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Ablösung ist unterwegs – Marienberger Jäger auf dem Weg nach Litauen

Marienberg, Sachsen, 24.07.2017.

Jetzt geht es endlich los – nach monatelanger Vorbereitung hat die Mission Enhanced Forward Presence für die Soldatinnen und Soldaten des Panzergrenadierbataillons 371 begonnen. Am 22. Juli wurden in Marienberg 14 Schützenpanzer Marder verladen – per Eisenbahntransport gehen die Gefechtsfahrzeuge nach Litauen.

Verladene Panzer
Treten ihre Reise nach Litauen an – Schützenpanzer Marder aus Marienberg (Quelle: Bundeswehr/Schöppel)Größere Abbildung anzeigen

Auf dem Verladebahnhof in Marienberg ist alles vorbereitet: Flachwagen stehen bereit und die Verlademeister der Deutschen Bahn treffen letzte Absprachen mit den Ansprechpartnern des Panzergrenadierbataillons 371.

Über Funk werden die in der nahegelegenen Kaserne wartenden Besatzungen der Schützenpanzer und des Begleitkommandos benachrichtigt. „Kolonne Marsch“, heißt es wenig später und das erste „Paket“, bestehend aus drei Schützenpanzern und einem Begleitfahrzeug, setzt sich in Bewegung.

Bahnverladung innerhalb kürzester Zeit abgeschlossen

Auf dem Platz vor der Kopframpe steht das Team um den Verladeoffizier bereit. Nur mit Handzeichen wird die Kolonne dirigiert. Dann geht alles schnell – Einweiser auf den Waggons zeigen den Fahrern den Weg, der erste Panzer rollt. Innerhalb kürzester Zeit ist die Bahnverladung abgeschlossen und die 14 Marder sind bereit für ihren Transport nach Litauen.

Zeitgleich zur Bahnverladung in Marienberg gehen im thüringischen Sondershausen Kampfpanzer auf die Reise. Die insgesamt acht Leopard 2 A6 gehören zum Panzerbataillon 393 aus dem thüringischen Bad Frankenhausen.

Panzer wird eingewiesen
Der Einweiser gibt die Richtung vor. (Quelle: Bundeswehr/Schöppel)Größere Abbildung anzeigen

Voller Erwartungen in die Zukunft

Oberstleutnant Thorsten Gensler, Kommandeur des Panzergrenadierbataillons 371, ist zufrieden und blickt erwartungsvoll in die nahe Zukunft. Er wird der neue Kommandeur der Enhanced Forward Presence Battle Group in Litauen sein und den multinationalen Gefechtsverband mit über 1.000 Soldaten an der Ostflanke der NATO führen.

Der deutsche Anteil dieser Mission wird bei etwa 450 Männern und Frauen liegen, die Masse wird von dem Bataillon aus Marienberg gestellt.

Mit der Bahnverladung beginnt die Mission in Litauen. In den kommenden Tagen verlegen die Soldaten für sechs Monate an die Ostflanke der NATO und lösen dort den ersten multinationalen Gefechtsverband ab. Dieser war seit Januar vor Ort.

Mehrere Leopard-Kampfpanzer hintereinander
Sie gehören ebenfalls zum multinationalen Gefechtsverband: Acht Leopard 2 Kampfpanzer. (Quelle: Bundeswehr/Schöppel)Größere Abbildung anzeigen

Auftrag: Solidarität demonstrieren

Das bedeutet eine erhebliche logistische Leistung, denn der alte Gefechtsverband nimmt sein komplettes Material wieder mit. Er wird also nahezu vollständig ausgetauscht. „Wir freuen uns sehr auf unseren Auftrag. Wir haben uns monatelang darauf vorbereitet“, sagt Oberstleutnant Gensler. „Aber wir werden sechs Monate von unseren Familien getrennt sein.“ Da werde es sicherlich die ein oder andere Träne beim Abschied geben.

In den kommenden Tagen werden Personal und Material des neuen Gefechtsverbandes in Litauen eintreffen. Ab August stehen dann zunächst Ausbildung und Übung im Vordergrund, gemeinsam mit den NATO-Partnern aus Litauen, Belgien, Norwegen, Luxemburg und den Niederlanden. „Es geht darum, wie wir Soldaten das immer tun, uns auf den schlimmsten Fall vorzubereiten, allerdings mit einer rein defensiven Haltung“, stellt Gensler noch einmal klar.

Panzer fährt durch Kasernentor
Maßarbeit am Kasernentor – Kampfpanzer aus Bad Frankenhausen rollen zur Bahnverladung. (Quelle: Bundeswehr/Schöppel)Größere Abbildung anzeigen

Die Panzergrenadierbrigade 37 ist jetzt dran

Neben den 450 deutschen Soldaten gehen etwa 120 Fahrzeuge und 50 Container mit Material und Ausrüstung nach Litauen auf die Reise. „Enhanced Forward Presence wird unser Schwerpunktauftrag in den kommenden Jahren sein“, sagt Brigadegeneral Ruprecht von Butler, Kommandeur der Panzergrenadierbrigade 37. Denn immer werden in der jeweils zweiten Jahreshälfte Einheiten „seiner“ Brigade in Litauen gefordert sein. Jetzt sind es neben den Panzergrenadieren aus Marienberg auch Panzersoldaten und Logistiker aus Bad Frankenhausen sowie Pioniere aus Gera.

„Ich bin stolz auf die Soldatinnen und Soldaten meiner Brigade, wie sie solche Aufträge annehmen. Immerhin werden sie sechs Monate von ihren Familien getrennt sein und das verlangt mir eine Menge Respekt ab“, betont von Butler.


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Stand vom: 01.02.18 | Autor: Joachim Samse


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