Sanitätsdienst

Corona: In der Krise enger zusammenrücken

Corona: In der Krise enger zusammenrücken

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Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
2 MIN

Bundesweit bereiten sich die Krankenhäuser auf den Ansturm von Corona-Patienten vor. So auch die bundeswehreigenen Krankenhäuser in Koblenz, Ulm, Berlin, Hamburg und Westerstede. Ein persönlicher Blick hinter die Kulissen des Bundeswehrkrankenhauses Ulm (BwKrhsBundeswehrkrankenhaus Ulm).

Im Vordergrund ist eine Kamera zu sehen. Durch das Display sieht man einen Mann.

Oberstarzt Prof. Dr. Helm im Fokus der Kameras. Stolz ist er auf das Engagement seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

Bundeswehr/Andre Thieringer

Oberstarzt Prof. Dr. Helm steht als Klinischer Direktor der Abteilung Anästhesie- und Intensivmedizin im Fokus der Kameras. Der erfahrene Notfallmediziner ist medienerprobt und beantwortet die vielen Fragen der versammelten Journalisten routiniert. Helm hat in seinen zahlreichen Auslandseinsätzen und als Notarzt schon viel erlebt. Doch die derzeitige Corona-Pandemie ist auch für ihn eine ganz besondere Herausforderung.

Drei Intensivstationen stehen im Moment für Corona-Patienten bereit, eine weitere wird derzeit hergerichtet. Dann stehen bis zu 40 Intensivbetten für den zu erwartenden Ansturm an schwer erkrankten Corona-Patienten bereit. Sollten diese nicht ausreichen, könnten weitere Beatmungsbetten eingerichtet werden. Allerdings nicht mehr auf dem medizinischen Niveau eines Intensivplatzes. Trotz der beunruhigenden Lage in manchen Nachbarländern strahlt Helm Zuversicht aus. Der 60-Jährige ist gläubig und macht daraus auch kein Geheimnis.

„Das was kommen wird, weiß nur der liebe Gott“.

Doch Helm zeigt sich zuversichtlich, dass das BwKrhsBundeswehrkrankenhaus Ulm für die kommenden Aufgaben gut gerüstet ist.

Derzeit liegt lediglich ein beatmungspflichtiger Corona-Patient auf der Intensivstation. Und dieser kommt aus dem Elsass. Für Helm ist die Unterstützung der schwer durch Corona getroffenen französischen Region ein Zeichen der gelebten Solidarität. Bei seinen Ausführungen hat man das Gefühl, dass die Corona-Krise auch gute Seiten hat. Nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ulmer Krankenhauses rücken in der Krise enger zusammen. Insbesondere bei der schon vorher guten Zusammenarbeit mit den anderen Ulmer Krankenhäusern spricht Helm von einer selten so erlebten Kooperations- und Hilfsbereitschaft.

Ein Mann spricht zu den Jounalisten

Oberstarzt Prof. Dr. Matthias Helm ist ein erfahrener Notfallmediziner und sieht das Bundeswehrkrankenhaus Ulm gut vorbereitet

Bundeswehr/Andre Thieringer

Schnelle Beschaffung

Natürlich ist die persönliche Schutzausstattung im Ulmer Bundeswehrkrankenhaus auch hier ein Thema. Helm sieht sich derzeit noch gut gerüstet, betont aber, dass dies in der nächsten Woche schon wieder anders aussehen kann. „Das hängt natürlich auch von der Anzahl der Patientinnen und Patienten ab.“ Dabei lobt Helm ausdrücklich die schnelle Hilfe aus dem Verteidigungsministerium. So erhält das BwKrhsBundeswehrkrankenhaus Ulm innerhalb weniger Tage wichtiges Medizingerät, dessen Beschaffung sonst mehrere Monate in Anspruch nehmen würde.

Der Routinebetrieb ist in dem knapp 500 Betten umfassenden Bundeswehrkrankenhaus Ulm deutlich heruntergefahren. Lediglich 50 Prozent der üblichen Operationen finden derzeit statt. Der sonst geschäftige Eingangsbereich mit der Cafeteria ist überwiegend leer. Nur Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Krankenhauses sieht man vereinzelt. Ist es die viel zitierte Ruhe vor den Sturm oder kommt es vielleicht doch nicht so schlimm, wie die Experten es prophezeien? Keiner weiß es. Dennoch stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des BwKrhsBundeswehrkrankenhaus Ulm für den schlimmsten Fall und für ihre Patientinnen und Patienten bereit.

von Uwe  Henning
Leeres und mit Folie abgedecktes Bett

Noch sind die Betten der Intensivstation noch überwiegend leer

Bundeswehr/Andre Thieringer
Hinweisschild für Corona-Patienten weisen den Weg

Schon am Haupteingang weisen große Schilder den Corona-Patienten den Weg

Bundeswehr/Andre Thieringer

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