Heer
Panzergrenadierbataillon 212

„Das Spannende sind die Menschen“

„Das Spannende sind die Menschen“

Datum:
Ort:
Augustdorf
Lesedauer:
3 MIN

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Uwe Simolka ist seit über 30 Jahren Soldat. Nach seiner Bäckerlehre trat der mittlerweile 52-Jährige im Jahr 1990 in Augustdorf in die Bundeswehr ein. Als Panzergrenadierfeldwebel hat Simolka alles erlebt, was ein Berufssoldat im Heer erleben kann. Seit vier Jahren ist er nun der Kompaniefeldwebel, kurz Spieß, der 5. Kompanie des Panzergrenadierbataillons 212 in Augustdorf. Für Simolka der Höhepunkt seiner Karriere.

Ein Soldat mit grünem Barett und goldener Kordel blickt in die Kamera.

Oberstabsfeldwebel Uwe Simolka ist seit vier Jahren Kompaniefeldwebel der Grundausbildungskompanie in Augustdorf. Als Spieß kennt die ganz persönlichen Sorgen und Probleme der Soldaten.

Bundeswehr/Jens Wander

Der Familienvater war auf dem Balkan und in Afghanistan im Einsatz, diente als Zugführer und Kompanietruppführer. Fünf Jahre lang kümmerte sich Simolka intensiv als „Lotse für Einsatzgeschädigte“ um Kameraden seines Bataillons, die im Einsatz verwundet oder psychisch belastet in die Heimat zurückkehrten. Vor vier Jahren ging für den Berufsunteroffizier ein beruflicher Traum in Erfüllung. „Mein Bataillonskommandeur fragte mich, ob ich nicht Kompaniefeldwebel in der Grundausbildungskompanie werden wollte“, erzählt er. Ganz bewusst nennt der leidenschaftliche Hobbysportler das Bataillon seine „zweite Familie“. Die Kameradschaft gerade im Einsatz mache die Augustdorfer Panzergrenadiere zu einer verschworenen Gemeinschaft. „Wenn es darauf ankommt, dann halten wir zusammen“, betont der Oberstabsfeldwebel.

Ein täglicher Ratgeber

Zwei Soldaten stehen an einer Übersichtskarte. Der Ältere deutet auf diese.

Bei Versetzungswünschen oder anderen Anliegen steht der Spieß den Soldatinnen und Soldaten der Kompanie beratend zur Seite

Bundeswehr/Jens Wander

Seine Aufgaben als „Mutter der Kompanie“ sind vielfältig. Neben Organisation und Administration sieht sich der erfahrene Panzergrenadier als „Spinne im Netz“. „Ich habe es mit verschiedensten Menschen zu tun, die sich in Lebensalter, Herkunft und Einstellungen, Meinungen und Überzeugungen unterscheiden. Aus diesem Grund kommt dem Kompaniefeldwebel oftmals auch eine Vermittlerrolle zu“, beschreibt Uwe Simolka seinen Arbeitsalltag. Auf die Frage, wie oft er um Rat gefragt werde, antwortet der Kompaniefeldwebel sofort: „Täglich, mehrfach.“ Als lebensältester und diensterfahrenster Unteroffizier der Einheit sieht sich der Vater von zwei fast erwachsenen Töchtern als Berater. „Gerade in Personalangelegenheiten geht es um die Menschen.“ Der Spieß kennt die ganz persönlichen Sorgen und Probleme der Soldatinnen und Soldaten, die Lebenssituationen sowie Stärken und Schwächen seiner Männer und Frauen. Die Personalstärke der Grundausbildungseinheit liegt durchschnittlich mit den jungen Rekruten, die in der 5. Kompanie ausgebildet werden, bei rund 250 Kompanieangehörigen.

Junge Rekruten prägen

Die dreimonatige militärische Basisausbildung sieht Simolka als große Chance für die Ausbilder, Zugführer und Offiziere der Einheit. „Vom ersten Tag an haben wir die Möglichkeit, die jungen Rekrutinnen und Rekruten zu prägen und zu formen, um diese auf ihre spätere Verwendung in den Kompanien vorzubereiten“, stellt der Kompaniefeldwebel klar. Dabei spielt das Augustdorfer Urgestein nicht nur auf die handwerklichen Grundfertigkeiten des Soldatenberufes an. „Wir vermitteln auch Werte und Tugenden, wie Disziplin, Pünktlichkeit und Treue“, nennt der Oberstabsfeldwebel als Beispiele. Seit einem Jahr absolvieren auch wieder Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter ihre Grundausbildung in der Kompanie von Uwe Simolka. „Diese ersten Schritte in der Truppe sind wichtig“, ist sich der 52-Jährige sicher. Obwohl es keinen Unterschied zwischen den Nachwuchsoffizieren und ihren Kameraden für die Mannschaftslaufbahn gebe, können sich die zukünftigen Führungskräfte viel bei den Ausbildern der Kompanie abschauen. Gleiches gilt auch für den Unteroffiziernachwuchs, der in Zukunft ebenfalls wieder in der Truppe die Grundausbildung durchlaufen soll, unterstreicht der Spieß.

Die beste Verwendung

Ein Soldat sitzt am Schreibtisch in seinem Büro und schreibt mit einem Kugelschreiber auf ein Blatt Papier.

Für Uwe Simolka ist die Verwendung als Kompaniefeldwebel die herausgehobene Verwendung in der Laufbahn der Feldwebel. „Das sollte das Ziel für alle Berufsunteroffiziere sein“, gibt er den jungen Feldwebeln mit auf den Weg.

Bundeswehr/Jens Wander

Für den Hobby-Torwart Simolka, der heute noch in der Altherren-Liga das Tor hütet, ist die Verwendung als Kompaniefeldwebel die absolute Spitzenverwendung in der Laufbahn der Berufsunteroffiziere. „Ich sage meinen jungen Feldwebeln ganz klar, dass die Spieß-Verwendung das Laufbahnziel für jeden Unteroffizier mit Portepee sein muss.“ Oberstabsfeldwebel Simolka wird noch rund drei Jahre in der 5. Kompanie seinen Dienst versehen, beraten, vermitteln und Vorbild sein. Danach geht es für ihn in den Ruhestand. Dann will er sich besonders seinem größten Hobby widmen: dem professionellen Zubereiten von Barbecue. Schon jetzt hat Uwe Simolka ein todsicheres Rezept, um seine Soldaten um sich zu scharen. Er muss nur ankündigen: „Wir grillen!“ Beim Lieblingshobby der „Mutter der Kompanie“ darf das in der Fünften niemanden verwundern. 

von Martin Waltemathe

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