Gründungstag der Bundeswehr

Feierliches Gelöbnis im Bendlerblock in Berlin

Feierliches Gelöbnis im Bendlerblock in Berlin

Datum:
Ort:
Berlin
Lesedauer:
3 MIN

Die Bundeswehr ist eine Armee der Demokratie. Ihre Soldatinnen und Soldaten begreifen sich als Staatsbürger in Uniform, die die Werte der Gesellschaft nicht nur verteidigen, sondern auch leben. 67 Jahre nach Gründung der Bundeswehr bekannten sich 400 Rekrutinnen und Rekruten bei einem feierlichen Gelöbnis zu Freiheit und Rechtsstaatlichkeit.

Soldaten stehen mit der Truppenfahne auf einem Platz vor einer Tribüne mit Zuschauern

Für die jungen Soldatinnen und Soldaten ist das feierliche Gelöbnis eines der wichtigsten Ereignisse in ihrer Karriere

Bundeswehr/Jana Neumann

101 Freiwillige schrieben am 12. November 1955 deutsche Militärgeschichte: Sie wurden zu den ersten Soldaten der Bundeswehr ernannt. Die junge Bundesrepublik Deutschland bekam eigene Streitkräfte – nur gut zehn Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Als Armee eines demokratischen Staates ist die Bundeswehr den Werten des Grundgesetzes besonders verpflichtet.

Dass das auch 67 Jahre später noch gilt, demonstrierten am 12. November 2022 mehr als 400 Rekrutinnen und Rekruten in Berlin. Sie stammen aus Einheiten und Verbänden der Bundeswehr in Appen, Berlin, Nienburg an der Weser, Parow, Prenzlau und Rheine.

Am Gründungstag der Bundeswehr legten die Soldatinnen und Soldaten in Anwesenheit von Verteidigungsministerin Christine Lambrecht und des Ehrengastes der Veranstaltung, Eva Högl, der Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, auf dem Paradeplatz des Berliner Dienstsitzes des Verteidigungsministeriums ihr feierliches Gelöbnis ab.

Ministerin Lambrecht spricht am Rednerpult.
Christine Lambrecht, Verteidigungsministerin Bundeswehr/Torsten Kraatz
„Wir alle dürfen stolz sein auf das, was die Bundeswehr seit 1955 geleistet hat.“

Vor ihren Angehörigen, aber auch weiteren Vertretern aus Politik und Gesellschaft gelobten beziehungsweise schworen die jungen Frauen und Männer, „der Bundesrepublik Deutschland treu zu dienen und das Recht und die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen“. Gleich zu Beginn ihrer Karriere bei der Bundeswehr bekannten sie sich so ausdrücklich zum Grundgesetz, zu Rechtsstaatlichkeit, zu Freiheit und zur Demokratie. Mehr noch: Sie versprachen, diese Werte nicht nur zu achten, sondern auch zu schützen – wenn nötig, unter Einsatz ihres Lebens.

Ministerin Lambrecht, Generalinspekteuer Zorn und Eva Högl beim Abschreiten der Front angetretener Soldaten

Gemeinsam mit Generalinspekteur Eberhard Zorn und Wehrbeauftragter Eva Högl schritt Verteidigungsministerin Christine Lambrecht die Front der angetretenen Soldatinnen und Soldaten ab

Bundeswehr/Jana Neumann

Garant für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger

Verteidigungsministerin Lambrecht stellte in ihrer Rede die anstehenden Aufgaben heraus, die nun vor den Rekrutinnen und Rekruten im Angesicht der Zeitenwende lägen. Die anwesenden Soldatinnen und Soldaten legten in einer unsicheren Zeit ihr Gelöbnis ab, die geprägt ist vom russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und der Furcht vor einem Flächenbrand in Europa.

Die Leistungen der Bundeswehr in den vergangenen Jahrzehnten seien aber hervorzuheben: „Wir alle dürfen stolz sein auf das, was die Bundeswehr seit 1955 geleistet hat.“ Die Bundeswehr sei Stützpfeiler eines Landes, das sich zu seiner Verantwortung in der Welt bekennt. Sie habe in zahlreichen Einsätzen bewiesen, dass auf sie Verlass sei. „Heute sind wir in unserer Sicherheit und Verteidigung auf das Engste mit unseren Bündnispartnern verbunden“, so die Ministerin.

Auch Wehrbeauftragte Eva Högl hob die Bedeutung der Bundeswehr für die deutsche Gesellschaft hervor: „Als Soldat und als Soldatin verteidigen Sie unseren Frieden, unsere Freiheit, unsere Demokratie und unsere Sicherheit.“

Präsentiert: Der neue Song der Bundeswehr

Doch wie sieht sich die so gelobte Truppe eigentlich selbst? Ein Bundeswehrsong, der beim Gelöbnis am Bendlerblock erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, beschreibt es. „Wir kämpfen gemeinsam für die Gerechtigkeit“, heißt es dort beispielsweise. Der Song handelt von Zusammenhalt, Gemeinschaft und Kameradschaft und beschreibt, welche Belastungen die Soldatinnen und Soldaten für den Schutz der Bürgerinnen und Bürger Deutschlands und die Verteidigung demokratischer Werte schultern.

Das Besondere an diesem Lied: Es entstand aus der Truppe für die Truppe. Die Big Band der Bundeswehr und sechs Angehörige der Streitkräfte trafen sich im Studio, um den Song einzuspielen. Die Sängerinnen und Sänger waren einem internen Aufruf der Bundeswehr gefolgt, hatten sich freiwillig gemeldet und setzten sie sich in einem anspruchsvollen Casting gegen zahlreiche Mitbewerbende durch.

Das Gelöbnis in Berlin war der Höhepunkt der Feierlichkeiten zum 67. Gründungstag der Bundeswehr, der mit zahlreichen Veranstaltungen in ganz Deutschland begangen wurde. Die 400 Rekrutinnen und Rekruten freuten sich nach der Zeremonie über die Glückwünsche der Familie und Freunde. Und die Bundeswehr freute sich über die Glückwünsche aus der ganzen Republik.

von Tobias Luckau

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