Heer

„Man kann anderen Menschen nicht einfacher helfen“

„Man kann anderen Menschen nicht einfacher helfen“

  • Bundeswehr und Gesellschaft
  • Heer
Datum:
Ort:
Mannheim
Lesedauer:
2 MIN

Die Registrierung und folgende Typisierung bei der Stefan-Morsch-Stiftung war für Hauptmann Benjamin Lihring vom Panzergrenadierbataillon 122 der erste Schritt zum Lebensretter. Mit seiner Stammzellspende für einen Menschen mit Leukämie hat der 40-Jährige jetzt den zweiten Schritt gemacht. Er berichtet über seinen Weg zum Stammzellenspender und hat eine Bitte:

Ein Mann liegt in einem Krankenbett, an beiden Armen liegen Kanülen. Neben ihm steht ein medizinischer Apparat.

Hauptmann Benjamin Lihring während der Bluttransfusion

Bundeswehr/Benjamin Lihring

„Ich habe nicht lange überlegt und sofort zugesagt, als sich die Stefan-Morsch-Stiftung gemeldet hat. Als Bundeswehrsoldat ist es meine Aufgabe, für andere einzutreten. Die ganze Zeit habe ich an den Empfänger und seine Familie gedacht. Was die wohl schon alles durchmachen mussten? Da ist der kleine Aufwand, den ich mit der Spende hatte ein Klacks. Ich hoffe, dass meine Stammzellen dem Empfänger helfen, diese heimtückische Krankheit zu besiegen und dass er wieder gesund wird. Es wäre schön, wenn ich ihn irgendwann persönlich treffen darf.

Klar freue ich mich, dass ich jemandem auf diese Weise helfen konnte. Ich bin dabei aber nur das letzte Zahnrädchen. Die, die das ganze erst möglich machen – all das medizinische Personal und die Organisatoren, wie die der Stiftung – das sind die Helden! Also, lasst euch typisieren! Es tut nicht weh, geht schnell und ist ganz einfach. Man kann anderen Menschen nicht einfacher helfen! Je mehr Menschen sich typisieren lassen, desto größer ist die Chance, auch für andere Erkrankte den passenden Spender zu finden.

Bei mir hat es gute zehn Jahre gedauert, bis mein Telefon klingelte und die Stefan-Morsch-Stiftung dran war. Zur Voruntersuchung musste ich in das Entnahmezentrum nach Mannheim fahren. Weitere knapp drei Wochen später war der Termin. In den Tagen vor der Spende musste ich mir morgens und abends ein Medikament selbst spritzen, dass die Stammzellen ins Blut übergehen lässt. Das war viel einfacher als gedacht und tat auch nicht weh. Abgesehen von ein paar Nebenwirkungen, wie bei einer Erkältung und ein wenig Rückenschmerzen, habe ich nichts davon gemerkt.

Stillliegen und Leben retten

Ein Soldat schaut freundlich in die Kamera.

Hauptmann Benjamin Lihring freut sich, dass er einem Kranken helfen kann.

Bundeswehr/Benjamin Lihring

Die Spende selbst ging erstaunlich einfach. Eine Nadel in jedem Arm und dann hieß es stillliegen. Ein Gerät hat die Stammzellen aus meinem Blut gesammelt. Im Schnitt dauert das drei bis fünf Stunden. Zum Glück war ich nach gut zwei Stunden schon fertig. Und einen guten Film konnte ich dabei auch noch anschauen.“

Die Stefan-Morsch-Stiftung mit Sitz im rheinland-pfälzischen Birkenfeld ist die erste Stammzellenspenderdatei Deutschlands. Namensgeber ist Stefan Morsch, Sohn der beiden Stiftungsgründer Hiltrud und Emil Morsch. Stefan war 1984 der erste Europäer, bei dem eine Stammzellentransplantation mit einem nichtverwandten Spender durchgeführt wurde. Er starb wenige Monate später an den Folgen einer Lungenentzündung.

von Stefan-Morsch-Stiftung