Sanitätsdienst
Flutkatastrophe 2021

Bundeswehrangehörige mit Fluthilfemedaille ausgezeichnet

Bundeswehrangehörige mit Fluthilfemedaille ausgezeichnet

Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
3 MIN

Die ersten 100 Bundeswehrangehörigen wurden am 6. Oktober in der Koblenzer Falckenstein-Kaserne mit der durch den Bundespräsidenten gestifteten Fluthilfemedaille ausgezeichnet. Die Ehrung übernahm der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesministerium der Verteidigung, Thomas Hitschler, zusammen mit den Inspekteuren des Sanitätsdienstes und des Heers. Angetreten waren neben den Auszuzeichnenden auch Abordnungen aus allen Teilstreitkräften und Organisationsbereichen der Bundeswehr. Insgesamt waren 2.327 Bundeswehrangehörige im Jahr 2021 im Fluthilfeeinsatz.

Ein General verleiht einem Unteroffizier, der in einer Reihe mit vielen anderen Soldaten steht, eine Medaille

Sanitätssoldatinnen und -soldaten halfen im Ahrtal bereits in den ersten Stunden des Hochwassers und retteten Leben

Bundeswehr/Patrick Grüterich
Nahaufnahme der Hand eines Zivilisten, die eine Schatulle mit Medaille, Bandschnalle und Anstecknadel hält

Die Ausgezeichneten erhalten neben der Fluthilfemedaille auch eine Bandschnalle und eine Anstecknadel

Bundeswehr/Anna Derr

Der feierliche Appell war ein Ausdruck des Dankes an den Beitrag, den die Bundeswehr Seite an Seite mit staatlichen und privaten Rettungs- und Hilfsorganisationen für die Menschen vor Ort und das Gemeinwohl in Deutschland leistete. Zu Beginn wurde ein Film gezeigt, der nochmals die tragischen Ereignisse der Flutkatastrophe 2021 vor Augen führte. Bilder der Zerstörung, die Konfrontation mit Tod und Leid, Schlammmassen und unvorstellbare Gerüche sind Eindrücke, die schwer zu verkraften waren und immer noch sind. Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Hitschler betonte, dass die Auszeichnung auch ein Zeichen der Anerkennung dafür sein solle, dass die Helfenden so vieles auf sich nehmen mussten: „Durch Ihren ganz persönlichen Einsatz haben Sie für die Menschen in Not Großartiges geleistet, erhebliche Belastungen geschultert und sich zugleich um die positive Wahrnehmung der Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft verdient gemacht“, dankte er allen Ausgezeichneten auch im Namen der Verteidigungsministerin Christine Lambrecht.

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Viele Soldatinnen, Soldaten sowie Zivilistinnen und Zivilisten sind auf einem Platz angetreten. Hinter ihnen eine Leuchttafel

Die ersten Empfängerinnen und Empfänger der Fluthilfemedaille 2021 reisten aus ganz Deutschland nach Koblenz

Bundeswehr/Michael Laymann
Das Heeresmusikkorps marschiert musizierend an den bereits angetretenen Soldatinnen und Soldaten vorbei

Soldatinnen und Soldaten des Heeresmusikkorps Koblenz

Bundeswehr/Anna Derr
Zwei Zivilisten und ein General im Feldanzug schreiten eine lange Reihe von Soldaten zur Begrüßung ab

Fester Bestandteil zu Beginn eines jeden militärischen Zeremoniells: Der Ehrengast schreitet die angetretene Formation ab

Bundeswehr/Anna Derr
Ein Mann steht an einem Pult und hält eine Rede. Hinter ihm eine Tribüne mit vielen Soldaten und einigen Zivilisten darauf

"Durch Ihren ganz persönlichen Einsatz haben Sie für die Menschen in Not Großartiges geleistet, erhebliche Belastungen geschultert und sich zugleich um die positive Wahrnehmung der Bundeswehr in der Mitte der Gesellschaft verdient gemacht."

