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Von Incirlik nach Al-Asrak: Ein Kontingent zieht um

Berlin, 07.11.2017.
Am 24. Oktober flogen die Piloten der Einsatzstaffel die 6000. Einsatzstunde über Syrien und Irak, die 3000. Luftbetankung erfolgte nur wenige Tage später. Eine Leistung, die Respekt verdient – wurde doch das Kontingent erst kürzlich vom türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik ins jordanische Al-Asrak verlegt.

Kampfjet Tornado und Airbus A310 MRTT auf Flugplatz

Die Operation Counter Daesh umfasst vor allem die Komponenten Luftbetankung und Aufklärung. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Nachdem die Türkei Bundestagsabgeordneten Truppenbesuche beim deutschen Einsatzkontingent untersagt hatte, entschied sich die Bundesregierung für die Verlegung des Einsatzkontingents vom türkischen Incirlik ins jordanische Al-Asrak. Mit dem Umzug verlegte die Bundeswehr zum ersten Mal während eines aktiven Einsatzes von einem Land in ein anderes.

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Der größte Luftwaffenstützpunkt des Landes

Das jordanische Al-Asrak ist mit seinen 10.000 Einwohnern provinziell geprägt. Die Kleinstadt liegt in der Provinz Zarqa, rund 100 Kilometer östlich der Hauptstadt Amman und 50 Kilometer südlich der syrischen Grenze. Die Lage vor Ort gilt als sicher und politisch stabil, das Klima als trocken und heiß.

Ende der 1970er Jahre entschloss sich die jordanische Regierung, Al-Asrak zum größten Luftwaffenstützpunkt des Landes auszubauen. Die „Muwaffaq Salti Air Base“ hat zwei Start- und Landebahnen und wird heute multinational im Kampf gegen die Terrororganisation „Islamischer Staat“ genutzt.

Karte zeigt Syrien und Irak

Teile Syriens und des Iraks sind zum Aktionsraum der Terrormiliz IS geworden. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

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Eine Herausforderung für Mensch und Material

Nachdem ein Vorkommando in kürzester Zeit alle notwendigen Voraussetzungen erkundete und der Luftwaffenstützpunkt gründlich vermessen wurde, konnte die eigentliche Verlegung beginnen – und wurde zu einer großen Aufgabe für Mensch und Material.

Anfang Juli 2017 traf das Transportflugzeug Antonov An-124 mit den ersten Lieferungen aus Incirlik ein. Anschließend kehrte die Antonov nach Incirlik zurück, um nach und nach neues Material einzufliegen. Dabei steht das Gerät im heißen und trockenen Klima der jordanischen Wüste unter hohen Belastungen.

Die Logistiker bewegten hunderte Container und tausende Tonnen Material, denn jedes Flugzeug benötigt unzähliges Gerät, Ersatzteile und Betriebsfahrzeuge.

Zudem wurde auf der neuen Basis ein eigener Technik- und Wartungsbereich errichtet. An notwendigen Betriebsfahrzeugen wie Tanklastwagen für den Airbus fehlte es anfangs völlig. Mit Fertigstellung des Technikbereiches wurde die Grundlage für den Tankbetrieb geschaffen.

Für die Soldatinnen und Soldaten wurden Unterkünfte renoviert, neue Wasserzisternen geliefert sowie Sanitäreinrichtungen installiert.

Mehrere Tornados auf Flugplatz

Anfang Oktober wurde mit dem ersten Einsatzflug zweier Tornados die volle Einsatzbereitschaft erreicht. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

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Einsatzbereitschaft hergestellt

Das Tankflugzeug Airbus A310 MRTT wurde direkt aus der Türkei nach Jordanien verlegt und versorgt seit Juli die Partnerflugzeuge der Anti-IS Koalition mit Treibstoff. Die Luftbetankung verlängert deren Reichweite und erhöht die Verweildauer über dem Einsatzgebiet.

Die vier in Incirlik stationierten Tornados hatten am 29. Juli dort ihren letzten Flugtag und flogen zwei Tage später zunächst nach Deutschland zurück. Nach dem Zwischenstopp machten sie sich letztlich Anfang Oktober auf den Weg nach Jordanien – und liefern seitdem wieder wichtige Aufklärungsbilder, die der Koalition möglichst exakte Luftschläge gegen den IS ermöglichen.

Zwei weitere Tornados werden in Deutschland dauerhaft in Bereitschaft gehalten, um nötigenfalls den Einsatz in Jordanien zu unterstützen.

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Stand vom: 07.11.17 | Autor: Redaktion der Bundeswehr


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