Hubschraubertausch in Afghanistan: NHNATO-Helicopter-90 löst CH-53 ab

Nach 18 Jahren im Dauerbetrieb, zieht die Bundeswehr den Helikopter CH-53 aus Afghanistan ab. Nachfolger wird der einsatzbewährte NHNATO-Helicopter-90.

Zwei Hubschrauber nebeneinander
Bundeswehr/Susanne Hähnel

Hubschraubertausch in Afghanistan: NHNATO-Helicopter-90 folgt CH-53

Der moderne Hubschrauber NHNATO-Helicopter-90 wird künftig den militärischen Lufttransport für die Bundeswehr im Norden von Afghanistan gewährleisten. Nach 18 Jahren Dauereinsatz werden die letzten CH-53 bald zurück in Deutschland erwartet. Der Wechsel läutet zeitgleich das schrittweise Nutzungsende der CH-53 ein.

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  • Hubschrauber vom Typ CH-53 aus der geöffneten Luke eines anderen Hubschraubers fotografiert.
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    18 Jahre Dauereinsatz in Afghanistan

    Bereits 2018 hat die Bundeswehr beschlossen, die derzeit in Masar-i Scharif stationierten Transporthubschrauber vom Typ Sikorsky CH-53 Ende 2020 aus dem Afghanistan-Einsatz abzulösen. Zeitgleich nehmen sechs Mehrzweckhubschrauber NHNATO-Helicopter-90 ihren Platz ein. Zurück in Deutschland werden die CH-53 wieder beim Hubschraubergeschwader 64 in Laupheim bei Ulm eingesetzt. Dort ist der Heimatstützpunkt der Transporthubschrauber. 1972 bei der Bundeswehr in Dienst gestellt, fliegen die Helikopter bereits seit über 18 Jahren ohne Unterbrechung in Afghanistan. Sie dienen insbesondere dem Transport von Personen und Material zwischen den Stützpunkten der Bundeswehr und den verbündeten Kräften in der Region. Der Dauereinsatz ist eine große Belastung für Außenzelle und Technik. Trotz mehrerer Modernisierungsprogramme soll die letzte CH-53 im Jahr 2030, rund 60 Jahre nach der Einführung in die Bundeswehr, ganz aus dem Dienst genommen werden.

  • Hubschrauber CH-53 wirbelt Staub auf bei der Landung in der Wüste
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    Schwierige Rahmenbedingungen im Einsatzland

    Dass Transporthelikopter eine entscheidende Rolle für die Friedensmission in Afghanistan spielen, zeigt der Blick auf die Landkarte. Im Gegensatz zu europäischen Ländern hat Afghanistan keine Flüsse und Kanäle, die mit Schiffen befahren werden können. Eisenbahnstrecken existieren kaum. Das Hindukusch-Gebirge dominiert große Teile der Mitte und des Nordens. Straßen erschließen nur einen geringen Teil des Landes. Viele von ihnen sind in einem schlechten Zustand. Selbst mit geländegängigen Fahrzeugen sind sie nur schwer befahrbar. Daher müssen auch für kurze Strecken lange Fahrzeiten eingerechnet werden. Vor allem abgelegene Ortschaften sind auf dem Landweg kaum erreichbar. Für Helikopter sind die afghanischen Rahmenbedingungen deutlich unproblematischer. Sie fliegen mit mehreren hundert Kilometern pro Stunde und können beinahe an jedem Punkt starten und landen.

  • Versorgung eines Verwundeten im Hubschrauber
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    „Allrounder“ im Einsatz

    Hubschrauber wie die CH-53 bringen Menschen und Material schnell, flexibel und sicher von einem Punkt zum anderen. Die Tageszeit spielt dabei kaum eine Rolle. Im Bundeswehrhubschrauber ist neben der Besatzung Platz für bis zu 32 Soldatinnen und Soldaten oder etwas mehr als viereinhalb Tonnen Fracht. Als Außenlast unter dem Helikopter eingehängt, lassen sich rund fünfeinhalb Tonnen Material bewegen. Bei Erkundungsflügen sammelt der Hubschrauber wertvolle Informationen für die Truppen am Boden. Dabei ist er gegen Gewehrbeschuss geschützt. Anfliegende Raketen werden durch Täuschkörper abgewehrt. Eine spezielle Ausstattung funktioniert ihn zur fliegenden Rettungsstation um. Im Notfall landet er in der Nähe der Kampfzone, nimmt die Verwundeten auf und fliegt sie schnell ins nächste Lazarett. Die medizinische Versorgung der Verwundeten wird dabei während des Fluges fortgesetzt.

  • Soldaten laufen vor dem Hubschrauber in der Wüste.
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    Bewährter Nachfolger für den Einsatzauftrag

    Mit der schrittweisen Rückkehr der CH-53 nach Deutschland übernehmen sechs Helikopter des Typs NHNATO-Helicopter-90 ab Dezember 2020 deren vielfältige Aufgaben in Afghanistan. Auch sie werden im Schwerpunkt von Masar-i Scharif ihre Missionen fliegen. Seit 2013 sind die NHNATO-Helicopter-90 im Transporthubschrauberregiment 10 „Lüneburger Heide“ im niedersächsischen Faßberg bei Celle und im Transporthubschrauberregiment 30 in Niederstetten, nördlich von Stuttgart, beheimatet. Noch im selben Jahr schickte die Bundeswehr bis 2014 vier NHNATO-Helicopter-90 als bewaffnete Rettungshubschrauber nach Afghanistan. Zwischen Februar 2017 und Juni 2018 waren weitere vier NHNATO-Helicopter-90 im westafrikanischen Mali eingesetzt. Sie stellten für die Blauhelm-Truppen der Vereinten Nationen den militärischen Lufttransport in der Region sicher. Allein während des letzten Einsatzes hoben die NHNATO-Helicopter-90 15 Mal für Rettungseinsätze ab.