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Frauen im Sanitätsdienst - Teil 1: Stabsarbeit im Kommando Sanitätsdienst Bundeswehr

Frauen im Sanitätsdienst - Teil 1: Stabsarbeit im Kommando Sanitätsdienst Bundeswehr

Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
5 MIN

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Der Dienst an der Waffe ist schon seit langem keine reine Männerdomäne mehr – fast 24.000 Soldatinnen sind aktuell in der Bundeswehr, wovon 8000 dem Sanitätsdienst angehören. In einer dreiteiligen Serie erzählen Soldatinnen von ihren Beweggründen zur Bundeswehr zugehen und geben einen kleinen Einblick in ihren Berufsalltag.

Obergefreiter Dana G.: Vom Managementstudium zum Sanitätsdienst

Die portraitierte Soldatin lächelt in die Kamera

Dana G. unterstützt im Kommando Sanitätsdienst des Bundeswehr bei der (Weiter-)Entwicklung der Gesundheitsfachberufe

Bundeswehr/Bockisch-Ernst

Obergefreiter Dana G. ist seit April 2022 Freiwillig Wehrdienstleistende im Sanitätsdienst der Bundeswehr. Nach dem Bachelorstudium in International Management an der Hochschule in Worms entschied sich die gebürtige Kölnerin für die Uniform: „Nach dem Studium wollte ich erst einmal eine Pause vom Studieren machen und neue Erfahrungen sammeln. Der Anreiz lag für mich im psychisch sowie körperlich fordernden Berufsbild des Soldaten.“ Zu ihren Hobbys gehören besonders der Sport oder das Wandern in den Bergen – „Beides lässt sich gut in den Dienstalltag integrieren“, berichtet die 23-Jährige.

Studienkenntnisse bewähren sich im Dienst

Aktuell arbeitet die sportbegeisterte Soldatin im Koblenzer Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr in der Abteilung C, die sich mit dem Management der bundeswehreigenen Krankenhäuser beschäftigt. Dort unterstützt sie bei der Entwicklung der Gesundheitsfachberufe. „Wir sind verantwortlich für die gesamten Gesundheitsfachberufe und kümmern uns beispielsweise um gesetzliche Rahmenbedingungen oder Lagebilder. Das heißt, wir schauen uns an, ob die gesetzlichen Reglungen eingehalten werden oder wie sich aktuell die Altersstruktur des Personals darstellt und ob sich Defizite daraus ergeben“, erzählt die Wehrdienstleistende. Um sich ein Bild der Lage vor Ort zu machen, arbeitet sie sogar eine Woche im BundeswehrZentralkrankenhaus in Koblenz. Zwischendurch hat die Kölnerin auch in der Grundausbildung im Sanitätsregiment 2 „Westerwald“ unterstützen dürfen. Dort bildete sie als Hilfsausbilderin Rekrutinnen und Rekruten in allgemein-militärischen Fertigkeiten aus.

Für die Hochschulabsolventin bleibt die Bundeswehr ein attraktiver Arbeitgeber für die Zukunft. Aktuell strebt Dana G. an, ein Masterstudium an das Bachelorstudium anzuhängen. Die Möglichkeit als Reservedienstleistende weiter Karriere zu machen, kommt für die 23-Jährige definitiv infrage. „Die Möglichkeit nicht ganz rauszugehen, aber sich auch nicht allzu lang zu verpflichten, ist eine tolle Option für junge Menschen – besonders in Semesterferien“, führt Dana G. fort.

Stabsfeldwebel Claudia S.: Pressearbeit im Kommando

Der Sanitätsdienst der Bundeswehr bietet ein umfassendes Portfolio an spannenden Motiven und Geschichten, sodass auch die zivile Presse ein großes Interesse hat, dieses auszuschöpfen. Hierfür gibt es das Presse- und Informationszentrum (PIZ) im Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr – vergleichbar mit einer kleinen Redaktion. Das PIZ ist die militärische Heimat von Stabsfeldwebel Claudia S.

„Ich wollte schon als kleines Kind meinem Vater nacheifern“

Soldatin lächelt in die Kamera

Die Pressearbeit bietet Claudia S. abwechslungsreiche Aufgaben

Bundeswehr/Layman

Die dreifache Mutter kam 1995 am Standort Geilenkirchen zur Bundeswehr. „Ich wollte schon als kleines Kind meinem Vater nacheifern, der war Soldat. Ich fand das immer ganz toll, dass er sich für unser Land einsetzt“, erzählt die gebürtige Geilenkirchenerin.  Ab 1975 stießen die ersten Frauen zur Bundeswehr, es waren aber nur Ärztinnen im Sanitätsdienst möglich. Erst im Jahr 1991 öffneten sich im Sanitäts- sowie Militärmusikdienst alle Laufbahnen für Frauen. „Mein Vater hatte mir gesagt, ich könne noch nicht zur Bundeswehr. Wenn das aber mein Traum ist, dann solle ich mich mit einer Ausbildung oder Studium im medizinischen Bereich darauf vorbereiten“, erinnert sich Stabsfeldwebel S.

