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Schnelle Evakuierung mit sanitätsdienstlicher Unterstützung

Schnelle Evakuierung mit sanitätsdienstlicher Unterstützung

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Datum:
Ort:
Mecklenburg-Vorpommern
Lesedauer:
2 MIN

Auf dem Flugplatz Peenemünde herrscht reger Betrieb. In kurzen Abständen starten und landen graue Transportflugzeuge vom Typ A400M auf den ehemaligen Militärstützpunkt am Meer. Transporthubschrauber fliegen über die ehemaligen Kampfflugzeughangars. Dazwischen stehen Zelte mit dem Roten Kreuz. In ihnen können Verletzte und Verwundete behandelt werden.

Zwei Soldaten liegen verwundet vor einem Sanitätszelt. Zwei weitere Soldaten und eine Soldatin versorgen diese

Weltweit einsetzbar: Die Luftlanderettungsstation wird durch die 9. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 31 betrieben

Bundeswehr/Uwe Henning

Auf der Übung „Schneller Adler“ üben deutsche und niederländische Streitkräfte von 2. bis 9. Mai die militärische Evakuierung von Staatsangehörigen aus einer Krisenregion. An der Übung, die zu Land, zu Wasser und aus der Luft stattfindet, sind alle Teilstreitkräfte und Organisationsbereiche der Bundeswehr eingebunden.

Medizinische Versorung vor Ort

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Oberfeldarzt Arved E. ist Chef der 9. Kompanie. Der Mediziner spricht über seine Eindrücke auf der Übung „Schneller Adler“

In der fast schon realen Übungskulisse auf dem ehemaligen Militärflughafen der Nationalen Volksarmee in Peenemünde sind die beiden luftverlegbaren Sanitätseinrichtungen mit ihren Roten Kreuzen an den Seiten und auf den Zeltdächern nicht zu übersehen. Während die 9. Kompanie des Fallschirmjägerregiments 31 aus Seedorf eine Luftlanderettungsstation betreibt, die eine erste notfallmedizinische Versorgung ermöglicht, erweitert das Kommando Schnelle Einsatzkräfte Sanitätsdienst aus Leer mit einem sogenannte Forward Surgical Element (FSE) das medizinische Behandlungsspektrum vor Ort. In dem aufblasbaren Sanitätszelt der FSE befinden sich zwei OP-Plätze, die eine erste notfallchirurgische Behandlung auch bei schweren Verletzungen ermöglicht.

„Die dramatischen Bilder im letzten Sommer aus Afghanistan haben uns gezeigt, wie schnell sich die Lage in einem Land verschlechtern kann und eigene Staatsangehörige evakuiert werden müssen. Darum ist es so wichtig, gemeinsam solche Fähigkeiten zu trainieren“, erklärt Oberfeldarzt Arved E.. „Je schneller eine erste qualifizierte medizinische Versorgung erfolgt, umso größer ist die Überlebenswahrscheinlichkeit nach einer schweren Verwundung oder Verletzung.“

Die Sanitätskräfte beider Sanitätseinrichtungen übernehmen die reale Versorgung der Übungstruppe. Sie sind aber auch Teil des Übungsszenarios und stellen die Sanitätstrupps bei den Evakuierungsübungen, die während der Übung in Barth, Sassnitz oder Putgarten stattfinden. Diese Szenarien können vielfältig sein und reichen von einer schnellen See-Evakuierung bis zu einer Luft-Evakuierung mit gegnerischen Kräften am Boden.

Hilfe für jeden und jede

Sanitätsmaterial auf einer Kiste

Kinder benötigen eine andere medizinische Versorgung als Erwachsene

Bundeswehr/Claas Gärtner

Die Sanitätskräfte müssen gerade bei solchen Einsätzen auf zu Evakuierende aller Altersgruppen vorbereitet sein. „Wir müssen die Versorgung vom Kleinkind bis zum chronisch kranken älteren Menschen sicherstellen“, erklärt der 40-Jährige. die speziellen Herausforderungen solcher Missionen. Um für jede Eventualität gewappnet zu sein, verfügen die Soldatinnen und Soldaten dazu über eine spezielle Ausrüstung. So enthält eine grüne Aluminiumkiste mit der Aufschrift „Kiste 6 Kinder“ beispielsweise kleine Beatmungsbeutel und spezielle Medikamente für Kinder, wie Fieberzäpfchen. In einer anderen Kiste befinden sich Lysemedikamente, die nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall verabreicht werden, um Blutgerinnsel im Herz oder im Gehirn aufzulösen. Gerade ältere Menschen sind häufiger von solchen lebensbedrohlichen Erkrankungen betroffen.

Immer besser werden

Die Übung nutzen die eingesetzten Sanitätssoldatinnen und -soldaten auch, um ihre eigenen Fähigkeiten immer weiter zu trainieren. Wenn es das Szenario und die Aufträge der Übungsleitung zulassen, trainieren sie die Abläufe in und zwischen den Behandlungseinrichtungen. „Medizinische Versorgung ist Teamwork“, erklärt E., „und eine funktionierende Rettungskette beginnt bei einer hochwertigen qualifizierten Erstversorgung.“ Dass diese funktioniert, konnten die Sanitätskräfte immer wieder beweisen, wenn es mit anderen Kräften in die einzelnen Evakuierungsmissionen der Übung ging.

von Uwe Henning

Weitere Eindrücke

Impression der Übung "Schneller Adler"

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