Schützen, versorgen, unterstützen: Multinationale Force Protection im Camp Marmal

Schützen, versorgen, unterstützen: Multinationale Force Protection im Camp Marmal

  • Aktuelles
  • Afghanistan
Datum:
Ort:
Afghanistan
Lesedauer:
2 MIN

Der Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan hat begonnen. Doch die Taliban haben mit Anschlägen auf die internationalen Truppen gedroht. Die Sicherheit des Feldlagers Camp Marmal und aller Angehörigen der Mission Resolute Support trotzdem zu gewährleisten, ist die Aufgabe vom multinationalen Force Protection Battalion unter deutscher Führung.

Soldaten hocken neben einem gepanzerten Fahrzeug von Typ Dingo und besprechen sich

Das Force Protection Team ist in kürzester Zeit einsatzbereit

Bundeswehr/Torsten Kraatz

„Das Force Protection Battalion besteht aus bis zu zehn Kompanien mit insgesamt rund 1.200 Soldaten aus vielen verschiedenen Partnernationen“, erklärt Oberstleutnant Matthias G.* Der 43-jährige Panzergrenadieroffizier ist Kommandeur des Bataillons – und bereits zum dritten Mal in Afghanistan im Einsatz. „Unsere Hauptaufgaben sind Schutz, Logistik und Unterstützung.“

Oberstleutnant G. führt beispielsweise die Soldaten und Soldatinnen an den Lagertoren und auf den Wachtürmen, die schnelle Eingreiftruppe IRF (Immediate Response Force), die Sanitätskräfte oder etwa auch die ITInformationstechnik´ler in Camp Marmal.

Soldat im Porträt
Oberstleutnant Matthias G.
„Unsere Hauptaufgaben sind Schutz, Logistik und Unterstützung.”

Zusätzliche Kräfte zur Sicherung des Abzuges

Der Abzug aller Truppen aus Camp Marmal stellt das Force Protection Battalion vor vielfältige Herausforderungen. Die Sicherung muss gerade in dieser kritischen Phase bis zum Schluss stehen. „Wir haben deshalb zusätzliche Soldaten und Fähigkeiten vor Ort und Maßnahmen ergriffen, um den Schutz zu erhöhen“, erläutert der Kommandeur. Mit einem deutschen und einem niederländischen Mörserzug können die Soldaten etwa auf indirekten Beschuss durch Raketen oder Mörser schnell und zielsicher reagieren. Das Verhalten im Alarmfall wird im gesamten Camp Marmal immer wieder geübt.

Niederländische Soldaten an einem Mörser

Zur Verstärkung der Sicherung in der kritischen Phase des Abzugs aus Afghanistan wurde das Multinationale Force Protection Bataillon unter anderem mit einem niederländischen Mörserzug verstärkt.

Bundeswehr/Torsten Kraatz
Mehrere gepanzerte Fahrzeuge vom Typ Dingo stehen hintereinander am Straßenrand im Bundeswehr-Camp

Die Immediate Response Force IRF wird von einer der zehn Kompanien des Multinationalen Force Protection Bataillons gestellt.

Bundeswehr/Torsten Kraatz

Gegenseitige Unterstützung

„Zu meinen Aufgaben gehört es auch, die nationalen Planungen für die Rückverlegung mit den internationalen übereinanderzulegen und die Auswirkungen zu bewerten, damit kein Vakuum an Fähigkeiten entsteht,“ sagt Oberstleutnant G. Geben etwa die deutschen Soldaten der schnellen Eingreiftruppe IRF ihre Fahrzeuge ab, damit diese nach Deutschland zurückgebracht werden können, übernehmen Soldaten aus anderen Nationen ihre Aufgabe.

Alle Infos laufen im Gefechtsstand zusammen

Aus dem Tactical Operations Center (TOCTactical operation cell), also dem Gefechtsstand, heraus werden alle Einheiten vom Force Protection Battalion taktisch geführt.  „Hier laufen alle Informationen zusammen“, erklärt TOCTactical operation cell-Director Major Julian B.* „Wir sind so jederzeit befähigt, ein aktuelles Lagebild zu gewährleisten, auf Grundlage dessen der Kommandeur seine Entscheidung treffen kann.“

*Name zum Schutz des Soldaten abgekürzt.

von Björn Lenz

Mehr zum Thema

  • Militärfahrzeuge werden in den Fachtraum eines Transportflugzeugs vom Typ Antonow AN-124 verladen
    • Aktuelles
    • Afghanistan

    Afghanistan: Die Logistik des Abzugs

    Noch steht der genaue Zeitpunkt des Abzugs nicht fest, aber alles muss raus. Die Logistiker der Bundeswehr arbeiten auf Hochtouren.

    • Afghanistan
  • Ein bewaffneter Soldat umgeben von Staub
    • Aktuelles
    • Afghanistan

    Der Abzug aus Afghanistan

    Mit dem Ende des Afghanistaneinsatzes wird die Bundeswehr hunderte Soldaten und einiges an Material zurück nach Deutschland transportieren.