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Trident Juncture: Angriff nach Norden

Engerdal, Norwegen, 05.11.2018.

Im Schutz der Dunkelheit klirren Panzerketten im Tal von Engerdal. Mit dem Auswerten der Aufklärungsergebnisse starten die ersten Soldaten ihre Kampfpanzer. Sie rollen in Richtung Norden. Am frühen Morgen des 4. Novembers beginnt der Deutsche Gefechtsverband den Angriff.

Panzer auf Straße
In Richtung Norden führen Kampfpanzer den Angriff an. (Quelle: Bundeswehr/Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Drei Tage sind dafür geplant“, erklärt Kommandeur Oberstleutnant Michael Wagner. Insgesamt 120 Kilometer sind es bis zur Brücke von Telneset im Raum Tolga. Entlang der 26, ähnlich einer Bundesstraße, verläuft zunächst die Angriffsachse. Die norwegische Landschaft bestimmt die Form des Vorgehens. „Das Gelände lässt nicht viel Spielraum zum Entfalten der Fahrzeuge“ beschreibt Oberstleutnant Wagner die Herausforderung.

Die Kampfpanzer nach vorne

Die Fahrzeugbewegungen der Angriffsformation müssen der kanalisierenden Wirkung des Geländes angepasst werden, erklärt Wagner. Es bleibe neben den Straßen nicht viel Platz zum Entfalten der Gefechtsfahrzeuge. Auch sei das Gelände oft nicht befahrbar.

Mehrere Panzer und Soldaten auf Straße
Meist sind Straßen die einzige Möglichkeit für Truppenbewegungen. Schützenpanzer Marder folgen direkt hinter den Kampfpanzern (Quelle: Bundeswehr/Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Eine Panzergruppe – zwei Kampfpanzer Leopard – bildet die Spitze des Angriffs, Schützenpanzer Marder folgen direkt dahinter. Über die lang gestreckten Wellen entlang der 26 und deren Kurven rollen die Spitzenkräfte gen Norden. Die Sicht geht mal bis zum Horizont und mal ist sie auf wenige Meter begrenzt.

Landmine am Boden
Für einen schnellen und schwungvollen Angriff sind Minen eine Gefahr. (Quelle: Bundeswehr/Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Die Gefahr ist hoch

Hinter jedem Hügel, nach jeder Kurve könnten immer noch schwedische Infanteristen den Angriff verzögern. Eine besondere Herausforderung – die bewohnte Umgebung – hinter jedem Haus, jeder Garage könnte sich der Gegner verschanzen. Auch von Minen geht eine erhebliche Gefahr aus. Fährt der erste Panzer auf eine Minensperre staut sich der gesamte Angriff.

Meter für Meter schieben sich die Spitzenkräfte auf Drevsjø zu. Mit Anbruch der Dämmerung steht der Gefechtsverband kurz vor der kleinen Ortschaft.

Norwegische Soldaten im Wald
Aus der Flanke greifen schwedische Infanteristen an. Auf der Übung wird mit Manövermunition (Platzpatronen) geschossen. (Quelle: Bundeswehr/Dorow)Größere Abbildung anzeigen

In der Ortschaft fallen Schüsse

Die schweren Kampfpanzer rollen entlang der 26 nach Drevsjø hinein. Die massigen Kampfpanzer zwischen den typischen Holzhäusern wirken surreal. In vielen Häusern leuchtet bereits Licht. Die Bevölkerung nimmt sehr wohl die Bewegungen auf der Straße wahr, einige treibt es sogar in die Vorgärten.

Soldat beim Sichern
Die Grenadiere sichern Drevsjø. Ein erstes Zwischenziel ist erreicht. (Quelle: Bundeswehr/Dorow)Größere Abbildung anzeigen

Rechts, rechts, rechts ...“ ist knapp noch auf dem Bordfunk vom Schützenpanzer zu hören – die Infanteristen stürmen aus der Heckklappe. Salven von Maschinen- und Sturmgewehrfeuer zerreißen die Ruhe zwischen den Häuserreihen. Schwedische Infanteristen greifen die Schützenpanzer auf der rechten Flanke an. „Bei der dichten Bebauung bleibt uns nur der abgesessene Kampf. Mit dem Panzer kommen wir da nicht durch“, beschreibt ein junger Panzergrenadier.

Mit Anbruch der Dunkelheit haben die Grenadiere mit ihren Schützenpanzern Marder den neuralgischen Punkt, die Hauptkreuzung von Drevsjø, gesichert. Der erste Tag des Angriffes endet mit dem schwindenden Tageslicht.


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Stand vom: 06.11.18 | Autor: Rene Hinz


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