Sanitätsdienst

Blutspenden heißt Leben retten

Blutspenden heißt Leben retten

Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
3 MIN

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.

Die Blutspende ist ein zentraler Baustein der Gesundheitsversorgung. Für die Behandlung schwerer Krankheiten oder Verletzungen werden täglich tausende Blutkonserven benötigt, auch in der Bundeswehr. Der Blutspendedienst der Bundeswehr trägt einen bedeutenden Teil hierzu bei. Jede Spende rettet Leben und wird daher dringender denn je benötigt.

Soldatin bei der Blutspende

Blutspenden in Zeiten von Covid-19 ist wichtiger denn je

Bundeswehr/Markus Dittrich

Seit der Umstrukturierung 2017 des Sanitätsdienstes ist der Blutspendedienst der Bundeswehr dem BundeswehrZentralkrankenhaus Koblenz als Abteilung XXII Transfusionsmedizin und Hämotherapie unterstellt. Das mobile Team agiert in einem Radius von etwa 100 Kilometer um Koblenz. Für die Blutversorgung der Bundeswehr ist das natürlich nicht ausreichend. In Kooperation mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRKDeutsches Rotes Kreuz) werden an 145 Standorten bundesweit Blutspendetermine angeboten. Zusätzlich deckt das DRKDeutsches Rotes Kreuz den übrigen Bedarf an Blutkonserven in der Bundeswehr ab.

Blutspenden in Zeiten von Corona ist sicher!

Im Verlauf der Coronapandemie ist in der Bevölkerung die Bereitschaft, Blut zu spenden, deutlich zurückgegangen. Während des Lockdowns wurden viele Blutspendetermine abgesagt. Zudem haben viele Spenderinnen und Spender die Befürchtung, sich mit dem Coronavirus anstecken zu können. Diese Befürchtung führte in einigen Regionen daher zu Engpässen bei den vorrätigen Blutkonserven. Diese Annahme ist allerdings unbegründet. Unter strengen Hygienemaßnahmen kann eine Blutspende sicher stattfinden. Vorzugsweise werden Spender mit der Blutgruppe 0 dringend benötigt, da diese als Universalspender in Frage kommen.

Ablauf einer Blutspende

Vor der Blutspende muss online oder telefonisch ein Termin bei einem Blutspendedienst vereinbart werden. Zum Blutspendetermin geht es am besten ausgeruht und ohne Stress oder Zeitdruck. Bei der Ankunft misst das Personal die Körpertemperatur. Nach der Registrierung erhält die Spenderin oder der Spender einen Selbstauskunftsbogen zur medizinischen Krankheitsgeschichte, den es gewissenhaft auszufüllen gilt. Weiter geht es zur Voruntersuchung. Hier werden Blutdruck und Puls sowie der Hämoglobingehalt des Blutes gemessen. Eine Ärztin oder ein Arzt wertet anschließend alle Ergebnisse aus und steht für eventuelle Fragen zur Verfügung.

Bei guter körperlicher Verfassung geht es nun zum eigentlichen Spendevorgang. In liegender Position wird nach der Desinfektion der Einstichstelle eine Vene in der Ellenbeuge punktiert und 500 Milliliter Blut werden steril in einem Blutbeutel aufgefangen. Zur späteren Diagnostik des Blutes werden zu Beginn des Spendevorgangs zusätzlich mehrere Blutproben entnommen. Nach der Spende steht ein kleiner Imbiss zur Stärkung zu Verfügung.

Die Notfallblutgruppe 0

Nach der erfolgreichen Spende werden in einem Labor die Blutproben getestet. Es wird bei jeder Spende die Blutgruppe, der Rhesusfaktor und das Kellantigen bestimmt. Auch wird das Blut auf bestimmte Antikörper und Krankheitserreger, beispielsweise HIVHumanes Immundefizienz-Virus, Hepatitis oder Syphilis untersucht.

Im Notfall kann dem Empfänger oder der Empfängerin eine Blutkonserve mit der Blutgruppe 0 Rhesus negativ schnell und ohne Bestimmung der eigenen Blutgruppe verabreicht werden. Gerade bei Schwerstverletzten werden diese Konserven gerne eingesetzt, um den Blutkreislauf aufrecht zu halten.

Die Blutgruppe 0 positiv kann zumindest jedem anderen Rhesus-positiven Blutgruppeninhaber verabreicht werden. Die Blutgruppen 0 Rhesus negativ und 0 Rhesus positiv gehören daher zu den sogenannten Notfallblutgruppen.

Prozentuale Verteilung der Blutgruppen

Tortendiagramm über die prozentuale Verteilung der Blutgruppen
Bundeswehr/Mathias Erdmann

Was ist eine Doppelblutspende?

Bei einer Doppelblutspende, auch Erythrozytapherese genannt, wird das Blut während des Spendevorgangs in eine spezielle Maschine geleitet. Mittels Zentrifugation wird das Blut in seine Bestandteile aufgetrennt und nur die Erythrozyten (rote Blutkörperchen) entnommen. Die restlichen Blutbestandteile werden dem Spender über dieselbe Nadel zurückgegeben. Der Prozess ist aufwendiger und dauert wesentlich länger als die Vollblutspende. Hierbei werden allerdings direkt zwei Blutkonserven bei einer Spende gewonnen.

von Mathias Erdmann, Andreas Schmelzer

Bei manchen Mobilgeräten und Browsern funktioniert die Sprachausgabe nicht korrekt, sodass wir Ihnen diese Funktion leider nicht anbieten können.