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Wehrpflicht und Wehrdienst

Die Wehrpflicht war über Jahrzehnte ein Sicherheitsgarant der Bundesrepublik Deutschland. Die sicherheitspolitische Lage hat sich aber stark verändert. Einberufungen gegen den Willen der Betroffenen sind deshalb nicht mehr notwendig. Infolgedessen ist die Wehrpflicht ausgesetzt worden. Sie bleibt aber im Grundgesetz verankert.

Vorgesetzter spricht zu seinen Rekruten im Wald

Grundausbildungseinheit während einer Übung (Quelle: Bundeswehr/Stollberg)Größere Abbildung anzeigen

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Mehr als 8 Millionen Wehrpflichtige

1956 wurde die Wehrpflicht in Deutschland eingeführt. Mit Vollendung des 18. Lebensjahres konnten – nach Artikel 12 des Grundgesetzes – Männer zum Dienst in den Streitkräften verpflichtet werden. Die Wehrpflicht gewährleistete unter anderem die für die unmittelbare Landesverteidigung erforderliche Truppenstärke. Diese lag im Kalten Krieg bei 495.000 aktiven Soldaten, durch Reservisten sollte die Bundeswehr schnell auf rund 1,2 Millionen Mann aufwachsen.

Die Länge des Grundwehrdienstes schwankte. Die Höchstdauer betrug 18 Monate, zuletzt wurde nur noch zum 6-monatigen Grundwehrdienst einberufen. Bis zum Januar 2011 leisteten insgesamt 8,4 Millionen Männer den Wehrdienst ab.

Das Aufgabenspektrum der Bundeswehr hat sich verändert, deutsche Streitkräfte nehmen an friedensschaffenden Auslandseinsätzen teil. Weltweite Einsätze stellen andere Anforderungen als die unmittelbare Verteidigung Deutschlands. Außerdem sank die Personalstärke der Bundeswehr auf aktuell rund 230.000 Soldaten und Soldatinnen.

Vor diesem Hintergrund hat die Regierung am 15. Dezember 2010 beschlossen, die Wehrpflicht auszusetzen, also auf Zwangseinberufungen zu verzichten. Der Bundestag hat dem am 24. März 2011 zugestimmt, der Bundesrat am 15. April.

Das Gesetz ist am 1. Juli 2011 in Kraft getreten. Einberufungen zum Grundwehrdienst fanden jedoch seit Januar 2011 nur noch auf freiwilliger Basis statt.

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Freiwillige Chance statt gesetzliche Pflicht

An die Stelle des Grundwehrdienstes ist ein neuer Freiwilliger Wehrdienst von bis zu 23 Monaten getreten – für junge Frauen und Männer. Unabhängig von der beabsichtigten Dauer des Freiwilligen Wehrdienstes sind die ersten sechs Monate für beide Seiten eine Probezeit, in der beide Partner die Zusammenarbeit beenden können.

Der Freiwillige Wehrdienst stärkt den Austausch zwischen Gesellschaft und Streitkräften. Er ermöglicht jungen Männern und Frauen, einen Dienst für die Gemeinschaft zu leisten. Leitbild ist der Staatsbürger in Uniform. Neben Zeit- und Berufssoldaten sind Freiwillige ein Grundpfeiler der Bundeswehr, auch längerdienender Nachwuchs wird aus ihnen gewonnen werden.

Der Freiwillige Wehrdienst ist zudem attraktiv. So gewährleistet der Dienstherr neben dem Wehrsold unentgeltlich Verpflegung, Unterkunft und medizinische Versorgung.

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Stand vom: 29.06.16 | Autor: Frank Bötel


http://www.bundeswehr.de/portal/poc/bwde?uri=ci%3Abw.bwde.streitkraefte.wehrpflicht