Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Aus der Truppe > Leopard 2: Mehr Panzer und verbesserte Technik mit dem „A7V"

Leopard 2: Mehr Panzer und verbesserte Technik mit dem „A7V"

Koblenz, 09.05.2017.

Insgesamt 104 Kampfpanzer Leopard 2 in der neuen Version A7V wird das Heer ab 2019 erhalten. Der Vertrag mit dem Hersteller KMW über ein Finanzvolumen von rund 760 Millionen Euro wurde am 5. Mai unterzeichnet.

Kampfpanzer Leopard 2 A7 im Gelände
Der Leopard 2 A7 wird verbessert – und heißt dann „A7V“. (Quelle: Bundeswehr/Bähr)Größere Abbildung anzeigen

Die gepanzerten Kampftruppen erfahren dadurch einen Aufwuchs und eine schrittweise Modernisierung. Erhöht wird die Stückzahl, indem 100 im Industriebesitz befindliche ältere Leopard 2 A4 zurückgekauft werden. 68 davon, sowie 16 weitere Leopard 2 A6 aus niederländischen Beständen, werden umgerüstet. Hinzu kommen 20, dann auf „V“ modernisierte, Leopard 2 A7.

Die auf den neuesten technischen Stand gebrachten Fahrzeuge bekommt das Heer ab 2019. Im Jahr 2023 werden ihm dann insgesamt 320 Kampfpanzer Leopard 2 zur Verfügung stehen. Hinzu kommen acht Erprobungsträger.

Technisch setzt die Modernisierung des Leopard 2 A7 dabei auf dem Vorgängermodell auf – daher der Zusatz „V“ für „verbessert“. Nach der Umrüstung aller Fahrzeuge entfällt dieser Zusatz wieder.

Mehr Durchblick bei Nacht

Ein Wärmebildgerät der dritten Generation beim Richtschützen verbessert beim A7V die Nachtkampffähigkeit. Unterstützend wirkt dabei ein neues Fahrernachtsichtgerät mit Wärmebildanteil für die Vorwärts- und Rückwärtsfahrt. Mit dem Wärmebildgerät kommt ebenfalls ein neuer Laser-Entfernungsmesser mit höherer Genauigkeit zum Einsatz.

Das in der Version A7 eingeführte Klimaaggregat zur Kühlung des Kampfraumes beim Einsatz in Wüstengebieten wird durch ein neues ersetzt. Zwar hat sich das derzeit eingebaute grundsätzlich bewährt. Mittlerweile steht aber ein Gerät zur Verfügung, das die gleiche Leistung erbringt und zusätzlich eine ABC-Schutzbelüftungsanlage beinhaltet. Der alte ABC-Anlagenraum kann nun für eine weitere Kühlanlage genutzt werden. Sie schützt künftig speziell den Fahrerplatz vor Überhitzung, wie es bereits für die Vorgängerversion gefordert worden war.

Der Leo kann wieder springen

Beginnend mit der Version A7V wird die elektrische Nachführanlage der Bordkanone digitalisiert. Zudem erhält der Kommandant einen neuen Monitor. Langfristig sollen auch ältere Versionen entsprechend umgerüstet werden.

Zu den weiteren Verbesserungen das A7V gehört ein zusätzliches Schutzmodul am Bug des Fahrgestells. Dank geänderter Seitenvorgelege an den Antriebskränzen der Kette ist der Panzer zudem wieder in der Lage, den taktischen „Sprung“ aus der Deckung adäquat durchzuführen. Erkauft wurde dieser Vorteil durch Abstriche bei der maximalen Geschwindigkeit. Außerdem wurden eine dem Gewicht angepasste Kette und verstärkte Drehstäbe verbaut.

Alle Motoren werden aufgrund ihres Alters generalüberholt. Anzupassen ist zudem die Multispektral-Schutzausstattung Barracuda. Um die bisher schwerste Munitionsart, die Sprengpatrone DM11, in bisheriger Anzahl mitführen zu können, werden zudem die Munitionshalterungen überarbeitet.


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 15.12.17 | Autor: Gabriele Vietze


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.aktuelles.aus_der_truppe&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB170000000001%7CAM7EWQ724DIBR