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Der Puma: Einer der modernsten Schützenpanzer der Welt

Berlin, 20.04.2018.

Die Panzergrenadiere erhalten mit dem Puma einen der modernsten Schützenpanzer der Welt. Die Planung für den Puma, als Nachfolger für den Schützenpanzer Marder, begann bereits im Jahre 2002. Im April 2015 wurde die Genehmigung zur Nutzung erteilt.

Panzer Puma im Gelände
Der Puma ist ein gepanzertes Gefechtsfahrzeug der Panzergrenadiere. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

„Im Gegensatz zum Marder befindet sich beim Puma die gesamte Besatzung in der hoch geschützten Wanne. Der Turm ist unbemannt“, erklärt Christoph Jansen vom Koblenzer Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr. Der Technische Regierungsdirektor ist stellvertretender Projektleiter für den Schützenpanzer Puma. „Auf Grund seiner exponierten Lage ist der Turm das am höchsten gefährdete Teil des Fahrzeugs. Da sich keine Besatzung im Turm befindet, ist weniger gepanzerter Raum notwendig. Gleichzeitig steigt die Sicherheit für die Besatzung. Im Gegensatz zum Marder finden im Puma-Turm nun Funkgeräte und Ausrüstung Platz.“

Diese Neuerung hat weitreichende Konsequenzen. „Ziel ist und muss es auch sein, den Puma unter Panzerschutz zu führen und nicht darauf angewiesen zu sein, das Fahrzeug über Luke ungeschützt zu führen. Dies setzt die Nutzung moderner elektronischer Sichtmittel voraus“, fährt Jansen fort. „Deshalb sollen in Zukunft neben den bestehenden Sichtmitteln noch mehr leistungsstarke Kameras in Turm und Fahrgestell integriert werden.“ Damit erhält die Besatzung des Pumas unter Panzerschutz bei Tag und Nacht, im Stand und während der Fahrt eine gute Rundumsicht um das Fahrzeug.

Panzer Puma beim Schießen bei Nacht
Der Schützenpanzer kann Ziele in einer Entfernung von bis zu 3.000 Metern präzise bekämpfen. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Maximaler Schutz und Luftverlastbarkeit im Airbus A400M

Der Puma ist als erstes Fahrzeug der Bundeswehr mit einer splitterarmen Reaktivpanzerung im Seitenbereich ausgestattet. Die Panzerung kann für den Transport beispielsweise im Airbus A400M abgenommen und ohne großen Aufwand gegen andere Schutzmodule ausgetauscht werden. Weiterhin sorgt ein sogenanntes abstandsaktives „Multifunktionales Selbstschutzsystem“ (MUSS) für einen maximalen Schutz der Fahrzeugbesatzung

Hohe Trefferquote, tempierbare Munition

„Eine weitere Stärke des Pumas ist seine hohe Ersttrefferwahrscheinlichkeit“, betont Jansen. „Eine Munitionssorte hat einen programmierbaren Zünder. Der Zeitpunkt der Zerlegung kann also je nach Ziel festgelegt werden.“

Mit der stabilisierten 30-Millimeter-Maschinenkanone trifft das Vollkettenfahrzeug auch während der Fahrt Ziele in bis zu 3000 Meter Entfernung. Das Mehrrollenfähige Leichte Lenkflugkörpersystem (MELLS) eines israelischen Herstellers bekämpft gepanzerte Bodenziele, beispielsweise Kampfpanzer, auf Entfernungen bis zu 4.000 Meter.

Panzer Puma auf Übungsplatz
Insgesamt 350 Puma hat die Bundeswehr in Auftrag gegeben. (Quelle: Bundeswehr)Größere Abbildung anzeigen

Volle Einsatzreife bis 2024 geplant

„Neben dem Puma ist ein weiterer wichtiger Baustein im ‚System Panzergrenadier‘ die Ausstattung ‚Infanterist der Zukunft (IdZ-ES)‘ der abgesessenen Kräfte. Sie umfasst neben modernen Führungsmitteln etwa auch moderne Schutzausstattung und Bewaffnung“, erläutert Jansen. „Insgesamt ergibt sich aus dem Zusammenspiel zwischen Fahrzeug und dem IdZ-ES ein hoher Mehrwert für den Panzergrenadier.“

Noch viele zusätzliche „Features” werden künftig integriert, wie das MG 5 im Kaliber 7,62 Millimeter, das das MG 4 beim Puma ersetzen soll. Vorgesehen ist auch die turmunabhängige Sekundär-Waffenanlage, die dem Schützentrupp im hinteren Kampfraum deutlich erweiterte Fähigkeiten des Beobachtens und Wirkens ermöglicht, und zwar mit letalen und nicht-letalen Wirkmitteln. Damit können Bedrohungen im rückwärtigen Bereich und in der Flanke gekämpft werden.

Die volle Einsatzreife – mit allen geforderten Leistungen – wird bis 2024 erreicht sein. Dies hat aber auch seinen Preis. „Rund zwölf Millionen Euro kostet dann ein solcher Puma“, gibt Jansen Auskunft. „Die Bundeswehr hat insgesamt 350 Fahrzeuge in Auftrag gegeben.“

Technische Daten
Besatzung
  • Kommandant
  • Richtschütze
  • Fahrer
  • 6 Panzergrenadiere
Motorleistung

800 kW (1.088 PS)

Geschwindigkeit

70 km/h vorwärts, 30 km/h rückwärts
Fahrbereich Straße ca. 460 km
Steigfähigkeit 60%
Querneigung 30%
zulässiges Gesamtgewicht 43 t
spezifischer Bodendruck 9,5 N/cm²
spezifische Antriebsleistung 18,6 kW/t
Länge 7,6 m
Breite 3,9 m
Höhe 3,6 m
Bewaffnung
  • Maschinenkanone 30 mm
  • Maschinengewehr 4 Kaliber 5,56 mm
  • MELLS
Optische Ausrüstung

Periskop

  • glasoptische Sicht
  • Wärmebildgerät
  • Tagsichtkamera
  • Laserentfernungsmesser
  • Winkelspiegel
Richtanlage elektronisch

Fußzeile

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Stand vom: 17.08.18 | Autor: Gabriele Vietze


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