Sanitätsdienst

Update: Impfen mit AstraZeneca

Update: Impfen mit AstraZeneca

Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
2 MIN

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Der COVID-19Coronavirus Disease 2019-Impfstoff von AstraZeneca ist seit seiner Zulassung in der Diskussion. Prägten zunächst Zweifel an der Wirksamkeit und Lieferprobleme des britisch-schwedischen Herstellers die Berichterstattung, waren es im vergangenen Monat schwerwiegende Nebenwirkungen einer Impfung, die sogar zum kurzzeitigen Impfstopp führten. Mit ihrer Impfstrategie reagiert die Bundeswehr dabei jederzeit auf die aktuellen Entwicklungen.

Eine Hand schreibt eine Formel an eine Glaswand

Forschung und Entwicklung bei AstraZeneca

AstraZeneca

„Der Impf­stoff ist si­cher und wirk­sam im Kampf ge­gen CO­VID-19“, fasst das Paul-Ehrlich-Institut das Ergebnis der Sicherheitsbewertung zusammen. Diese war notwendig geworden, nachdem bei einigen wenigen und zumeist weiblichen Impflingen spezielle Thrombosen im Zeitraum bis zu 16 Tagen nach der Impfung gefunden wurden. Das Institut empfahl zusätzlich eine erweiterte Impfaufklärung zu dieser sehr seltenen Nebenwirkung. Auf Basis dieser Empfehlung und den bisher vorliegenden Daten zum AstraZeneca-Impfstoff hat die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut am 1. April die Impfempfehlung für Vaxzevria, so der aktuelle Name des Präparats, angepasst. Diese beinhaltet eine Einschränkung der AstraZeneca-Impfung auf die Altersgruppe 60 Jahre und älter und eine Empfehlung zum Vorgehen bei bereits einmalig geimpften im Alter unter 60 Jahren. Letztere sieht vor, anstelle der zweiten Vaxzevria-Impfdosis eine Dosis eines mRNA-Impfstoffs (Comirnaty von BioNTech/Pfizer, COVID-19Coronavirus Disease 2019-Vaccine von Moderna) zwölf Wochen nach der Erstimpfung zu verabreichen.

Auch wenn die EMA in ihrer Stellungnahme vom 7. April 2021 weiterhin ohne eine Altersbeschränkung festhält, zeigt das Vorgehen in Deutschland, dass das transparente Melde- und Überwachungssystem für Impfnebenwirkungen funktioniert und die Ständige Impfkommission bei einer generellen Verfügbarkeit von alternativen Impfstoffen gegen COVID-19Coronavirus Disease 2019 ihre Empfehlung schnell anpassen kann.

Bundeswehr stellt um

Um die Gesundheit der Soldatinnen und Soldaten zu schützen, hat die Bundeswehr reagiert und Regeln für den Umgang mit dem AstraZeneca-Impfstoff definiert. Diese legen fest:

  • Vaxzevria wird grundsätzlich nur noch bei Personen ab 60 Jahren verwendet. Dies gilt auch für durch andere Nationen angebotene Impfungen, beispielsweise im Einsatz.
  • Die Ständige Impfkommission empfiehlt, bei Personen unter 60 Jahren, die eine Erst-Impfung mit Vaxzevria erhalten haben, nach 12 Wochen eine Impfung mit einem mRNA-Impfstoff durchzuführen (Link) Angehörige von Einsatzkontingenten, die vor Ende April 2021 in den Einsatz verlegen und bis dahin nur eine AstraZeneca-Impfung erhalten haben, verlegen mit dem dann bestehenden Impfstatus. Auch eine erfolgte Erstimpfung bietet vor der Zweitimpfung bereits einen Grundschutz gegen einen schweren COVID-19Coronavirus Disease 2019-Krankheitsverlauf.

Soldatinnen und Soldaten, die zeitnah in den Einsatz verlegen, sollen vor Verlegung in Deutschland mindestens einmalig geimpft werden. Die Grundimmunisierung kann aber auch im Einsatz abgeschlossen werden. Im weiteren Verlauf ist die Grundimmunisierung für später verlegendes Personal regulär bereits in Deutschland abzuschließen. Hierzu setzt die Bundeswehr auf COVID-19Coronavirus Disease 2019-Vaccine von Moderna. Von dem mRNA-Impfstoff sollen in den kommenden Wochen größere Mengen sowohl in Deutschland als auch in den Einsatzgebieten verfügbar sein.

Mit diesem Vorgehen für den gesamten Geschäftsbereich BMVgBundesministerium der Verteidigung folgt die Bundeswehr den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission und der aktualisierten Stellungnahme der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostaseforschung e. V.eingetragener Verein (GTH) zur Impfung mit dem COVID-19Coronavirus Disease 2019-Impfstoff „Vaxzevria“. Es bietet nach jetziger Datenlage einen bestmöglichen Schutz der Angehörigen der Bundeswehr gegen ungewollte Nebenwirkungen.

von Claas Gärtner 

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