Sanitätsdienst

Defibrillatoren: Man kann nichts falsch machen!

Defibrillatoren: Man kann nichts falsch machen!

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Datum:
Ort:
Weißenfels
Lesedauer:
2 MIN

Defibrillatoren können Leben retten. Seit kurzem befinden sich zwei Automatisierte Externe Defibrillatoren (AED) in der Liegenschaft in Weißenfels. Diese medizinischen Geräte können bei einem Herzkreislaufstillstand oder bei Herzrhythmusstörungen zur Reanimation eingesetzt werden. Ein AED ist besonders für die Erste Hilfe durch Laienhelfer geeignet.

Ein Soldat kniet vor einem Defibrillator und hält die Pads in Händen; der Zeigefinger zeigt auf die Piktogramme auf dem Gerät

Hauptmann Marcus Schöpf führt vor, wie ein Automatisierter Externer Defibrillator funktioniert

Bundeswehr/Paulina Englowski

Ein AED kommt, im Gegensatz zum „professionellen“ Defibrillator eines Rettungssanitäters, bei bewusstlosen Personen – unabhängig von den vorhandenen Vitalzeichen – sofort zum Einsatz und unterstützt die Erstversorgung samt Wiederbelebungsmaßnahmen. Das Gerät begleitet die Erste Hilfe leistende Person Schritt für Schritt, vom Ansprechen der Patientin oder des Patienten bis zur Herzdruckmassage, durch die gesamte Notfallsituation. Durch optische und akustische Signale informiert der AED darüber, ob die Herzdruckmassage mit festerem Druck (Kompressionstiefe), schneller oder langsamer durchzuführen ist. Dabei analysiert das Gerät selbstständig den Herzrhythmus und empfiehlt bei einer defibrillierbaren Herzrhythmusstörung die Elektroschockabgabe per Knopfdruck.

AED in der Praxis

Oberstabsgefreiter Tino Stasch, Angehöriger des Unterstützungspersonals Standortältester Weißenfels, hat ein AED schon einmal bei einer hilfsbedürftigen Person auf einem Bahnsteig einsetzen müssen: „Wenn man merkt, dass der Puls schwächer wird, dann ist es meistens auch ein Zeichen dafür, dass das Herz deutlich weniger Leistung gibt. Ein AED hat mir genau gesagt, was zu tun ist. Das hat es unwahrscheinlich einfach gemacht.“ Die Geräte nähmen einem die Angst, etwas falsch zu machen. Stasch betont: „Man kann nichts falsch machen!“ Sobald die Pads auf der Brust der Person angebracht seien, messe das Gerät kontinuierlich Herz- und Pulsfrequenz. „Erst dann, wenn die Herzfrequenz eine Talfahrt macht, löst das Gerät einen Schock aus“, so Stasch.

Training und Anwendung

Ein Defibrillator von oben; zu sehen sind die einzelnen Schritte der Maßnahmen in Form von kleinen Bildern

Kleine Bildchen auf dem Gerät zeigen der Erste Hilfe leistenden Person die einzelnen Schritte der Wiederbelebungsmaßnahmen an

Bundeswehr/Paulina Englowski

Hauptmann Marcus Schöpf erklärt: „Ein AED ist so konzipiert, dass er benutzerfreundlich und schnell zu bedienen ist. Es ist jedoch zu empfehlen, sich mit der Funktionsweise und der Handhabung dieses Geräts vertraut zu machen.“ In der Liegenschaft in Weißenfels finden daher Ausbildungen an einem Trainingsgerät statt. „An diesem Gerät kann mit einem Herz-Lungen-Wiederbelebungssimulator der gesamte Ablauf geübt werden“, erklärt Schöpf. Ziel der Ausbildung sei es, dass militärische und zivile Beschäftigte das Gerät von Anfang bis Ende bedienen können.

Wichtig sei, mögliche Berührungsängste abzubauen. Die Teilnehmenden bringen die Pads am Simulator an und nutzen das Gerät vom Ansprechen der Person über die Analyse der Lebenszeichen bis hin zur Herzdruckmassage. Das Trainingsgerät ist durch einen Übungsleiter fernbedienbar, sodass verschiedene medizinische Notfälle simuliert werden können. „Im öffentlichen Leben sieht man das Gerät häufig, aber man hat nie die Gelegenheit dazu, es auch einmal in die Hand zu nehmen“, so Schöpf. Er empfiehlt, sich die Orte anzusehen, an denen die AED montiert sind. Die Eingänge zu den AED sind von außen mit entsprechender Beschilderung gekennzeichnet - die Orte sind rund um die Uhr zugänglich.

von Dr. Nadine Seumenicht

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