Afghanistan: Hilfsgüter für Menschen auf dem Kabuler Flughafen

Afghanistan: Hilfsgüter für Menschen auf dem Kabuler Flughafen

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Berlin
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Knapp 3.000 Menschen wurden aus der afghanischen Hauptstadt Kabul gerettet. Mehrere Maschinen mit Hilfsgütern, Essen und Getränke erreichen nach und nach Kabul. Das berichtete der Generalinspekteur Eberhard Zorn bei der jüngsten Presseinformation am Montagnachmittag. Die Lage sei weiterhin „dramatisch“.

Soldaten verladen Transportpaletten mit Kisten in ein Transportflugzeug vom Typ A400M

Mit vereinten Kräften: Soldaten verladen Hilfsgüter für die Menschenmassen, die sich vor dem Flughafen Kabul versammelt haben und auf die Ausreise hoffen.

Bundeswehr/Norman Wald

Von Komfort könne keine Rede sein, betont Zorn mit Blick auf die Lebensumstände der Frauen, Männer und Kinder auf und um den Kabuler Flughafen. Die Schutzsuchenden würden häufig nur mit dem kommen, was sie am Leib tragen. Einige hätten Matten dabei, auf denen sie sitzen und liegen können. Tausende Afghaninnen und Afghanen warten darauf, endlich das Land verlassen zu können. Bis Montag, den 23. August, hat die Bundeswehr knapp 3.000 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. Davon 340 deutsche Staatsbürger, 350 europäische oder internationale Bürgerinnen und Bürger und 1.800 Afghanen – etwa die Hälfte der afghanischen Personen seien Frauen. „Wir überschreiten heute noch die 3.000er-Marke“, sagte Zorn. Denn für Montag sind noch weitere Evakuierungsflüge geplant.

Schnuller, Windeln und Kuscheltiere

Die Maschinen der Bundeswehr transportieren längst nicht nur Menschen. Die Flüge von Taschkent, das als Drehscheibe für die Operation genutzt wird, bringen auch Essen, Getränke und Güter, die die Menschen vor Ort dringend brauchen. Insbesondere auch für Kinder, so seien auch Schnuller, Windeln und Kuscheltiere mit an Bord Richtung Kabul. „Die Hilfsgüter haben wir zum Teil selbst gekauft und erworben, Spenden sind auch integriert“, berichtete Zorn. Diese Form der Unterstützung ist „auf alle Betroffenen ausgerichtet, die dort am Flughafen sind“, sagte der Generalinspekteur. Da es keine großen Lagermöglichkeiten vor Ort gibt, werde Essen verteilt, das nicht gekühlt werden muss. „Es muss aus dem Flieger direkt verteilt und verzehrt werden.“

Zorn schätzt, dass sich etwa 5.000 Menschen, die noch evakuiert werden müssen, auf dem Gelände befinden. Vor den Toren sei die Lage weiterhin schwierig. Es würden zusätzliche Gewaltpotenziale entstehen. Das zeigt auch das Feuergefecht in der Nacht. Deutsche und amerikanische Soldaten wurden nicht verwundet. „Wir erwarten, dass die Lage weiter schwierig bleibt.“

von Amina Vieth