Sanitätsdienst

Sanitätsregiment 1 übt für die NATO-Bereitschaft

Sanitätsregiment 1 übt für die NATO-Bereitschaft

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Datum:
Ort:
Weißenfels
Lesedauer:
2 MIN

An der NATO Response Force (NRFNATO Response Force) 2022 bis 2024 beteiligt sich das Kommando Sanitätsdienstliche Einsatzunterstützung erstmals mit einem Sanitätseinsatzverband. Zu den etwa 3.000 Sanitätskräften gehört auch die 3. Kompanie des Sanitätsregiments 1 mit ihrer landgestützten Patientendekontaminationseinrichtung. Bei einer Kompanieübung testeten die Soldatinnen und Soldaten Abläufe und Material.

Mehrere Soldaten stehen mit Gasmaske um einen Patient auf einer Liege.

Kompaniechef Hauptmann Ronny Grille (1. v.l.) überwacht die Übung: Jeder Handgriff muss sitzen, um weitere Kontaminierung zu verhindern und Leben zu retten

Bundeswehr

Neben den Daueraufgaben Sanitätspersonal für Auslandseinsätze bereitzustellen, bei Bedarf die Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Inland zu unterstützen sowie den militärischen Grundbetrieb zu gewährleisten, tritt die Beteiligung an der NATO-Response Force jetzt in den Vordergrund. „Gut die Hälfte meiner Soldatinnen und Soldaten ist für die NRFNATO Response Force 22-24 vorgesehen. Auch den Großteil unseres Materials bringen wir in diese fordernde Aufgabe ein“, erklärt Kompaniechef Ronny Grille.

Üben übt: Raus ins Gelände

Mehrere Bundeswehrkraftfahrzeuge stehen in einem Wald auf einer Straße.

Nach einer Vorbereitungszeit von wenigen Stunden konnte der Landmarsch in den Verfügungsraum erfolgen. Vorerkundung, Marsch und Aufnahme der Marschgruppe gehören zur Ausbildung.

Kieron Kleinert

„Zunächst benötigen wir aktuelle, exakte Zeiten für alle Phasen bis zur Herstellung der vollen Einsatzbereitschaft unserer landgestützten Patientendekontaminationseinrichtung.“ Hauptmann Grille kommt es vor allem darauf an, die Konzepte auf Herz und Nieren zu prüfen. Mit einer Verlege- und Aufbauübung testeten die Angehörigen seiner 3. sowie der 9. Kompanie ihr Können. Bislang hatte die Pandemiehilfe im In- und Ausland Priorität. Nun müssen sich die Soldatinnen und Soldaten wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren.

Grundlagenarbeit

Zwei Soldaten unterhalten sich

Unmittelbar nach Eintreffen der ersten Fahrzeuge bespricht der Führer des Erkundungskommandos die Eigensicherungsmaßnahmen für den Aufbauplatz

Bundeswehr

Zunächst frischten die Soldatinnen und Soldaten ihr militärisches Handwerkszeug auf: Fernmeldedienst, Erkundung, Marsch und Sicherungsaufgaben standen zur Vorbereitung auf dem Dienstplan. Danach trainierte die Kompanie die einzelnen Phasen von der Erhöhung der Führungsbereitschaft über den Landmarsch in einen Verfügungsraum bis hin zu Aufbau und Betrieb der Sanitätseinrichtung. Während sich unter anderem das Verpackungskonzept der Kompanie bewährte, erkannte Gilles und sein Team auch Verbesserungspotenziale: So würde ein zusätzliches Feldumschlaggerät, also ein großer Gabelstapler, die Auf- und Abbauphase beschleunigen.

Einzigartige Fähigkeit

Mehrere Soldaten stehen in ABC-Vollschutz an einem Patienten.

Im Vollbetrieb können bei Tag und Nacht sowie unter allen Witterungsbedingungen pro Stunde bis zu sechs liegende Verwundete dekontaminiert werden

Bundeswehr

Ob Chemieunfall, Terroranschlag oder Einsatz von Massenvernichtungswaffen im Krieg in zahlreichen Szenarien ist die atomare, biologische oder chemische Kontamination von Menschen denkbar. Sind Soldaten darüber hinaus im Gefecht verwundet, kann eine adäquate notfallmedizinische Versorgung erst nach einer gründlichen Dekontamination erfolgen. Und hier kommt die landgestützte Patientendekontaminationseinrichtung zum Einsatz. Jedes Sanitätsregiment verfügt über eine solche Fähigkeit. Bislang besitzen nur wenige NATO-Partner vergleichbare Systeme. Für Hauptmann Grille und seine Kompanie bedeutet dies einen zusätzlichen Ansporn, jederzeit voll einsatzbereit zu sein.  Weitere Übungen im Kompanie- und Regimentsrahmen sind bereits geplant.

von Kieron Kleinert 

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