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Überblick: Der Einsatz gegen den „Islamischen Staat“ (IS)

Al-Asrak, Jordanien, 04.06.2018.

Beinahe täglich heben von der jordanischen Air Base nahe Al-Asrak deutsche Aufklärungs-Jets des Typs Tornado sowie das ebenfalls dort stationierte Tankflugzeug vom Typ Airbus ab. Die Maschinen sind Teil der internationalen Operation Inherent Resolve im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ (IS) in Syrien und im Irak. Das deutsche Kontingent ist im letzten Jahr vom türkischen Incirlik nach Jordanien umgezogen. Der Flugbetrieb läuft dennoch reibungslos.

Flugzeug auf Rollfeld
Schlichtes Äußeres: Doch der Airbus A310 MRTT hat es in sich. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Im Juni 2017 beschloss die Bundesregierung, das deutsche Einsatzkontingent aus Incirlik abzuziehen und in Jordanien aufzustellen. Nach der noch im gleichen Monat erfolgten Zustimmung des Bundestages verlegte ein Airbus der Flugbereitschaft am 9. Juli nach Al-Asrak. Bereits zwei Tage später absolvierte er seinen ersten Einsatzflug zur Betankung von Flugzeugen der internationalen Koalition.

Bis zum 31. Mai absolvierte er von Jordanien aus 277 Einsatzflüge. Dabei führte er 1.534 Betankungen mit mehr als 6.500 Tonnen Kraftstoff durch. Gut drei Monate später, am 9. Oktober, starteten in Al-Asrak erstmals zwei deutsche Tornados zu einer Aufklärungsmission.

Zwei Jets vom Typ Tornado auf Rollfeld
Im Einsatz bewährt: Die Tornados liefern auch aus großer Höhe gestochen scharfe Luftbilder. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Umzug im laufenden Betrieb

Dazwischen lag eine logistische Mammutaufgabe. Rund 200 Container mit mehr als 1.500 Tonnen Material mussten aus der Türkei nach Jordanien gebracht werden. Dazu gehörte auch die Auswerteanlage für die Aufklärungsbilder der Tornados, die sogenannte Ground Exploitation Station, die nach dem Ende des Einsatzes in Incirlik zunächst – aus dem laufenden Betrieb heraus – abgebaut, dann transportiert und schließlich wieder aufgebaut werden musste.

Der aufwändige Umzug dieser Anlage, die das „Herzstück“ des Einsatzes bildet, war unter anderem der Grund dafür, dass die Aufklärungs-Tornados zwischenzeitlich nach Deutschland überführt wurden.

Aufbau und Struktur des Kontingents

In Jordanien gliedert sich das etwa 280 deutsche Soldaten umfassende Kontingent, das seit Ende März unter der Führung von Oberst Kristof Conrath steht, in eine Technische Staffel, die Fliegerhorst- und eine Einsatzstaffel. Zur ersteren zählen etwa 90 Techniker für die vier Tornados und den Airbus. Sie kommen zum überwiegenden Teil aus den beiden Tornado-Geschwadern der Luftwaffe in Büchel und Jagel sowie von der Flugbereitschaft in Köln-Wahn.

In der Fliegerhorststaffel (etwa 70 Soldaten) sind unter anderem die Bereiche Schutz, IT-Unterstützung, Logistik und Transport zusammengefasst. Die Einsatzstaffel besteht aus circa 40 Soldaten und vereint die fliegenden Besatzungen beider Flugzeugtypen, die Operationszentrale, die militärische Flugsicherung, die Wetterberatung sowie die bereits angesprochene Auswertestation für die Luftbilder. Eine Einsatzwehrverwaltung und der Stab ergänzen und administrieren das Kontingent.

Soldaten am Tankschlauch eines Airbus
Mit vereinten Kräften: Ohne die Arbeit der Soldaten am Boden hebt kein Flieger ab. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Soldaten in den Hauptquartieren

Ebenfalls zum deutschen Einsatzkontingent Counter Daesh gehören die jeweiligen Verbindungselemente in den internationalen Hauptquartieren der Anti-IS-Koalition. Geführt wird die Operation Inherent Resolve im Hauptquartier der Combined Joint Task Force (CJTF) in Kuwait und Bagdad.

Während dort derzeit sieben Soldaten eingesetzt sind, leisten im Combined Air Operations Centre (CAOC) auf der Al Udeid Air Base in Katar, in dem die Luftoperationen der Koalition geplant und geleitet werden, aktuell neun deutsche Soldaten ihren Dienst. An ihrer Spitze steht ein Oberst, dem in diesem Gefechtsstand zur Führung von Luftstreitkräften eine besondere Rolle zukommt. Als sogenannter „Red Card Holder“ überwacht er die Mandatskonformität des Einsatzes deutscher Soldaten – sowohl bei der Beauftragung der Luftfahrzeuge, als auch bei der Weitergabe der national gewonnenen Informationen an die internationale Koalition. Denn gemäß dem Mandat des Bundestages dient der Einsatz der Bundeswehr ausschließlich dem Kampf gegen den IS in Syrien und im Irak.

Deutsches Camp in Al-Asrak
Blick ins deutsche Camp: Es wurde in den letzten knapp acht Monaten errichtet und immer weiter ausgebaut. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Gute Lebens- und Arbeitsbedingungen

Waren die ersten deutschen Soldaten Mitte letzten Jahres noch in Räumlichkeiten der jordanischen Gastgeber auf der Basis nahe Al-Asrak untergebracht, ist in den vergangenen Monaten das deutsche „Camp Sonic“ aus dem Nichts entstanden und stetig ausgebaut worden. Hier besteht die Möglichkeit, bis zu 400 Soldaten in klimatisierten „Zwei-Mann-Stuben“ unterzubringen.

Die medizinische Versorgung ist sichergestellt, es bestehen verschiedene Sportmöglichkeiten, es gibt einen Raum für den Militärgeistlichen, eine Küche, eine Betreuungseinrichtung sowie eine Wäscherei. Die Einsatzbedingungen für die deutschen Soldaten haben sich damit in den letzten Monaten – insbesondere in Anbetracht der Kürze der Zeit  – entscheidend verbessert.
 

In unserem Schwerpunktthema blicken wir in dieser Woche hinter die Kulissen des Anti-IS-Einsatzes.


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Stand vom: 07.06.18 | Autor: Michael Wils-Kudiabor


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