Cyber- und Informationsraum
Multinationale Cyberübung

Führung des deutschen Teams – Oberstleutnant Marco G.

Führung des deutschen Teams – Oberstleutnant Marco G.

Datum:
Ort:
München
Lesedauer:
3 MIN

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Seine Arbeit beginnt bereits im Vorfeld der Übung: ein starkes Team aufzubauen, das während der Cyber-Übung schnell gemeinsame Lösungen findet.

Zwei Soldaten reden miteinander, im Hintergrund ein Laptop und ein großer Bildschirm.

Die Zusammensetzung des Teams aus Studierenden und Reservisten für diese Übung war für ihn eine komplett neue Situation: Oberstleutnant d.R.der Reserve Marco G. (re.)

Bundeswehr/Siebold

Die Defence Cyber Marvel 2 (DCM2) war bereits die vierte Cyber-Übung, an der Oberstleutnant der Reserve Marco G. teilnimmt. Auch bei der DCM2 übernahm er die Führung des deutschen Teams, und „dieses Team ist kein eingespieltes“, betont Marco. Im Gegensatz zu den meisten anderen Teams hat das deutsche keine festen Workflows und Gruppenstrukturen. Viele der Teammitglieder kennen sich nicht oder kaum und haben zum Teil noch nie miteinander gearbeitet. Daher bestand eine seiner Aufgaben darin, „aus dem bunt zusammengewürfelten Haufen“ aus sechs Cyber-Reservisten und acht Studierenden der Universität der Bundeswehr München eine funktionierende Gruppe zu bilden, die gemeinsam und erfolgreich ITInformationstechnik-Systeme gegen Cyberangriffe verteidigt.

Übung ist als Stresstest angelegt

Die DCM2 war in ein fiktives Szenario eingebettet, in dem das deutsche Blue Team in einem Einsatzland den Schutz der eigenen Systeme und die des Gastlandes inklusive Kritischer Infrastruktur – Energieversorgung und Krankenhäuser – verantwortete. Als Teamleiter musste Marco permanent über den Einsatz von Ressourcen entscheiden, den Workflow im Blick behalten und seinen Leuten die Aufgaben zuweisen. Oft geht es auch darum, Arbeiten einfach abzubrechen und neue Prioritäten festzulegen. „Die Übung ist darauf ausgelegt, dass man überfordert ist“, erzählt der 51-Jährige. „Das bedeutet, dass ich die Aufgaben hart priorisieren muss: Wenn es gleichzeitig an mehreren Stellen brennt, muss man temporär vielleicht auch akzeptieren, dass ein Angreifer Zugriff auf ein System hat. Dann muss es reichen, ihm den Zugang auf das vorrangige Ziel sicher zu blockieren, ohne ihn dabei schon ganz aus dem System entfernen zu können.“

Marco war sehr angetan von der Arbeitsdisziplin seines Teams. „Es brach nie Hektik aus, alle sind ruhig geblieben und haben sehr strukturiert gearbeitet: hart am Thema, aber ruhig.“ Er betont auch die gute Zusammenarbeit mit seinem Stellvertreter, den Sprecher der Studierenden. „Wir sind beide Pedanten und haben uns sehr gut ergänzt. Zusammen sind wir zu besseren Lösungen gekommen, darüber bin ich extrem begeistert.“

Teambuilding schon vor der Übung

Zwei Soldaten sitzen vor mehreren Laptops nebeneinander an einem Tisch

Zusammen sind sie zu besseren Lösungen gekommen: Der Reservist (re.) und sein studentischer Stellvertreter

Bundeswehr

Wie bereitet sich Marco, der Inhaber einer Internetagentur ist und im Katastrophenschutz tätig, auf so eine Cybersicherheitsübung vor? Einerseits natürlich über die regelmäßige tägliche Weiterbildung. Was das Teambuilding angeht, beginnen für ihn die Vorbereitungen, sobald er die Liste der Teilnehmenden bekommt. Er setzt sich mit allen in Verbindung und bringt schonmal den ersten Kennenlernprozess in Gang. Dazu kommen eventuell Teamtreffen, natürlich die Planung und Organisation der Abläufe vor Ort. Marco erstellt auch ein Rahmenprogramm für das Team. Diesmal gab es eine besondere Herausforderung für ihn. „Die Zusammensetzung des Teams aus Studierenden und Reservisten für diese Übung war für mich eine komplett neue Situation“, gibt der Oberstleutnant zu. „Hier kamen extrem unterschiedliche Fähigkeiten zusammen, die ja zusammengeführt werden müssen.“ Aber tatsächlich hat das Team seine Erwartungen übertroffen. „Wir haben ein starkes Team aufgebaut, das gemeinsam Lösungen gefunden hat und die gemachten Erfahrungen kann ich in kommenden Übungen für eine noch bessere Planung einfließen lassen“, resümiert er.

Marco selbst mag die Herausforderungen im Bereich Cybersicherheit. Die DCM2 hat ihm die Gelegenheit gegeben, sich weiterzubilden, seine Fähigkeiten zu festigen, die er natürlich auch für seinen Beruf nutzen kann. „Zudem habe ich Spaß daran, Menschen zu führen in einem Bereich, in dem man mit einem Angreifer im Wettbewerb steht und durchaus auch detektivische Fähigkeiten anwenden kann.“


von Martina Pump  E-Mail schreiben

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Kurz vorgestellt

Multinationale Cyberübung

Defence Cyber Marvel Two

Bei der DCM2 verteidigen 34 Teams aus 11 Nationen in Echtzeit nationale ITInformationstechnik-Systeme und kritische Infrastruktur.

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