Sanitätsdienst
Special der Woche

Taktische Verwundetenversorgung

Taktische Verwundetenversorgung

Datum:
Ort:
Bundesweit
Lesedauer:
2 MIN

Bei der sanitätsdienstlichen Versorgung auf dem Gefechtsfeld stellen sich andere Herausforderungen als bei einem Unfall im Inland. Von der Erstbehandlung im Gefecht bis zum Weitertransport in eine Behandlungseinrichtung arbeiten die Soldatinnen und Soldaten unter Einsatz ihres Lebens.

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Während in Deutschland nach einem Verkehrsunfall schon nach kurzer Zeit der Rettungswagen vor Ort ist, müssen für verwundete Soldatinnen oder Soldaten ohne intakte Infrastruktur andere Lösungen gefunden werden. Während eines Gefechts greift die sogenannte Rettungskette. Diese beginnt bei der Selbst- und Kameradenhilfe. Hier werden stark blutende Verletzungen gestoppt und der Verwundete aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich gebracht. 

Medizinische Hilfe mit Struktur

Die sanitätsdienstliche Versorgung im Gefecht trainieren die Soldatinnen und Soldaten nach dem Konzept der Taktischen Verwundetenversorgung (Tactical Combat Casualty Care, kurz TCCCTactical Combat Casualty Care). TCCCTactical Combat Casualty Care besteht aus drei Phasen: Während der ersten PhaseCare Under Fire“ gilt es, eine verwundete Person schnellstmöglich zur Selbsthilfe anzuleiten, um sie dann, trotz anhaltender Kampfhandlungen, außerhalb des Kampfgeschehens zu bringen und zu versorgen. Höchste Priorität hat das Stoppen von massiven Blutungen. Annähernd 18 Prozent der tödlichen Verläufe können vermieden werden, wenn innerhalb der ersten zehn Minuten, den sogenannten Platinum Ten Minutes, die Versorgung durch speziell geschulte Ersthelfer erfolgt.

In der zweiten Phase „Tactical Field Care“ ohne Feindeinwirkung erfolgt erstmals eine standardisierte Untersuchung nach dem MARCH-Schema. Diese Abäufe werden stetig wiederholt. Daran schließt sich die dritte und letzte Phase „Tactical Evacuation Care“ an. Diese umfasst die Vorbereitung und Durchführung des qualifizierten taktischen Verwundetentransportes in ein Feldlazarett oder Feldkrankenhaus. Für die Transportphase stehen je nach Einsatzsituation verschiedene Transportmittel zur Verfügung. Die Verwundeten sind nach der elementaren Erstversorgung, der „Platinum Ten Minutes„, innerhalb der sogenannten „Golden Hour“ aus der Gefahrensituation zu evakuieren. Danach erfolgt die weitere chirurgische Behandlung.

von Uwe Henning

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