssen. Kein Projekt in der IT ist jemals abgeschlossen, es geht immer weiter und genau das steht auf der CWIX im Fokus.
Welche besonderen Herausforderungen gibt es für Sie?
Es ist immer sehr schwer, die Teilnahme an multinationalen Netzwerken zu realisieren. Für die jeweiligen Projektleiterinnen und Projektleiter ist es ein enormer Aufwand, ihr System, das sich vielleicht gerade in einer kritischen und fast immer in einer besonders sicherheitsrelevanten Phase der Realisierung befindet, auf die CWIX zu kriegen. Das belastet Personal des BAAINBw doppelt und dreifach bei eh schon knappen Ressourcen und fordert ein hohes Maß an Engagement. Mein Referat unterstützt dabei natürlich maximal, vor allem koordinierend und bei der Organisation. Ich freue mich dann auch so viele bekannte Gesichter hier zu sehen. Das spricht für sich und den Einsatz der Menschen. Denn eines steht fest: Nirgendwo sonst können wir auf einem so hohen Niveau testen. Wir setzen uns entsprechend dafür ein, dass möglichst viele Projekte hierherkommen und FMN-Konformität erreichen.
Was erwarten Sie für die Zukunft der CWIX?
Wir müssen uns von der leider immer noch anzutreffenden Vorstellung lösen, dass die CWIX so etwas wie eine Fachmesse für Tüftlerinnen und Tüftler ist. Die Erkenntnisse, die hier gewonnen werden, haben in sehr naher Zukunft operationelle Bedeutung. Gerade jetzt merken wir, wie plötzlich digitalisierte Gefechtsführung in multinationalen Gefechtsverbänden zum Einsatz kommt und wie rasend schnell sich die Technik entwickeln muss. Das ist keine entfernte Theorie hier, Übungen wie die CWIX sind die Grundlage für das Bestehen auf den Gefechtsfeldern des 21. Jahrhunderts.