Bundeswehr/Anna Derr
Ein Politiker im Anzug verleiht einem Pfarrer im Anzug, der in einer Reihe mit anderen Personen steht, eine Medaille

Neben etlichen Soldatinnen und Soldaten halfen auch viele Zivilbeschäftige der Bundeswehr in den Hochwassergebieten, darunter dieser Militärpfarrer

Bundeswehr/Anna Derr
Ein General im Dienstanzug salutiert vor einem Soldaten in Flecktarn, dem er kurz zuvor die Fluthelfermedaille verliehen hat

Mit Generalleutnant Alfons Mais, Inspekteur des Heeres, nahmen in der Falckenstein-Kaserne gleich zwei Inspekteure die Würdigungen vor

Bundeswehr/Michael Laymann
Hitschler verleiht einem Feuerwehrmann, der in einer Reihe mit Soldaten und anderen Feuerwehrleuten steht, eine Medaille

Bei der Auswahl der 100 Medaillenempfänger wurde auch die Berufsvielfalt in der Bundeswehr berücksichtigt

Bundeswehr/Michael Laymann
Ein Politiker im Anzug und ein General im Feldanzug mit Medaille an der Brust schütteln einander die Hand

Auf den Appell folgte ein Empfang im Saal des Sanitätsdienstes. Auf diesem wurde auch der damalige oberste Koordinator der Amtshilfe, Generalleutnant Carsten Breuer, mit der Fluthilfemedaille ausgezeichnet

Bundeswehr/Michael Laymann

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Rückblick

Am 14. Juli 2021 fielen mancherorts mehr als 150 Liter Regen pro Quadratmeter. Der Dauerstarkregen verursachte in dieser Nacht starke Überschwemmungen und Hochwasser. Dies hatte dramatische Folgen in einigen Gebieten von Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Bayern. Aufgrund der schweren Unwetter starben mehr als 180 Menschen. Das Leid vor Ort war unvorstellbar. Der Katastrophenalarm wurde ausgelöst und die Bundeswehr startete die Soforthilfe. Viele Soldatinnen und Soldaten waren im Einsatz. Auch Reservistinnen und Reservisten sowie zahllose zivile Mitarbeitende der Bundeswehr unterstützten die Menschen in den betroffenen Bundesländern. Da in den Regionen auch mehrere Dienststellen beheimatet sind, waren auch viele Angehörige der Bundeswehr persönlich von dieser Naturkatastrophe betroffen.

Die Katastrophenhilfe der Bundeswehr in Zahlen

Eine Grafik mit vielen Daten zur Hochwasserhilfe, die auch im Artikel erwähnt werden

Übersicht der eingesetzten Kräfte und Mittel während der Amtshilfe nach dem Hochwasser

Bundeswehr

Die Bundeswehr bewilligte 185 Hilfeleistungsanträge und leistete 58 Soforthilfen. An 48 Tagen waren bis zu 2.327 Soldatinnen und Soldaten mit mehr als 300 Fahrzeugen gleichzeitig in den Hochwassergebieten im Einsatz. Darüber hinaus wurden gleichzeitig bis zu zehn Hubschrauber zur Rettung von Menschen und zum Transport von Hilfsgütern eingesetzt. Sieben Satellitenkommunikationssysteme und drei Trinkwasseraufbereitungsanlagen unterstützten parallel die Betroffenen und Helfenden vor Ort. Die Bundeswehr lieferte rund 2,6 Millionen Liter Treibstoff. Insgesamt wurden rund 3.000 Tonnen Material auf dem Landweg und gut 100 Tonnen auf dem Luftweg transportiert.

Einsatz in drei Phasen

Ein Panzer fährt durch Wassermassen im Ahrtal.

Auch schweres Gerät, wie den Pionierpanzer Dachs, setzte die Bundeswehr ein. Hier fährt der Panzer durch Wassermassen in Insul im Ahrtal

Bundeswehr/Tom Twardy

Der fast zweimonatige Einsatz der Streitkräfte gliederte sich dabei in drei Phasen: In der ersten Phase lag der Schwerpunkt auf der Rettung von Menschen – hier wurden vor allem Hubschrauber und geländegängige Fahrzeuge sowie Bergepanzer zum Räumen der Rettungswege eingesetzt. Die zweite Phase bestand aus Stabilisierung, hier wurde zerstörte oder beschädigte Infrastruktur behelfsmäßig wiederhergestellt. In dieser Phase wurden Kommunikationsnetze mittels Satellitenkommunikationsanlagen bereitgestellt, die Wasser- und Abwasserversorgung, sowie die Versorgung der Bevölkerung mit Verpflegung und Medikamenten sichergestellt. In der dritten und letzten Phase, dem Wiederaufbau, wurden vor allem Straßen und Brücken behelfsmäßig instandgesetzt und in der Folge an Dritte übergeben. Mit dem Erreichen einer ausreichenden Grundversorgung und der Übernahme der verbliebenen Aufgaben vor Ort durch zivile Kräfte endete der sofortige Katastrophenhilfeeinsatz der Bundeswehr in den Hochwassergebieten.


von Presse- und Informationszentrum des Sanitätsdienstes der Bundeswehr

Das Hochwasser 2021 und die Bundeswehr