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„Ein kleiner Eingriff rettet einem anderen das Leben“

„Ein kleiner Eingriff rettet einem anderen das Leben“

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Ort:
Leer
Lesedauer:
2 MIN

„Ich denke, dass jedem Menschen, dem geholfen werden kann, auch geholfen wird. Es ist ein kleiner Eingriff, der aber einem anderen Menschen das Leben retten kann“, sagt Hauptfeldwebel Benjamin Stephan. Der 32-Jährige hat mit der peripheren Stammzellenentnahme Leben gerettet.

Ein Soldat steht vor einem Geländefahrzeug in einem Feldlager in Afrika.

Der 32-jährige Hauptfeldwebel Benjamin Stephan brauchte nicht lange zu überlegen, sein Motto: Stäbchen rein, Spender sein.

Bundeswehr/Benjamin Stephan

Er ist bereits seit 13 Jahren Soldat. Lüneburg, Seedorf, Sigmaringen, ja sogar schon die Niederlande, zählt der ITInformationstechnik-Administrator als seine Dienstorte auf. „Aktuell bin ich im Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst in Leer in Ostfriesland stationiert“, erklärt er. Auch zwei Einsätze in Afrika verbucht Stephan bereits in seinem militärischen Lebenslauf.

Als Administrator für das Führungsinformationssystem des Heeres bereitet er mit seinen Kameradinnen und Kameraden Computer- und Hardwaresysteme für Übungen und Einsätze vor. Aber auch die Ausbildung von jungen Soldaten an solchen Systemen gehört zu seinen Aufgaben. Seine Leben und seine Freizeit teilt der junge Soldat zwischen seiner Verlobten, CrossFit und American Football auf.

„Es war 2012, ich hatte einfach das Typisierungspaket von der DKMS angefordert und die Probenentnahme selbst zu Hause durchgeführt. Nach dem Motto ‚Stäbchen rein – Spender sein‘“, erinnert er sich zurück. Dann 2014 oder auch 2015 musste er zu einer Blutprobe, was aber auch nicht weiter spektakulär gewesen sei.

Erst zur Spende, dann in den Einsatz

Ein Soldat vor einem Geländefahrzeug in einem Feldlager in Afrika

Kurz vor seinem Einsatz in Afrika unterzieht sich Hauptfeldwebel Benjamin Stephan der peripheren Stammzellenentnahme, organisiert von der DKMS.

Bundeswehr/Benjamin Stephan

Im September 2020 stand Stephan kurz vor seinem fünfmonatigen Einsatz in Mali in Afrika, als eine Mitarbeiterin der DKMS per Telefon die Verbindung zu dem Soldaten aufnahm. „Schon einen Tag später waren alle meine Termine festgelegt und nach den erstklassigen Informationen über die DKMS und der Unterstützung meiner Truppenärzte blieben keine Fragen offen.“ Ein Zögern sei für ihn sowieso nicht infrage gekommen. Zudem bestärkten ihn seine Vorgesetzten in dem Vorhaben. „Ich habe mich gefreut, dass ich mit so einem kleinen Eingriff jemandem helfen sollte. Dennoch hatte ich sehr viel Respekt vor der Vorbereitung mit den ganzen Injektionen, die man sich selbst geben muss.“

Schritt für Schritt

Eine Woche lang injiziert sich der Spender ein Mittel zur verstärkten Produktion von Knochenmarkzellen. Zum Spendentag fuhr Stephan mit seiner Verlobten nach Köln. Sie übernachteten in einem Hotel. Am nächsten Tag erfolgte die Spende. Ähnlich wie beim Blutspenden wird über Zugänge an den Armen das Blut zu einem Apparat geleitet, der die Stammzellen herausfiltert. „Nach zweieinhalb Stunden war ich dann auch schon fertig und konnte nach einer kurzen Beobachtung zurück ins Hotel.“ Die aus dem Blut gefilterten Stammzellen werden dann umgehend einem an Blutkrebs Erkrankten zugeführt und ihm damit eine Chance auf ein gesundes Weiterleben gegeben. Diese Art der Stammzellenentnahme ist seit 1988 über 80.000 Mal bei der DKMS dokumentiert. Sie wird mit etwa 80 Prozent am häufigsten bei der Spende eingesetzt.

Hauptfeldwebel Benjamin Stephan betont abschließend: „Ich würde das jederzeit wieder machen und bin auch sehr dankbar dafür, wie die DKMS die Spender unterstützt.“

von René Hinz