Cyber- und Informationsraum

Unterstützung durch Digitalfunk Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)

Unterstützung durch Digitalfunk Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS)

  • Coronavirus
  • Cyber- & Informationsraum
Datum:
Ort:
Munster
Lesedauer:
3 MIN

Vor dem Hintergrund einer möglichen Lageverschärfung in Bezug auf COVID 19 erhält das Kommando Territoriale Aufgaben kurzfristig 5.000 zusätzliche Digitalfunkgeräte für das BOS Netz. Die Geräte werden durch das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr (BAAINBwBundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr) beschafft und im Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum für den jeweiligen Einsatz programmiert. Ziel ist, die Kommunikation zwischen zivilen Stellen und der Bundeswehr bestmöglich vorzubereiten und die Zusammenarbeit zu erleichtern.

Ein Soldat sitzt vor Funkgeräten

Die BOS-Funkgeräte werden auf die richtigen Frequenzen durch die Angehörigen des Zentrums für Softwarekompetenz der Bundeswehr programmiert

Bundeswehr/ZSwKBw

An dem aktuellen Auftrag, das Kommando Territoriale Aufgaben mit zusätzlichen 5.000 Digitalfunkgeräten auszurüsten, sind im Organisationsbereich Cyber- und Informationsraum drei Stellen beteiligt: Neben dem Referat Digitalfunk im Kommando CIRCyber- und Informationsraum als steuerndem Element innerhalb der Streitkräfte und sind dies zwei Elemente aus dem Zentrum für Softwarekompetenz der Bundeswehr (ZSwKBw). Die „Verbindungsstelle Digitalfunk Bundeswehr“ (VSD-BwBundeswehr) in Berlin hält die Verbindung zu den Gremien und zur autorisierten Stelle der Teilnehmer „Bund“ (AS Bund) und die „Taktisch Technische Betriebsstelle Bundeswehr“ (TTB-BwBundeswehr) in Munster.

Direkte Kommunikation ins zivile Digitalfunknetz

Aktuell werden in der TTB-BwBundeswehr die Programmiergrundlagen für die zusätzlichen Digitalfunkgeräte erstellt und die Programmierung vorgenommen. Erste Geräte wurden bereits zur Unterstützung der Bundeswehrkrankenhäuser ausgeliefert. „Wir müssen die Geräte für den Bereich, in dem sie eingesetzt werden sollen, erst umprogrammieren. Beispielsweise muss ein Funkgerät, das im Raum Rostock eingesetzt wird und nur mit bestimmten Instanzen in Rostock kommunizieren darf, der zivilen Rufgruppe der Leitstelle eines Krankenhauses zugeordnet werden“, erläutert Oberstleutnant Oliver Brune aus der TTB-BwBundeswehr in Munster. „Stellen Sie sich vor, auf dem Truppenübungsplatz in Bergen gibt es einen Notfall. Der Notfallsanitäter würde das nächste Krankenhaus in Walsrode anfahren. Sie können die Bundeswehr dann auf die zivile Rufgruppe Walsrode schalten, so dass die Notaufnahme dort sofort weiß: Achtung, da kommt gleich ein Patient, der hat folgende Verletzungen. Ähnlich wie bei einem normalen Krankenwagen.“

Bereits bestens erprobt

Oberstleutnant Brune führt auch Beispiele für eine Nutzung in der Vergangenheit an, etwa die Schneekatastrophe im Januar 2019 im Süden Deutschlands, den Moorbrand in Meppen 2018 oder den Waldbrand auf dem Truppenübungsplatz Lübtheen 2019, bei deren Bewältigung auch die Bundeswehr beteiligt war. „Dort waren die BOS Funkgeräte in mehreren Bundesländern eingesetzt und haben so die direkte und schnelle Kommunikation über den zivilen Funk sichergestellt.“, erläutert Brune.

Schneeeinsatz der Bundeswehr in Bayern

Bereits während der Schneelage 2019 ermöglichten die Funkgeräte eine bessere Vernetzung zum Beispiel zwischen THW und Bundeswehr.

Bundeswehr/Jonas Weber

Einfache Zusammenarbeit mit zivilen Partnern auch in Krisenlagen

Der BOS Digitalfunk für Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben ist das Funknetz, in dem die „Blaulichtkräfte“ Feuerwehr, Polizei und Sanität kommunizieren. Es ist ein von allen Bundesländern und dem Bund als 17ten Teilnehmer betriebenes Netz. Die staatlichen Organe (Zoll, THW, Katastrophenschutz, Bundespolizei, Bundeswehr) werden gemeinsam durch die Autorisierte Stelle Bund vertreten. Seit 2012 nimmt die Bundeswehr mit ihren „Blaulichtkräften“ am BOS Netz  teil und hat ihre Teilnehmer – hauptsächlich Bundeswehrfeuerwehren, Rettungssanitäter und Feldjäger – mit den passenden Digitalfunkgeräten ausgestattet.

Bis 2018 wurden in der Bundeswehr rund 1.700 BOS-Funkgeräte in unterschiedlichen Varianten eingesetzt. Die Entscheidung, auch Bundeswehrflugplätze, Truppenübungsplätze und alle Bundeswehrfeuerwehren mit diesem Funksystem auszurüsten, führt dazu, dass die Nutzerzahlen bis 2023 auf etwa 25.000 innerhalb der Bundeswehr ansteigen. Brune begrüßt dies insofern, „dass dadurch die Zusammenarbeit mit den zivilen regionalen Ansprechpartnern vor allem in Krisenlagen wie Hochwasser, Waldbrand, Schneekatastrophen oder aktuell der Corona Pandemie, deutlich vereinfacht wird.“

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