So absolvierte sie eine Ausbildung zur Arzthelferin und bewarb sich bei der Bundeswehr. Sie wurde angenommen und versorgte später als Sanitätsfeldwebel Patientinnen und Patienten in einer Luftwaffen-Sanitätsstaffel. Nach der Ernennung zur Berufssoldatin stand ein örtlicher Wechsel vor der Tür. So ergab sich eine Stelle als Pressefeldwebel in Weißenfels, im damaligen Sanitätskommando 3. Nach einem anschließenden Zwischenstopp im Bereich der Inneren Führung des damaligen Sanitätsführungskommandos, wechselte sie zum PIZ nach Koblenz.

Pressearbeit

Ihr Schwerpunkt liegt besonders in der Kommunikation mit Journalistinnen und Journalisten. „Wir bearbeiten beispielsweise Presseanfragen, die den Sanitätsdienst der Bundeswehr betreffen. Das können Interviewwünsche mit Soldatinnen und Soldaten, Drehanfragen für Reportagen oder Fragestellungen mit Blick auf den Umgang mit Krisen, beispielsweise während der Corona-Pandemie sein“, berichtet die dreifache Mutter. Sie hilft in der Organisation, sodass die anfragenden Presseschaffenden mit den richtigen Stellen vernetzt werden. Je nach Projekt werden diese auch pressefachlich begleitet: Hier erstellt Stabsfeldwebel S. Pressemappen, hilft bei der Organisation von Pressekonferenzen und bereitet Statements vor. Nicht immer eine schöne Aufgabe, aber dennoch äußerst wichtig, ist das Redigieren von Texten - Rechtschreibung, Grammatik und Lesefluss von Berichten sowie Meldungen gehören zu ihren Stärken.

Hauptmann Petra B.: Für die Gleichberechtigung

Die Gleichstellung zwischen Mann und Frau, die Nutzung aller Potenziale sowie Chancengerechtigkeit sind seit Jahren ein großes Anliegen der Bundeswehr. Für das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr setzt sich eine Frau besonders für eine ebenbürtige Behandlung beider Geschlechter ein – die militärische Gleichstellungsbeauftragte, Hauptmann Petra B.

Fach-, Führungs- und Spezialverwendung

Eine Soldatin steht an einem Schild vor ihrem Dienstgebäude

Kommunikation und wertschätzender Umgang sind der Schlüssel zum Erfolg

Bundeswehr/Bockisch-Ernst

Die gebürtige Heidelbergerin trat 1992 in die Bundeswehr ein, vorher absolvierte sie eine Ausbildung zur medizinischen Fachangestellten. „Ich hatte das Ziel, die Bundeswehr kennenzulernen. Früher war der Frauenanteil noch sehr gering, es war eine sehr spannende aber auch fordernde Zeit“, erinnert sich die 52-Jährige. Zunächst war es ihr Wunsch, eine Fachweiterbildung im Labor zu absolvieren. Sie durchlief ganz klassisch die Verwendung als Gruppen- und Zugführerin, bis sie anschließend ihre Ausbildung zur Medizinisch-technischen-Laboratoriumsassistentin realisieren konnte. Nach ihrer Fachverwendung wechselte Petra B. in die Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes als Führungskraft, was sie schlussendlich in das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr nach Koblenz führte.

Zunächst lag ihr Fokus auf der Sicherstellung der Versorgung von Soldatinnen und Soldaten in Sanitätseinrichtungen, anschließend folgte wiederum eine fachliche Verwendung im medizinischen Qualitätsmanagement. Schon früh erkannte die zweifache Mutter, wie wichtig es ist, Personalrechte zu stärken – so engagierte sie sich auf der Orts- und Bezirksebene für die Rechte der Soldatinnen und Soldaten. Sie erkannte Handlungsbedarf bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie der Chancengerechtigkeit – und wurde zur Gleichstellungsbeauftragten gewählt.

Chancengleichheit und Kinderbetreuung im Verteidigungsfall

Ihr Aufgabenspektrum ist vielseitig: Zum einen befasst die Kommandoangehörige sich mit der Anwendung des Soldatinnen- und Soldatengleichstellungsgesetzes, berät hierzu die Dienststellenleitung und prüft, ob dieses auch umgesetzt und entsprechend berücksichtigt wird. Ihre Hauptaufgabe ist die Gleichbehandlung und Potenzialausschöpfung im Sinne einer Chancengerechtigkeit zwischen Mann und Frau. Hierfür gestaltet Hauptmann Petra B. Betreuungs-, Aufklärungs- und Beratungsangebote und hat ein offenes Ohr für ihre Kameradinnen und Kameraden. Dabei werden aktiv strukturelle Hemmnisse für Frauen ausfindig gemacht und abgebaut. Ein neues Themenfeld mit hoher Priorität ist die Fragestellung, wie im Falle eines Landes- und Bündnisfalls oder einer Krise, die Kinderbetreuung für Soldatinnen und Soldaten sichergestellt wird. Hier arbeitet Hauptmann Petra B. mit großem Engagement an förderlichen Rahmenbedingungen.

von Marcel Bockisch-Ernst

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