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Corona-Pandemie: Bundeswehrärzte helfen in Prag

Corona-Pandemie: Bundeswehrärzte helfen in Prag

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Als auch in der Tschechischen Republik zuletzt die Zahl der mit SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2 Infizierten drastisch stieg, bat die tschechische Regierung die Bundeswehr um Hilfe. Diese Hilfe ist am 6. November in Form zweier Bundeswehrärzte am Militärischen Universitätskrankenhaus in Prag eingetroffen.

Ein Soldat, ein Arzt in weißer Krankenhauskleidung und zwei Ärzte in zivil stehen in einem Krankenhaus vor einer Tür.

Flottillenarzt Markus Schüttler (3.v.l.) und Oberfeldarzt Nino Neumann (4.v.l.), im Beisein von Verteidigungsattaché Oberstleutnant i.G.im Generalstabsdienst Holger Oswald (1.v.l.), sind vergangene Woche am militärischen Universitätskrankenhaus in Prag eingetroffen.

Verteidigungsattaché/Deutsche Botschaft Prag

Flottillenarzt Markus Schüttler, Facharzt für Anästhesie am Bundeswehrkrankenhaus Hamburg und Oberfeldarzt Nino Neumann, Facharzt für Innere Medizin am Bundeswehrkrankenhaus Berlin werden bis Ende November in der tschechischen Hauptstadt Hilfe leisten. Beide sind auf einer SARSSchweres Akutes Respiratorisches Syndrom-CoV-2 Infektionsstation eingesetzt. Unterhalten wird sich mit dem tschechischen Krankenhauspersonal zum Großteil auf Englisch. „Es gibt hier aber viele Kolleginnen und Kollegen, gerade beim Pflegepersonal, die bereits in Deutschland gearbeitet haben. Diese sprechen auch ab und zu Deutsch mit uns“, erklärt Flottillenarzt Schüttler.

Für Oberstleutnant i.G.im Generalstabsdienst Holger Oswald, den Verteidigungsattaché an der Deutschen Botschaft in Prag, handele es sich bei der Entsendung der beiden Fachärzte um einen sichtbaren und zielgerichteten Beitrag zur Pandemiebekämpfung. „Denn gerade beim medizinischen Fachpersonal ist die Lage in Tschechien am angespanntesten.“

Corona-Gesamtlage: Entspannung in Sicht

Allerdings sei sie insgesamt „glücklicherweise nicht so dramatisch, wie wir befürchtet hatten,“ berichtet Flottillenarzt Schüttler. Die Maßnahmen der tschechischen Regierung im Kampf gegen das Coronavirus scheinen zu greifen. So sei die Zahl der an Covid-19 Erkrankten auf hohem Niveau stabil oder ginge sogar leicht zurück, so Schüttler. Die Lage scheine sich nicht weiter zu verschlechtern. Die Arbeitsprozesse der tschechischen Kolleginnen und Kollegen sind zum Teil unterschiedlich: „Wir können wirklich viel von der Arbeit hier mit nach Deutschland nehmen, etwa unsere Therapieoptionen oder auch die Hygienekonzepte nochmal hinterfragen und verbessern,“ erklärt der Hamburger Anästhesist.

Militärisches Zentralkrankenhaus Prag

Das in Prag beheimatete „Ústřední vojenská nemocnice“ (UVN), auf Deutsch das Militärische Zentralkrankenhaus der tschechischen Streitkräfte ist ein Universitätsklinikum. Genau wie die deutschen Bundeswehrkrankenhäuser ist das UVN voll in das zivile Gesundheitssystem der Region integriert und stellt damit die Akut- und Regelversorgung der Bevölkerung sicher. Das Krankenhaus verfügt über rund 680 Betten.

Oberstleutnant i.G.im Generalstabsdienst Holger Oswald, Verteidigungsattaché an der Deutschen Botschaft Prag
Die Entsendung der beiden Fachärzte wurde durch mehrere Regierungsmitglieder wertgeschätzt und durch die Verantwortlichen des Prager Militärkrankenhauses herzlich begrüßt.
von Michael  Tomelzik

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