Sanitätsdienst

Nächster Schritt in Richtung Interoperabilität

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Koblenz
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Während seines Besuches stellte der Direktor des Multinational Medical Coordination Centre/European Medical Command (MMCCMultinational Medical Coordination Centre/EMCEuropean Medical Command) die ersten Arbeitsergebnisse zur NATO Initiative des Substantial NATO-Georgia Package (SNGP) vor.

Mehrere Soldaten und Zivilisten stehen um einen mit einer Landkarte bedeckten Tisch

Das MMCCMultinational Medical Coordination Centre/EMCEuropean Medical Command bringt den georgischen Trainingsteilnehmern in einem Planspiel die Strukturen und Abläufe der NATO näher

Bundeswehr/Stefanie Hippler

Ein Meilenstein war hierbei die Analyse der sanitätsdienstlichen Fähigkeiten der georgischen Streitkräfte und Möglichkeiten der gezielten Weitentwicklung des Sanitätsdienstes. „Dieser Meilenstein beschreibt den Startpunkt der Implementierungsphase“, sagt der Direktor des multinationalen Elementes, Dr. Stefan Kowitz, mit Ausblick auf die vorstehenden Schritte. Die Fähigkeiten für die Sanitätskräfte der Brigaden werden schrittweise und modular aufgebaut. Dabei stehen zwei Entwicklungslinien im Vordergrund. Aufbau der personellen Fähigkeiten mit entsprechender Ausbildung zum Betrieb einer hochmobilen Sanitätseinrichtung sowie die notwendigen Materialergänzungen, die ein Behandlungsergebnis im Sinne der NATO und zivilen Vorgaben ermöglichen.

Zivile und militärische Nutzbarkeit als Faktor

„Nach unserer Analyse ermöglichen die zukünftig aufzubauenden Fähigkeiten eine Nutzung sowohl  für militärische Aufgaben aber auch bei Krisen oder Katastrophen zur Unterstützung des zivilen Gesundheitssystems, sogenannte Dual-Use-Fähigkeiten,“ ergänzt der Direktor des MMCCMultinational Medical Coordination Centre/EMCEuropean Medical Command.

Auch die stellvertretende Ministerin Lela Chikovani honorierte in ihren Eingangsworten die „engagierte und harte Arbeit“ und die gemeinsame Teamleistung des georgischen Sanitätsdienstes und der MMCCMultinational Medical Coordination Centre/EMCEuropean Medical Command Delegation. Auch erwähnte sie zusätzliche Kooperationsmöglichkeiten mit der EU. Die mögliche Harmonisierung von Aktivitäten der NATO und EU, ist für das MMCCMultinational Medical Coordination Centre/EMCEuropean Medical Command keine Schwierigkeit, da es entsprechend seinem Auftrag mit beiden Institutionen eng kooperiert und zusammenarbeitet.

Kennenlernen und üben in der NATO Struktur

Die Kenntnis und das Verständnis für die NATO Standards bilden das Fundament für den Aufbau der jeweiligen sanitätsdienstlichen Fähigkeiten der georgischen Streitkräfte. Nach dem Startschuss der Implementierungsphase verlegte ein Trainingsteam des MMCCMultinational Medical Coordination Centre/EMCEuropean Medical Command nach Georgien. „In einer geführten Umgebung die neuen Erkenntnisse in bestehende Strukturen einzuarbeiten und für das eigene System zu justieren, hat generell einen weit größeren Effekt, als es nur die Vermittlung von Wissen hätte.“ So beschreibt Oberst Jürgen Muntenaar, Leiter des Ausbildungsteams und stellvertretender Direktor des MMCCMultinational Medical Coordination Centre/EMCEuropean Medical Command für NATO Angelegenheiten, seine Ausbildungsmethode.

Rettungskette: Schwerpunkt bei Kommunikation und Transport

Während der Ausbildung lernten die Übungsteilnehmer nicht nur die NATO Strukturen, Standardisierungsdokumente und Terminologie kennen, sondern wendeten ihre Kenntnisse im Rahmen einer Planübung (Table-Top-Exercise) an. Dabei wurde entlang der Rettungskette die sanitätsdienstliche Versorgung von Erkrankten und Verwundeten geübt.  Auch Frau Oberstabsbootsmann Stefanie Hippler unterstützte als Mitglied des MMCCMultinational Medical Coordination Centre/EMCEuropean Medical Command Teams die georgischen Kameraden und sah „die besonderen Herausforderungen bei der Sicherstellung einer stabilen Kommunikation der Sanitätskräfte während des Verwundetentransportes insbesondere mit den aufzunehmenden Sanitätseinrichtungen.“

von Rico Maderthoner