Ministerin zur Evakuierung aus Kabul: „Gefährlichste Phase“

Ministerin zur Evakuierung aus Kabul: „Gefährlichste Phase“

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Berlin
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Die Hinweise auf Anschläge durch die Terrorgruppe Islamischer Staat seien konkreter und massiv verschärft, sagt Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Internationale Truppen versuchen, so viele Menschen wie möglich aus Kabul zu retten. Doch sie kämpfen gegen die Zeit. Es geht dabei auch um die Sicherheit der Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr.

Viele evakuierte Personen sitzen eng aneinander im Laderaum eines Transportflugzeugs vom Typ A400M

So lange die militärische Evakuierungsmission läuft, versucht die Bundeswehr, so viele Menschen wie möglich aus Kabul auszufliegen.

Bundeswehr/Marc Tessensohn

Rund 5.200 Menschen aus 45 Nationen wurden bereits aus Afghanistan evakuiert, berichtete Generalinspekteur Eberhard Zorn in der Pressekonferenz am Donnerstag zur aktuellen Lage in Kabul. Jüngst landete am Donnerstagmorgen ein A400M mit Evakuierten in Taschkent. Die Lage an den Toren des Kabuler Flughafens spitzt sich währenddessen zu. Mit Sorge blicken die Beteiligten auf die Anschlagsdrohungen der Terrororganisation Islamischer Staat (IS"Islamischer Staat").

Es gehe dabei nicht nur um die Sicherheit der Gefährdeten rund um den Flughafen, sondern auch um die Sicherheit der eigenen Kräfte, betonte Annegret Kramp-Karrenbauer. Das schränke auch die Möglichkeiten ein, gefährdete Menschen aus der Stadt zu holen. Da in der Nacht auf Donnerstag wegen der aktuellen Situation keine Evakuierungsoperation mit Hubschraubern mehr möglich war, wurden die Helikopter der Bundeswehr bereits zurück nach Taschkent gebracht, so der Generalinspekteur.

Die Lage am Hindukusch bleibt dramatisch. Das Verteidigungsministerium kündigte ein Ende der militärischen Evakuierungsoperation an.

Nationen holen Flaggen ein

Mit der ernst zu nehmenden Bedrohungslage durch mögliche Anschläge sehen sich auch die weiteren Nationen konfrontiert, die Truppenteile in Kabul haben. „Eine ganze Reihe europäischer Nationen haben ihre Flaggen eingeholt oder werden das noch tun“, berichtete die Ministerin aus einem Gespräch mit Brigadegeneral Jens Arlt, Kontingentführer der deutschen Evakuierungsoperation. Das deutsche Auswärtige Amt hätte Personen im Umfeld des Flughafens informiert, die noch auf ihre Ausreise warten, sich nicht auf eigene Faust auf den Weg zum Flughafen zu machen. Gleiches sei bei den Australiern, Amerikanern und Briten der Fall.

Die erste Phase der Rettung der Ortskräfte - die militärische Evakuierungsoperation - ende, so die Ministerin. Es sei wichtig, dass man ohne Bruch in den zweiten Teil gehe. „In den kommenden Tagen, Wochen, Monaten müssen wir sicherstellen, dass die Leute, die Afghanistan verlassen wollen und in einem besonderen Verhältnis zu uns stellen, herauszuholen“, betonte Annegret Kramp-Karrenbauer.

von Amina Vieth