Vorlesebuch für Bundeswehr-Familien: Auch im Einsatz seinen Kindern nahe sein

Vorlesebuch für Bundeswehr-Familien: Auch im Einsatz seinen Kindern nahe sein

  • Familienbetreuung
  • Bundeswehr
Datum:
Ort:
Wilhelmshaven
Lesedauer:
3 MIN

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer hat ein gemeinsames Projekt der Bundeswehr mit der Stiftung Lesen vorgestellt: Ab sofort können Bundeswehrangehörige, die einsatzbedingt von ihren Familien  getrennt sind, durch ein ganz besonderes Vorlesebuch trotzdem mit ihren Kindern eng in Verbindung bleiben.

Ministerin Kramp-Karrenbauer sitzt auf einem Stuhl und liest aus einem Buch vor, zwei Kinder stehen vor ihr

Vorlesen ist nach Überzeugung von Bundesministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ein Weg, die Bindungen in Einsatzfamilien stärken. Ihr selbst macht es sichtlich Spaß, Kindern in Wilhelmshaven die Abenteuer von Paula Piratenschreck nahezubringen.

Bundeswehr/Leon Rodewald

Im Marinestützpunkt Wilhelmshaven macht sich die Fregatte „Bayern“ bereit zum Auslaufen in den Indo-Pazifik. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer ist eigens angereist, um das Schiff und seine Besatzung zu verabschieden. Gut ein halbes Jahr lang werden die Soldaten und Soldatinnen der „Bayern“ unterwegs sein, um in einer strategisch wichtigen Region Flagge zu zeigen.

Doch die Ministerin denkt auch an die, die zurückbleiben: die Kinder der Besatzungsmitglieder und anderer Einsatzsoldatinnen und Einsatzsoldaten, die oft über Monate auf Vater oder Mutter verzichten müssen. Für sie hat das Verteidigungsministerium gemeinsam mit der Stiftung Lesen ein Projekt entwickelt, das auch über große Entfernungen eine Brücke zwischen den Eltern in der Ferne und Kindern daheim schlagen soll.

Die Idee: Einsatzfamilien mit Kindern im Alter zwischen drei und neun Jahren bekommen ein Set aus einer Broschüre und einem Vorlesebuch mit spannenden Geschichten aus der abenteuerlichen Welt von Paula Piratenschreck. Die Broschüre passt ins Einsatzgepäck, das Buch verbleibt zu Hause bei den Kindern. Kramp-Karrenbauer präsentiert in Wilhelmshaven das Projekt den Familien der Schiffbesatzung – und dabei vor allem den Kindern.

Ministerin Kramp-Karrenbauer überreicht einem Soldaten und seiner Familie ein Buch

Ministerin Kramp-Karrenbauer nutzt die Gelegenheit zum Gespräch mit einer Familie, die ab jetzt für sieben Monate getrennt sein wird. Der Familienvater gehört zur Besatzung der Fregatte „Bayern“.

Bundeswehr/Leon Rodewald

Mit Vater und Mutter in der Ferne Geschichten teilen

„Auch wenn der Papa und die Mama gerade nicht bei euch sein können, können sie euch eine Geschichte vorlesen und per Sprachnachricht schicken – und es fühlt sich dann an, als wären sie ein Stückchen näher bei euch,“ erklärt die Ministerin kniend ihren jungen Zuhörern. „Oder ihr lasst euch hier zu Hause eine Geschichte vorlesen, zum Beispiel von Oma oder Opa, und erzählt der Mama oder Papa dann davon.“

Sobald die Ministerin zum Vorlesebuch greift, lauschen die Kinder gespannt. Unterstützt von Jörg Maas, dem Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, liest die Ministerin die Geschichte „Ungeheuerlich“ vor: Die kleine Piratin Paula versucht, einem bösen Ungeheuer einen riesigen Schatz abzuluchsen – natürlich hat sie Erfolg. Und am Ende macht Paula sogar das Ungeheuer glücklich.

Der Abschied von der Familie fällt schwer

„Gute Geschichten verbinden und schaffen Nähe, auch zu denen in der Ferne. Ich freue mich deshalb sehr über unser Vorlese-Set“, betont die Verteidigungsministerin. „Es verkürzt die Zeit des Wartens auf die Rückkehr der Lieben, die sich gerade im Bundeswehreinsatz befinden. Und schenkt den Familien besondere Momente gemeinsamer Zeit.“ Kramp-Karrenbauer kann dabei nachfühlen, wie es den Angehörigen der „Bayern“-Besatzung in Wilhelmshaven gerade geht.

„Meine Kinder sind zwar schon erwachsen“, sagt sie. „Aber wenn ich mich montags nach einem Wochenende zu Hause aus der Familie lösen muss, dann fällt mir das noch immer schwer.“ Umso mehr freue sie sich, dass die Wartezeit auf ein Wiedersehen durch das Vorlese-Set für die Einsatzfamilien jetzt ein wenig leichter werde.

Ministerin Kramp-Karrenbauer, ein Soldat und ein Mann stehen nebeneinander und halten ein Buch in der Hand

Annegret Kramp-Karrenbauer und Jörg F. Maas übergeben Vorlese-Sets an Jens Uwe Ebert (r), den Leiter FBZ Wilhelmshaven. Er freut sich über das neue Angebot für Betreuungsfamilien.

Bundeswehr/Leon Rodewald

Hier gibt es das Vorlese-Set

Die Stiftung Lesen bietet für Einsatzfamilien 8.000 Vorlese-Sets, bestehend aus Buch und Broschüre, an. Sie werden unentgeltlich ausgegeben. Die regionalen Familienbetreuungszentren (FBZ) und lokalen Familienbetreuungsstellen (FBSt) verteilen sie. Dabei verbleibt das Lesebuch bei dem Elternteil oder den Großeltern mit dem Kind. Die Broschüre geht mit dem Einsatzsoldaten oder der Einsatzsoldatin mit ins Ausland.

Dadurch kann den Kindern nicht nur zu Hause, sondern mit Hilfe der Betreuungskommunikation auch durch die Soldatinnen und Soldaten im Einsatz am Telefon oder per Skype vorgelesen werden. Das Anhören von vielen weiteren spannenden Geschichten ermöglicht die Bundeswehr durch die Bereitstellung von 200 Tonie-Figuren. Tonie ist ein Audiosystem für Kinder, das aktuell sehr gefragt ist. Diese können über die FBZ und FBSt ausgeliehen werden.

Einsatzfamilien finden ihr zuständiges FBZ hier.

von Andrea Hilscher

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