Sie sind hier: Startseite > Aktuelles > Aus der Truppe > Die Strategie der Reserve: Ein Ausblick

Die Strategie der Reserve: Ein Ausblick

Berlin, 09.08.2019.

Die neue Strategie der Reserve soll am 18. Oktober vorgestellt werden. Bei der Beorderung, bei der Ausbildung und bei der Ausstattung von Reservisten sollen neue Wege beschritten werden.

Angetretene Soldaten der RSU-Kompanie
Einsatzbereit: Soldaten und Soldatinnen der Reserve verstärken die aktive Truppe. (Quelle: Bundeswehr/Carsten Vennemann)Größere Abbildung anzeigen

„Reserve ist immer mitzudenken“ – diese Devise geben die Autoren der neuen Strategie der Reserve gleich im Vorwort aus. Reservisten seien in der Landes- und Bündnisverteidigung, aber auch in den Einsätzen für die Bundeswehr unverzichtbar.

Dies gelte umso mehr, je wichtiger Deutschlands Rolle im internationalen Konfliktmanagement werde. Die Reserve der Zukunft müsse daher flexibler und schneller einzusetzen sein als bisher. Bei der Beorderung, Ausbildung und Ausrüstung seien neue Wege zu beschreiten.

Die Strategie der Reserve gibt die Leitlinien vor, wie diese Wege mittel- bis langfristig zu gehen sind. Das Grundlagendokument trägt den programmatischen Untertitel „Vision Reserve 2032plus.“

Es soll am 18. Oktober offiziell von Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer vorgestellt werden – die Redaktion der Bundeswehr hat aber schon jetzt einen Blick in den Referenten-Entwurf werfen können.

nach oben

Entlastung, Ergänzung und Unterstützung

Die Strategie der Reserve erweitert die Konzeption der Reserve von 2012 vor allem im Hinblick auf die Landes- und Bündnisverteidigung. Die Entlastung, Ergänzung und Unterstützung der aktiven Truppe bleibt weiter ihre Hauptfunktion: Im Grundbetrieb, im Heimat- und im Katastrophenschutz, in der Landes- und Bündnisverteidigung.

Um die Einsatzbereitschaft der Reserve zu verbessern, sind folgende Änderungen geplant:

nach oben

Grundbeorderung

Alle ausscheidenden Soldaten werden künftig für einen Zeitraum von sechs Jahren in die Reserve eingegliedert, um den Bedarf der Truppenreserve und der territorialen Reserve im Konfliktfall decken zu können.

Die Ehemaligen sollen so eingesetzt werden, dass sie ihre während der aktiven Dienstzeit erworbenen soldatischen Fähigkeiten am besten einbringen können. Im Frieden bleiben Reservistendienstleistungen unverändert freiwillig.

nach oben

Beorderung in die Verstärkungsreserve

Reservisten sollen bedarfsgerecht, vorzugsweise in der Verstärkungsreserve zum Einsatz kommen – also auf strukturell wichtigen Dienstposten, die ausschließlich von Reservisten besetzt werden.

Insbesondere die Ergänzungstruppenteile, der Feldersatz und die Regionalen Sicherungs- und Unterstützungseinheiten sollen personell gestärkt werden.
 

Soldaten der RSU-Kompanie bei Schießausbildung
Kampfkräftig: Auch Reservisten und Reservistinnen müssen regelmäßig trainieren. (Quelle: Bundeswehr/Carsten Vennemann)Größere Abbildung anzeigen

nach oben

Einheitliche Ausbildung

Mit einem neuen Ausbildungssystem sollen die Aktiven eine Mindestausbildung erhalten, um sie in der Reserve einsetzen zu können. Die Reservisten sollen vorzugsweise an den Wochenenden in regionalen Ausbildungsstützpunkten der Reserve ausgebildet werden.

Zudem soll speziell für Reservisten ein zentraler Ausbildungsstützpunkt mitsamt Übungsplatz eingerichtet werden.

nach oben

Ausstattung nicht-aktiver Verbände

Die territoriale Reserve sowie Ergänzungs- und Ersatztruppenteile sollen künftig mit den gleichen Geräten und Materialien ausgestattet werden wie reguläre Einheiten. Auch sollen sie auf eine aufgabengerechte technische und bauliche Infrastruktur zurückgreifen können.

Beorderte Reservisten sollen die gleiche persönliche Ausstattung erhalten wie aktive Uniformträger.

nach oben

Heimatnähe

Eine möglichst große Zahl von Reservisten soll verlässlich verfügbar sein – das beinhaltet auch eine möglichst heimatnahe Verwendung. So können Reservistendienste auch in der Heimatregion geleistet werden, eine engere Zusammenarbeit mit den Arbeitgebern zum Beispiel in der Ausbildung wird angestrebt. Zudem wird eine sogenannte Cyber-Reserve unter Einbindung ziviler Experten aufgebaut.

Bendlerblock
Zentrale: Im Verteidigungsministerium wird ein Steuerungspanel eingerichtet. (Quelle: Bundeswehr/Andreas Schindler)Größere Abbildung anzeigen

nach oben

Steuerungspanel Landes- und Bündnisverteidigung im Ministerium eingerichtet

Die Reserve soll künftig eine stärkere Rolle vor allem in der Landes- und Bündnisverteidigung übernehmen. Um dies organisatorisch abzubilden, hat Staatssekretär Gerd Hoofe die Einrichtung eines Steuerungspanels Landes- und Bündnisverteidigung im Verteidigungsministerium verfügt.

Aufgabe des Gremiums ist laut Hoofe die „Koordination, Synchronisation und Steuerung“ der mit der Landes- und Bündnisverteidigung verbundenen Prozesse im Ministerium. Das Steuerungspanel nimmt seine Arbeit Anfang Oktober auf und soll für zunächst vier Jahre bestehen.

Geleitet wird das Panel von Vizeadmiral Joachim Rühle, dem stellvertretenden Generalinspekteur. Er ist heute bereits Beauftragter für Reservistenangelegenheiten der Bundeswehr und wird künftig auch als Beauftragter des Ministeriums für die Landes- und Bündnisverteidigung fungieren.

nach oben


Fußzeile

nach oben

Stand vom: 09.08.2019 | Autor: Timo Kather


https://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.aktuelles.aus_der_truppe&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB170000000001%7CBEVBPV361DIBR