Militärpolizei

Feldjäger in Gao – Kleine Truppe, viele Aufgaben

Feldjäger in Gao – Kleine Truppe, viele Aufgaben

  • MINUSMA
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Gao
Lesedauer:
2 MIN

17 Soldatinnen und Soldaten: Die Feldjägerkompanie im malischen Camp Castor ist ziemlich überschaubar. Dabei deckt sie eine breite Aufgabenpalette ab. Gepäckkontrollen mit Diensthunden bei den Flügen nach Bamako, Personenschutz bei VIP-Besuchen oder Feldjägerdienst zur Aufrechterhaltung der Disziplin. Stets sind die Militärpolizisten (MP) gefragt.

Zwei Soldaten schauen auf den Bildschirm eines Röntgengeräts für die Gepäckkontrolle.

Gründliche Kontrolle: Im Monitor der Röntgenanlage entgeht den Feldjägern nichts

Bundeswehr/Falk Bärwald

„Zu unserer Kompanie gehören eine Ermittlergruppe, eine Luftsicherheitsgruppe, eine Diensthundegruppe mit zwei Sprengstoffspürhunden, der Innendienst und ein sechsköpfiges Personenschutzteam in Bamako“, zählt Hauptmann Marian H.* auf. Der Kompaniechef kommt wie fast alle seine Soldatinnen und Soldaten aus dem Feldjägerregiment 2 in Wilhelmshaven. Zu den speziellen Aufgaben gehört auch noch der ganz normale Feldjägerdienst in Camp Castor – die MP-Station muss rund um die Uhr besetzt sein.

Vor dem Heimflug: Gepäckkontrolle

Oberfeldwebel Daniel H.* ist einer der Luftsicherheitsfeldwebel der Feldjäger. Vor jedem Flug aus dem Camp ist er mit seinem Kameraden der Luftsicherheitsgruppe für die Kontrolle des Gepäcks zuständig. „Es geht vor allem darum, dass nichts in den Kisten oder Rucksäcken ist, das sich selbst entzünden kann“, erklärt er. In einer langen Schlange stehen die Soldatinnen und Soldaten, deren Einsatzende bevorsteht, mit ihrem Gepäck vor dem Kontrollcontainer. Drinnen befindet sich eine Röntgenanlage für Gepäckstücke wie an jedem normalen Flughafen in Deutschland auch. Daniel H. beobachtet mit geübtem Blick den Monitor.

Batterien müssen draußen bleiben

„Mit etwas Übung kann man hier ganz gut erkennen, was sich genau im Gepäck befindet“, erklärt er. „Hier, das ist vermutlich eine Rolle Müllbeutel. Und das könnte eine Batterie sein.“ Die ist im Gepäck nicht erlaubt, daher wird die Besitzerin des Rucksacks zur Nachkontrolle gebeten. „Sie haben hier noch Batterien drin, irgendwo hier rechts hinten.“ Kurze Zeit später ist die elektrische Zahnbürste gefunden. Sie wird für den Heimflug im Handgepäck verstaut. Beim zweiten Durchlauf ist alles in Ordnung. Bevor das Gepäck für den Transport verpackt wird, muss es noch auf Sprengstoffe abgesucht werden. Das ist eine Aufgabe für die Diensthunde.

Schnüffelnase auf Sprengstoffsuche

In einer großen klimatisierten Lagerhalle sind die Gepäckstücke auf dem Boden verteilt aufgestellt. Mitten drin: Diensthundeführer Stabsfeldwebel Heiko H.* mit seiner Hündin C-Jay. „Wir sind schon das dritte Mal zusammen hier in Mali“, erzählt er, während C-Jay konzentriert die Rucksäcke und Einsatzkisten beschnüffelt. „Unsere Hunde können 17 verschiedene Sprengstoffe, acht Chemikalien und dazu noch Waffen entdecken.“ Sollte die Belgische Schäferhündin etwas Verdächtiges erschnüffeln, setzt sie sich vor dem Gepäckstück ab und blickt auf die Stelle. „So besteht keine Gefahr, etwa eine Sprengfalle auszulösen“, erklärt ihr erfahrener Diensthundeführer. 
 

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Gepäck absuchen als Spiel

Für die zehnjährige Hundedame ist das Absuchen des Gepäcks ein spannendes Spiel. „Das geht alles über den Spieltrieb. Ich tu zu Beginn der Kontrolle so, als würde ich ein Bällchen verstecken.“ Damit C-Jay und ihr felliger Kamerad Arek auch mal ein Erfolgserlebnis haben, verbergen die Diensthundeführer von Zeit zu Zeit Sprengstoffpröbchen in den Gepäckstücken. Am Ende der Kontrolle gibt es erstmal eine ausgiebige Spiel- und Streicheleinheit, bevor es zurück in das klimatisierte Feldjägerfahrzeug geht. 

* Name zum Schutz der Truppe abgekürzt.

von Björn Lenz

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