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Sanitätsregiment 3 unterstützt bei Ulmer Intensivtransporten

Sanitätsregiment 3 unterstützt bei Ulmer Intensivtransporten

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Datum:
Ort:
Ulm
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Intensivbetten sind derzeit nicht nur in Baden-Württemberg ein rares Gut. Regelmäßig müssen intensivpflichtige Patientinnen und Patienten von einem zum anderen Krankenhaus transportiert werden. Hier kommt der Intensivtransportwagen des Bundeswehrkrankenhauses Ulm ins Spiel. Mit tatkräftiger Unterstützung aus dem Dornstädter Sanitätsregiment 3.

Ein großer Krankenwagen mit Blaulicht

Der Intensivtransportwagen des Ulmer Bundeswehrkrankenhaus hat in knapp zwei Jahren 430 Einsätze absolviert

Thomas Heckmann

Bewegt wird der Intensivtransportwagen (ITW) derzeit durch Oberstabsgefreiter Charlotte Handschuh und Stabsunteroffizier Simon Grosser. Die Soldatin und der Soldat des Sanitätsregimentes 3 unterstützen das Bundeswehrkrankenhaus (BwKrhsBundeswehrkrankenhaus) Ulm bei den durch das Innenministerium Baden-Württemberg angefragten Intensivtransporten als Kraftfahrer. Dazu fahren sie Intensivpatientinnen und -patienten sowie das begleitende medizinische Personal des BwKrhsBundeswehrkrankenhaus Ulm täglich mehrere hundert Kilometer sicher durch Süddeutschland. Seit April 2020 wurden so schon mehr als 430 Transporte durchgeführt.

Morgendlicher Fahrzeug-Check

Bevor der Zentralen Koordinierungsstelle für den Intensivtransport in Baden-Württemberg der ITW um 8:00 Uhr als einsatzbereit gemeldet wird, checken Handschuh und Grosser die Funktionsfähigkeit des Fahrzeuges. Flüssigkeitsstände werden gesichtet und alle außen am Fahrzeug befindlichen Klappen und Türen geöffnet, um deren Inhalt auf Vollständigkeit zu sichten. Währenddessen prüfen zwei Soldaten des Bundeswehrkrankenhauses die medizinischen Geräte im Inneren des ITW. Ist alles so, wie es sein soll, können der ITW und seine Besatzung in den langen Tag starten.

Ein Mann und eine Frau stehen an einer geöffneten Motorhaube

Vor Fahrtantritt wird der Intensivtransporter auf die winterlichen Temperaturen vorbereitet. Für den klaren Blick soll die Scheibenreinigungsflüssigkeit sorgen.

Thomas Heckmann
Eine Frau steht vor mehreren medizinischen Geräten die an einer Wand hängen

Vor der Abfahrt werden im Intensivtransportwagen des Ulmer Bundeswehrkrankenhaus alle Geräte auf Funktion überprüft

Thomas Heckmann

Einzigartige Fähigkeiten

An diesem Tag steht die Verlegung eines Patienten von Friedrichshafen nach Wangen im Allgäu an. Da der Patient während des Transportes einer besonderen Überwachung bedarf, die ein „normaler“ Rettungswagen (RTWRettungswagen) nicht bietet, werden die Ulmer und Dornstädter den Transport gemeinsam durchführen. Auch können besonders schwergewichtige Patientinnen und Patienten transportiert werden, die in einem RTWRettungswagen aufgrund der zu geringen Tragkraft der Patiententrage schlichtweg keinen Platz hätten. Das Intensivbett im Bundeswehr-ITW hingegen kann bis zu 400 Kilogramm tragen.

Helfer in der Pandemie-Not

Oberfeldarzt PDPrivatdozent Dr. Björn Hoßfeld ist der Leitende Arzt des notfallmedizinischen Zentrums am Bundeswehrkrankenhaus Ulm. Er erklärt, warum die ITWs während der Pandemie so wichtig sind: „Mit der Covid-Pandemie wurden viel mehr Intensivverlegungen notwendig, weil die Kapazität der Intensivbetten überall knapp war. Wir halten hier, am Bundeswehrkrankenhaus in Ulm, einen eigenen ITW zur Verfügung. Eigentlich ist dieser dafür gedacht, Patientinnen und Patienten, die aus dem Auslandseinsatz zurückgeflogen wurden und beispielsweise mit dem Airbus in Stuttgart landen, hierher nach Ulm zu transportieren.“

Hochwertressource

Doch aufgrund des erhöhten Verlegungsbedarfes von Intensivpatientinnen und -patienten in Baden-Württemberg, fragte das Innenministerium des Landes beim BwKrhsBundeswehrkrankenhaus Ulm die Unterstützung durch den Bundeswehr-ITW an. Dr. Hoßfeld weiß, dass dieses Fahrzeug auch im zivilen Gesundheitssystem eine Hochwertressource darstellt: „Im ITW können Patientinnen und Patienten genauso intensiv beatmet, medikamentös behandelt und überwacht werden wie auf einer Intensivstation.“ Genau diese Aufgabe wird der Ulmer ITW, mit fahrerischem Können aus Dornstadt und medizinischer Expertise aus Ulm, zunächst noch bis Ende März erfüllen.

von Presse- und Informationszentrum des Sanitätsdienstes der Bundeswehr

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