Sanitätsdienst

Wissenswertes über Zecken

Wissenswertes über Zecken

  • Medizin & Gesundheit
  • Sanitätsdienst
Datum:
Ort:
Koblenz
Lesedauer:
3 MIN

Kaum steigen die Temperaturen über acht Grad Celsius, kommen die kleinen blutsaugenden Spinnentierchen zum Vorschein und versetzen gerade Mütter und Väter von kleinen Kindern in Angst und Schrecken - Zecken! Sie übertragen die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), eine Form der Hirnhautentzündung. Doch nicht alle Zecken tragen das FSME-Virus oder Borreliose verursachende Bakterien in sich.

Großaufnahme einer Zecke

Der Gemeine Holzbock ist die häufigste in Deutschland vorkommende Zecke

Wikimedia/Richard Bartz

Selbst in großen Teilen Bayerns, Baden-Württembergs sowie Teilen Südhessens, im südöstlichen Thüringen und in Sachsen, den sogenannten FSME-Risikogebieten, tragen nur wenige Zecken das Virus in sich. Durchschnittlich 0,1 bis 3 Prozent der Zecken sind mit dem FSME-Virus infiziert. Zudem werden viele Infektionen noch nicht einmal bemerkt, da diese ohne oder mit sehr milden Symptomen einhergehen. Mit den Borrelien verhält es sich ähnlich: Zwar sind bis zu 30 Prozent der Zecken mit Borrelien infiziert, aber nur 0,3 bis 1,4 Prozent der von einer mit Borrelien befallenen Zecke gestochenen Menschen haben überhaupt Krankheitssymptome.

Schutz ist trotzdem wichtig

Eine gehende Person im Gras. Die Strümpfe sind über die über die Hose gezogen.

Gewöhnungsbedürftig - aber wirksam: Socken über der Hose erschweren der Zecke die Nahrungssuche

Bundeswehr/Laymann

Überall wo es grünt, können sich auch Zecken verstecken. Von Bäumen fallen oder gar auf das potentielle Opfer springen - das können sie jedoch ganz sicher nicht. Meist wartet die Zecke in einer Höhe von 10 bis 50 Zentimetern auf einem Grashalm oder in einem Gebüsch, um sich bei Kontakt mit einem Menschen an diesem festzuhalten. Deshalb ist es wichtig, bei Spaziergängen im hohen Gras oder im Unterholz geschlossene Kleidung zu tragen. Langärmelige Oberteile und lange Hosen erschweren es der Zecke, nackte Haut für ihre Mahlzeit zu finden. Wenn dann noch die Socken über die Hosenbeine gezogen werden, bleibt der Zecke nichts anderes übrig, als am Körper hoch zu klettern. Das erleichtert das Auffinden des Tieres, vornehmlich auf hellen Kleidungsstücken, erheblich. Auch können Insektenschutzmittel, sogenannte Repellents, einen zusätzlichen Schutz gegen die Blutsauger darstellen. Wenn es die Kleidung nicht schädigt, sollte das Repellent auch auf Socken, Hose und Oberbekleidung aufgetragen werden.

Ganz schön wählerisch!

Zecken sind sehr wählerisch, was die Wahl der Einstichstelle betrifft. Sie stechen mit Vorliebe in Körperhöhlen wie Achseln, Bauchnabel, Genitalbereich und Kniekehlen. Aber auch der Haaransatz, die Ohren und der Hals gehören vor allem bei Kindern zu den bevorzugten Einstichstellen. Diese Vorlieben lassen sich zu unserem Vorteil nutzen, da es bedeutet, dass die Zecke bei Kontakt mit der Haut nicht sofort zusticht, sondern erst auf dem Körper umherwandert, um eine geeignete Stelle zu finden. Durch regelmäßiges Absuchen des Körpers können die Zecken meist schon vor dem Stechen entfernt werden.

Sofort entfernen!

Dass eine Zecke beim Entfernen nicht gedreht und auf keinen Fall mit schädlichen Flüssigkeiten beträufelt werden sollte, ist hinlänglich bekannt. Auch, dass die Wunde nach dem Entfernen gründlich zu desinfizieren ist, sollte klar sein. Falls jedoch keine Zeckenzange oder Desinfektionsmittel zur Hand sind, sollte die Zecke trotzdem, beispielsweise mit dem Fingernagel, sofort entfernt werden. Denn auch so wird eine mögliche Übertragung von Krankheitserregern unterbrochen.

Risikogebiete

Teil eines ausgefüllten Impfbuches

Soldatinnen und Soldaten kommen an ihr nicht vorbei: die FSME-Impfung

Bundeswehr / Dittrich

Vor allem Bayern, Baden-Württemberg, Südhessen, der südöstlichen Teil Thüringens und Sachsen sind, wie seit geraumer Zeit, auch in diesem Jahr als FSME-Risikogebiete ausgewiesen. Die Ständige Impf­kommission empfiehlt eine FSME-Imp­fung für Personen, die in den FSME-Risiko­gebieten mit Zecken in Berührung kommen könnten. Für Soldatinnen und Soldaten ist die FSME-Impfung ohnehin duldungspflichtig. Eine detaillierte Übersicht der deutschen FSME-Risikogebiete ist unter anderem auf den Seiten des Robert-Koch-Institutes und als Download unter dem Artikel abrufbar.

von Michael Tomelzik